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Ein Filter drauf und fertig ist das perfekte Social-Media Gesicht. bild: shutterstock

In Norwegen müssen Influencer bald retuschierte Bilder kennzeichnen

Influencerinnen und Influencer, die sich mithilfe von Bildbearbeitungsprogrammen für Werbebilder schöner tricksen, müssen dies in Norwegen ab Sommer 2022 kennzeichnen.



Ein bisschen straffere Haut hier, ein bisschen mehr Kurven da: Mit Bildbearbeitungsprogrammen gaukeln viele Influencerinnen und Influencer ihren Followern den perfekten Körper vor. Das norwegische Parlament will dem nun einen Riegel schieben. Anfang Juni wurde ein neues Werbegesetz verabschiedet, das im Sommer 2022 in Kraft tritt.

Das Gesetz sieht vor, dass retuschierte Werbebilder, egal, ob von Influencern oder Agenturen, in Zukunft als solche gekennzeichnet sind. Davon betroffen sind alle Bilder bei denen etwas am Körper, der Haut oder der Grösse der Person verändert wurde.

Die norwegische Politik reagiert damit auf eine bereits länger geführte Debatte zum Thema «kroppspress», auf Deutsch Körperdruck. Mehrere Untersuchungen haben gezeigt, dass sich das Körperbild von jungen Menschen zunehmend verzerrt. So zeigte eine Umfrage der Kinderschutzorganisation «Redd barnas ungdom», dass 43 Prozent der Befragten in Bezug auf ihr Aussehen unter Stress stehen.

Die Debatte über den Körperdruck hat das norwegische Parlament dazu bewegt, ein neues Werbegesetz zu verabschieden.

«Wir wollen, dass sich Kinder und Jugendliche in Zukunft so akzeptieren, wie sie sind», sagte der norwegische Familienminister Kjell Ingolf Ropstad, wie die «Bild» berichtet.

Gemäss der norwegischen Zeitung «Verdens Gang» fällt die Reaktion bei den hiesigen Internetberühmtheiten durchaus positiv aus. Janka Polliani, eine norwegische Fashion-Influencerin findet sogar, dass alle retuschierten Fotos in Zukunft gekennzeichnet werden sollen – nicht nur jene, die Werbebilder sind. Agnete Husebye, eine weitere Influencerin aus Norwegen, meinte: «Ich finde wirklich, dass das neue Gesetz angebracht ist. Die Kinder von heute wachsen mit einem unrealistischen Körperideal auf. Ich denke, so können sie erkennen, dass man so einfach nicht aussieht und dass dieses Foto redigiert wurde.»

(ohe)

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