International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Russian military police officers check a weapons factory left behind by members of the Army of Islam group, in the town of Douma, the site of a suspected chemical weapons attack, near Damascus, Syria, Monday, April 16, 2018. Faisal Mekdad, Syria's deputy foreign minister, said on Monday that his country is

Russische Einheiten in Duma. Bild: AP/AP

Chemiewaffenexperten in Duma eingetroffen – Westen befürchtet mögliche Manipulation



Zehn Tage nach einem mutmasslichen Giftgasangriff in der syrischen Stadt Duma ist dort am Dienstag nach Angaben syrischer Staatsmedien ein internationales Expertenteam der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) eingetroffen.

Eigentlich war der Besuch in der einstigen Rebellenhochburg Ost-Ghuta bei Damaskus für Mittwoch angekündigt. International wuchs die Sorge, dass bereits alle Spuren beseitigt seien. «Es ist sehr wahrscheinlich, dass Beweise und wesentliche Elemente verschwinden werden», warnte die französische Regierung am Dienstag.

Die Stadt Duma, in der sich am 7. April der mutmassliche Giftgasangriff ereignete, sei «vollkommen unter Kontrolle der russischen und syrischen Armee», und die OPCW-Experten hätten bisher den Ort nicht untersuchen können.

epa06674179 French President Emmanuel Macron delivers his speech at the European Parliament in Strasbourg, France, 17 April 2018. Macron is in Strasbourg to debate the future of the European Union with the Members of Parliament.  EPA/PATRICK SEEGER

Emmanuel Macron: «Wir haben die Ehre der internationalen Gemeinschaft verteidigt.» Bild: EPA/EPA

Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte am Dienstag, mit den Luftangriffen hätten die westlichen Staaten «die Ehre der internationalen Gemeinschaft» verteidigt. Die syrische Führung habe wiederholt Giftgasanschläge gegen die eigene Bevölkerung gerichtet, auch gegen Frauen und Kinder, sagte Macron vor dem EU-Parlament. «Das können wir nicht dulden.»

Gegenseitige Beschuldigungen

Schon am Montag hatte der US-Vertreter bei der OPCW Russland vorgeworfen, in Duma Beweise zu manipulieren. Die USA seien «besorgt», dass die Russen am Angriffsort Dinge getan hätten, um die Ermittlungen der OPCW zu behindern, sagte Ken Ward. Der russische Aussenminister Sergej Lawrow versicherte daraufhin, dass Russland nichts manipuliert habe.

Der Westen beschuldigt die syrische Staatsführung, am 7. April in Duma international geächtete Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Bei dem Angriff wurden nach Angaben örtlicher Helfer mindestens 40 Menschen getötet. In der Nacht zum Samstag bombardierten die USA, Frankreich und Grossbritannien mehrere Standorte der syrischen Chemiewaffenproduktion. Mehr als 100 Marschflugkörper sollen zum Einsatz gekommen sein.

Bilder des Angriffs

Die syrische Regierung und ihre Verbündeten Russland und Iran werfen dem Westen dagegen vor, ohne eine unabhängige Bestätigung der Vorwürfe gehandelt zu haben. Westliche Diplomaten beschuldigten aber Damaskus, die OPCW-Experten an ihrer Arbeit zu hindern. Moskau begründete die mehrtägige Verzögerung mit der schwierigen Sicherheitslage in Duma.

Die Stadt im Nordosten von Damaskus war die letzte Bastion der Rebellen in der Region Ost-Ghuta. Einen Tag nach dem mutmasslichen Giftgasangriff in Duma sagte die Rebellengruppe Dschaisch al-Islam (Armee des Islams) zu, ihre Kämpfer aus der Stadt abzuziehen. Zuvor waren bereits andere Gruppen unter dem Druck der Regierungstruppen abgezogen.

Am Dienstag sagte Dschaisch al-Islam laut Sana zu, auch die Stadt Dumair rund 50 Kilometer östlich von Damaskus zu räumen. Demnach sollen rund tausend Kämpfer von dort in die nordsyrische Stadt Dscharabulus abziehen. In Dumair galt seit 2016 ein «Versöhnungsabkommen», das eine Waffenruhe zwischen Regierung und Rebellen umfasste.

Falscher Raketenalarm über Homs

Unterdessen erwiesen sich Berichte über einen nächtlichen Raketenangriff auf die Provinz Homs als falsch. «Es gab keine Attacke von aussen auf Syrien», meldete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana am Dienstag unter Berufung auf Militärkreise. Es habe sich um einen «falschen Alarm» gehandelt. Sana hatte in der Nacht gemeldet, dass mehrere Raketen über Homs abgeschossen worden seien.

Unterdessen forderten die G7-Staaten eine politische Lösung der Krise in Syrien. Ziel müsse es sein, bei den Verhandlungen unter UNO-Ägide in Genf einen «glaubwürdigen politischen Übergang» herbeizuführen, hiess es in einer Erklärung der Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Grossbritanniens, Frankreichs, Kanadas, Italiens, Japans, der USA sowie der EU. (cma/sda/afp/dpa/reu)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Bündner Regierung schwer enttäuscht

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Für ein offenes Frauenbild. Und zwar mit Kopftuch und Rap!

Video: srf

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Operation «Tigerpranke»: Erdogan bombardiert Nordirak – 4 Dinge, die du dazu wissen musst

2014 ermordete die Terrormiliz «Islamischer Staat» tausende Jesidinnen und Jesiden. Die Bilder des Völkermords an der religiösen Minderheit gingen um die Welt. Sechs Jahre später wirft die Türkei über dem Jesiden-Gebiet Bomben ab.

Das türkische Militär wirft wieder Bomben auf fremdes Staatsgebiet ab. Seit Wochen führt Präsident Recep Tayyip Erdogan erneut einen aggressiven Kurs gegen die kurdische Arbeiterpartei PKK. Seit einer Woche wird mit der Offensive «Adlerkralle» und «Tigerpranke» das Kandil- und Sinjar-Gebirge im Nordirak schwer unter Beschuss genommen. Auf dem Gebiet leben auch tausende Jesiden, die 2014 vor der Terrormiliz Islamischer Staat geflohen waren. Ein Überblick in vier Punkten.

Am Montag, 15. Juni …

Artikel lesen
Link zum Artikel