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Erster russischer Zug auf Krim – Ukraine leitet deswegen Strafverfahren ein



Nach Ankunft des ersten russischen Personenzuges auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim haben Ermittler in der Ukraine ein Strafverfahren wegen Grenzverletzung eingeleitet. Der Personenzug aus St. Petersburg habe am Mittwoch auf der Krim-Brücke illegal die Staatsgrenze der Ukraine überquert, teilte die zuständige Behörde der Generalstaatsanwaltschaft in Kiew mit.

A passenger train from Russia crosses a bridge linking Russia and the Crimean peninsula Wednesday, Dec. 25, 2019. Ukrainian officials opened a criminal probe Wednesday after a passenger train from Russia arrived in Crimea via a new Russian-built bridge, arguing that the train illegally carried people across the Ukrainian border. (AP Photo)

Bild: AP

Die Krim gehört völkerrechtlich seit 1954 zur Ukraine, der Nachbar Russland sieht sie als sein Staatsgebiet an.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte die Zugverbindung am Montag mit einer weltweit beachtete Bahnfahrt eröffnet. An dem Tag fuhr auch der Zug aus St. Petersburg los, der nun sein Ziel erreichte.

Die EU hatte die Freigabe der von Russland gebauten Krim-Brücke für den Bahnverkehr als weiteren Völkerrechtsverstoss verurteilt. Seit vergangenem Jahr ist die mit 19 Kilometern längste Brücke Europas und Russlands bereits für den Autoverkehr freigegeben. Russland hatte sich die Krim nach einem international nicht anerkannten Referendum 2014 einverleibt. Die USA und die EU sprechen von einer Annexion.

People celebrate the arrival of the train from Russia in Sevastopol, Crimea, after it crossed a bridge linking Russia and the Crimean peninsula on Wednesday, Dec. 25, 2019. Ukrainian officials opened a criminal probe Wednesday after a passenger train from Russia arrived in Crimea via a new Russian-built bridge, arguing that the train illegally carried people across the Ukrainian border. (AP Photo)

Bild: AP

Die Ukraine hatte den Zugverkehr auf die Krim 2014 eingestellt. Dass nun erstmals wieder Züge von russischem Kernland auf die Halbinsel rollen, sieht das Land als Verletzung seiner Souveränität und territorialen Unversehrtheit.

Der Zug aus St. Petersburg mit 17 Wagen für insgesamt 600 Passagiere hatte die Strecke von 2471 Kilometern auf die Krim in 43.5 Stunden zurückgelegt. In der Hafenstadt Sewastopol empfing ein Orchester die Reisenden mit festlicher Musik.

People celebrate the arrival of the train from Russia in Sevastopol, Crimea,  after it crossed a bridge linking Russia and the Crimean peninsula Wednesday, Dec. 25, 2019. Ukrainian officials opened a criminal probe Wednesday after a passenger train from Russia arrived in Crimea via a new Russian-built bridge, arguing that the train illegally carried people across the Ukrainian border. (AP Photo)

Bild: AP

Von Moskau aus gibt es nun auch täglich eine Verbindung in die Krim-Hauptstadt Simferopol. Start der rund 2000 Kilometer langen Fahrt, die rund 33 Stunden dauert, war am Dienstagabend.

Früher fuhren die Züge durch die Ukraine. Die Kosten der Brücke in der Meerenge von Kertsch - zwischen Schwarzem und Asowschem Meer - werden mit 228 Milliarden Rubel (3.6 Milliarden Franken) angegeben. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • MartinZH 26.12.2019 16:56
    Highlight Highlight Wer hier erzählt, Russland hätte sich nur "völlig legitim" zurück geholt, was innerhalb der UdSSR verschenkt worden sei, ist völlig auf dem Holzweg. Mit so einer Argumentation entstehen Kriege..! Das ist auch der Grund, warum sich die balt. Staaten, Polen, Ukraine, etc. vor Russland fürchten. Wenn das in Ordnung sein soll, warum holt sich die Schweiz nicht das Veltlin zurück? Oder noch einfacher, die Schweiz besetzt mal so Campione d’Italia, weil eine (eben illegitime [!]) Volksabstimmung ergeben hat, dass die Mehrheit der dort lebenden Bevölkerung der Schweiz beitreten will? – Völlig absurd!
  • MartinZH 26.12.2019 16:38
    Highlight Highlight Die Krim-Annexion war völkerrechtswidrig! Punkt.

    Was der Prof. R. Merkel (in FAZ, Infosperber) darlegt, ist nur seine persönl. "Rechtsauslegung"! Fast alle Völkerrechtler wiedersprechen ihm:

    Wer sich etwas vertiefter damit befassen will:
    https://geschichtedergegenwart.ch/politisierung-voelkerrechts-jahre-nach-annexion-krim/

    Der Krim-Konflikt und das Völkerrecht - Russland verletzt bei der Auseinandersetzung mit der Ukraine internationales Recht. Die Antwort muss sein, keine russische Annexion anzuerkennen.
    https://www.nzz.ch/meinung/debatte/der-krim-konflikt-und-das-voelkerrecht-1.18265005
    • MartinZH 26.12.2019 18:14
      Highlight Highlight ...wiedersprechen... 🤔😭😂😂😂
  • la vérité 26.12.2019 13:21
    Highlight Highlight Tolle Leistung in nur vier Jahren eine so imposante Brücke zu bauen. Solange braucht die Schweiz um 20km Autobahn zu sanieren. ...und wie lange bauen die Deutschen schon an ihrem Flughafen?
    • Hierundjetzt 26.12.2019 16:47
      Highlight Highlight Nein ist es nicht.

      Oder ja, wenn man einfach baut ohne Einbezug der Landeigentümer

      Die Brücke wurde absichtlich zu tief gebaut, damit Mariupol (grösste Hafenstadt der Ukraine) nicht mehr von Hochseeschiffen angesteuert werden kann
    • MartinZH 26.12.2019 17:18
      Highlight Highlight Wenn nur die vielen Baumängel nicht wären...

      Putin eröffnet die erste Brücke auf die Krim und landet einen patriotischen Coup. Für den Propagandacoup um das wirtschaftlich und militärisch zentrale Projekt nimmt der Kreml Abstriche bei der Qualität hin.
      Selbst russische Experten weisen auf grosse Mängel in der Konstruktion hin.

      Zwar, sechs Monate früher als geplant eröffnet, dafür aber nicht voll belastbar, so wie es in den Plänen war. Das relativiert die Leistung.

      https://www.nzz.ch/international/putin-eroeffnet-die-erste-bruecke-auf-die-krim-und-landet-einen-patriotischen-coup-ld.1385791
  • rodolofo 26.12.2019 08:08
    Highlight Highlight Solange Putin mit dem ÖV auf die Krim fährt, geht das für mich in Ordnung!
    Irgendwann kommt dann noch Kim Jong Un mit seinem Zug.
    • Basti Spiesser 26.12.2019 10:39
      Highlight Highlight Evt tauft ihn Putin dann zu Krim Jong Un um.
  • MartinZH 26.12.2019 01:48
    Highlight Highlight Gut, dass die Ukraine sofort ein Strafverfahren eingeleitet hat! 👍 Hoffentlich wird auch eine Klage bei einem zuständigen internationalen Gerichtshof eingereicht.

    Die russische Krim-Annexion vor fünf Jahren ist erwiesenermassen völkerrechtswidrig!

    Leider ist "der Westen" (EU, USA, Nato, ...) zu sehr mit sich selbst beschäftigt (Finanzmarktstabilität, Trump, Brexit, China, Hongkong, Klima, etc.), statt endlich einmal mit klaren Fakten der Ukraine beizustehen.
    Die Ukraine ist immerhin ein unabhängiges, freies und demokratisches Land, das zweitgrösste in Europa. Und der Krieg soll auch enden!
    • DemonCore 26.12.2019 07:31
      Highlight Highlight In der Ukraine demonstriert der Westen, dass er schwach und ängstlich ist dem russischen Hosentaschendiktator mit seinen Oligarchenfreunden entgegenzutreten. Wie schon nach dem 2.WK lässt man sich vom kruden russischen Machiavellismus auf der Nase herum tanzen. Kommt nicht gut.
    • rodolofo 26.12.2019 08:23
      Highlight Highlight Ich sehe die Gefahr ganz allgemein in der Renaissance von nationalistisch-territorialem Denken, in das dann noch religiöse "Begründungen" mit eingeflochten werden.
      Und dieses rechtsnationale Denken befindet sich nicht nur in Russland und der Ukraine, sondern weltweit UND im sogenannten "Westen" im Vormarsch.
      Besonders stossend am russischen Vorgehen finde ich, dass im Falle von Syrien bestehende Staatsgrenzen sakrosankt sein sollen, währenddem man den Ukrainern ohne weiteres "das beste Stück" abzwacken darf.
      Aber diese skrupellose Verlogenheit ist für "Rechtsnationale" ebenfalls typisch...
    • Erika,osten 26.12.2019 11:35
      Highlight Highlight Mal ein wenig geschichtswissen auffrischen wäre hilfreich,krim war russisch bis ein Diktator sie der Ukraine zusprach.war im übrigen rechtswidrig zu damaligen Verhältnissen.die Bewohner haben sich entschieden den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen.passte bloß der noto nicht wegen militärstützpunkt.deswegen das Tam Tam.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dirk Leinher 25.12.2019 21:13
    Highlight Highlight Es ist auch eine völkerrechtliche Tatsache dass die Bevölkerrung der Krim mit grosser Mehrheit tatsächlich lieber zu Russland und nicht zur Ukraine gehören wollen. Ob diese Mehrheit nun wie beim Referendum nahe 100% oder real bei 80-90% liegt, ändert daran nichts.
    • Juliet Bravo 26.12.2019 01:05
      Highlight Highlight Eine richtige Abstimmung und sie gehört euch. Nicht so eine Farce inkl. Einschüchterung.
    • MartinZH 26.12.2019 03:05
      Highlight Highlight @Dirk Leinher: Wie – um Himmels willen – kommen Sie dazu, die Krim-Annexion als völkerrechtliche Tatsache zu bezeichnen? De facto ist eben nicht de iure! Eine simple Unterscheidung!
    • Kruk 26.12.2019 04:47
      Highlight Highlight
      Vor der richtigen Abstimmung lässt man noch die Tataren verschwinden, siedelt noch ein paar Russen an, schüchtert die Ukrainer ein und bekommt dann das gewünschte Resultat.

      Da jegliche Kritik an der Besetzung als Separatismus ausgelegt und auch dementsprechend geahndet wird, ist es schwer zu sagen wie es tatsächlich um den Willen der Bewohner steht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Loeffel 25.12.2019 20:08
    Highlight Highlight Menschen sind merkwürdig.
  • bokl 25.12.2019 19:20
    Highlight Highlight Eilmeldung. Untersuchung hat ergeben, dass Hunter Biden im Führerstand sass...
    • Dingirsu, der Orcust des Abendsterns 25.12.2019 23:42
      Highlight Highlight Fake News!!
    • dho 26.12.2019 12:43
      Highlight Highlight Nein, schtimmt imfall würkchli und dör putting hat di bilät gondrolliirt....

      🤣🤣🤣
  • DemonCore 25.12.2019 19:13
    Highlight Highlight Im Osten nichts Neues. Nach dem Abschluss des Molotov-Ribbentrop-Paktes sind die baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland auch 'freiwillig' Russland beigetreten.

    Die Russen haben sich dann so gut benommen dass die Balten dann sogar mit den Deutschen paktiert haben und sie in den 80ern das Ende der Sowjetunion eingeleitet haben, weil sie es satt hatten aus Moskau gegängelt zu werden.
    • MartinZH 26.12.2019 02:43
      Highlight Highlight @DemonCore: Vielleicht ist Dein Kommentar "zu intellektuell", dass ihn jeder versteht...
  • Hades69 25.12.2019 19:07
    Highlight Highlight "Die Krim gehört völkerrechtlich seit 1954 zur Ukraine, der Nachbar Russland sieht sie als sein Staatsgebiet an." Der damalige Staatschef der UDSSR Chruschtschow, hat 1954 die Krim der Ukraine geschenkt, er selber ein Ukrainer und niemand dachte zu der Zeit, die UDSSR würde zusammenbrechen. Nach der Abstimmung hat man sich dann wieder zu Russland entschieden, da man sich ein besseres Leben vorstellte als unter der Ukraine. Nun, mit den Sanktionen ist das halt fast unmöglich, wer dort war hat das hautnah erlebt. Es ist kein Krieg dort, aber die Maestro Karte funktioniert nicht und vieles mit.
    • DemonCore 26.12.2019 07:27
      Highlight Highlight Es ist wohl ein hartes Los, so gutgläubig zu sein...

      Russland will einzig die Marinebasis in Sewastopol, alles andere ist für naive Westler um ihnen den Landraub schmackhaft zu machen, wie bei Königsberg damals.
    • Miracoolix 26.12.2019 13:42
      Highlight Highlight Paranoia ist ein noch härteres Los...
    • Hades69 26.12.2019 13:45
      Highlight Highlight Es geht nicht um Gutgläubigkeit, sondern um Fakten. Meine Frau ist aus der Krim und sie hat auch für Russland gestimmt, weil man die Korruption aus der Ukraine satt hatte und Ihre Identifikation ist Russisch. Es ist aber nicht bei allen so, manche fühlen sich auch zu der Ukraine hingezogen.
      Klar geht es um Geopolitik. Schau dir mal die Militärbasen rund um Russland an. Sind fast alle nur amerikanisch. Wer bedroht hier wen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • dmark 25.12.2019 19:01
    Highlight Highlight Haben die Ukrainer denn etwa bislang geglaubt, dass die Russen diese Brücke bauen und sie dann nicht benutzen werden?
    • MartinZH 26.12.2019 02:12
      Highlight Highlight Vergiss' nicht: Die Krim-Annexion war bereits "eine Verletzung der territorialen Integrität".

      Die Brücke danach ist (vö́lkerrechtlich) eher marginal, aber für die Krim – nach dem langen Darben – sicher wenigstens wirtschaftlich (weniger "politisch") von Nutzen. Nur Wasser, für die Landwirtschaft, wird weiterhin fehlen, so lange sich die Situation zwischen Russland und der Ukraine nicht normalisiert.

      Es bleibt einfach zu hoffen, dass der Krieg endlich beendet werden kann... 😔
  • RedStarBelgrade 25.12.2019 17:53
    Highlight Highlight Seit wann ist Demokratie als Annexion agesehen?
    • K1aerer 25.12.2019 20:30
      Highlight Highlight Wenn die Einheimische Krimtartaren die Wahlen boykottieren, dann finde ich es, dass es auch hinterfragt werden darf.
    • Sapientia et Virtus 25.12.2019 22:38
      Highlight Highlight Krimtataren sind eine winzige Minderheit. Die Mehrheit der Bevölkerung Stand klar hinter der Annexion. Ausser man betrachtet das Volk als Untertanen und mobiles Besitztum des Staates, war es eine legitime Entscheidung.,die es zu respektieren gilt.
    • Dirk Leinher 25.12.2019 22:49
      Highlight Highlight Genau, hinterfragen darf man es. Aber die Krimtataren machen eben auch nur etwa 1/8:der Bevölkerung aus. Ein interessanter Augenzeugenbericht über die Krimgataren fand ich hier. Leider gibt es sonst recht spörlich sachliche Informtionen: https://www.infosperber.ch/Gesellschaft/Krim-Crimea-Tataren-Russland
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