DE | FR
International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Die nächsten sieben Tage sollen in der Ukraine erneut die Waffen ruhen



Die ausgehandelte Waffenruhe in der Ostukraine ist in Kraft getreten. Seit Mitternacht (Ortszeit) sollen die Waffen zwischen ukrainischen Einheiten und prorussischen Separatisten schweigen.

Die Einigung war zuvor bei einem Besuch der Aussenminister aus Deutschland und Frankreich, Frank-Walter Steinmeier und Jean-Marc Ayrault, zustande gekommen. Die Feuerpause ist zunächst auf sieben Tage befristet. Ziel ist es, daraus einen dauerhaften Waffenstillstand zu machen.

Foreign Ministers Frank-Walter Steinmeier of Germany (L), Jean-Marc Ayrault of France (R) and Ukrainian President Petro Poroshenko attend a meeting in Kiev, Ukraine, September 14, 2016. REUTERS/Genya Savilov/Pool

Deutschlands Aussenminister Frank-Walter Steinmeier, sein französischer Kollege Jean-Marc Ayrault und Ukraine-Präsident Petro Poroschenko gestern in Kiew. Bild: POOL/REUTERS

Der deutsche Aussenminister betonte, Russland habe seine Zusicherung für den Bestand der Waffenruhe gegeben, und auch die Ukraine habe sich zur Einhaltung verpflichtet. Am Donnerstag wollen Steinmeier und Ayrault die an der Front gelegene Stadt Kramatorsk in der Ostukraine besuchen.

Ayrault warnte bei dem Besuch in Kiew davor, es gebe neben den Minsker Abkommen «keinen Plan B» zur Beilegung des Konflikts im Osten der Ukraine. Deswegen müssten sich alle Seiten an die Vereinbarung halten. «Es gibt keine Alternative, es gibt keinen Plan B. Die Abkommen von Minsk müssen umgesetzt werden», sagte Ayrault.

«Wir sind froh und zufrieden darüber, dass auch Präsident Poroschenko zugesagt hat, dass die Ukraine die Feuerpause einhalten wird.»

Dies sagte Steinmeier nach einem Treffen mit Poroschenko

Er äusserte zudem die Hoffnung, dass kommende Woche eine Einigung erzielt werde, um in drei Pilotregionen mit dem Abzug von Kämpfern und Waffen von der Frontlinie zu beginnen.

Dies könnte den Weg für ein Treffen der Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Russland und der Ukraine im Herbst ebnen, um den Friedensprozess neu anzustossen. «Wir müssen nun konkret voranschreiten, um diesen Gipfel zu ermöglichen und ihm einen Sinn zu geben», sagte Ayrault.

Wahlen notwendig

Der französische Aussenminister betonte auch die Notwendigkeit, in der Ostukraine Kommunalwahlen abzuhalten. Zudem müsse das Parlament ein Gesetz zu Kommunalwahlen und dem Status des Donbass einbringen.

Gemäss den Minsker Abkommen, die unter Vermittlung Deutschlands und Frankreichs geschlossen worden waren, soll die Ukraine ihre Verfassung ändern, um den Regionen im Osten mehr Autonomie zu geben. Dies stösst bei vielen ukrainischen Abgeordneten aber auf Ablehnung, weil sie darin eine Belohnung der Separatisten sehen.

In letzter Zeit waren mehrere Anläufe für eine Feuerpause im Osten der Ukraine gescheitert. Am 1. September war eine solche Vereinbarung anlässlich des Endes der Schulferien erzielt worden, allerdings gingen die Kämpfe weiter.

epa04607662 Ukrainian President Petro Poroschenko speaks during the 51st Security Conference in Munich, Germany, 07 February 2015. Dozens of heads of state and government, Defense and Foreign Ministers are expected to meet on current security affairs during the three-day Munich Security Conference starting from 06 to 08 February. Topics to be discussed include the Ukrainian crisis and the fight against the Islamic State (IS) militant group.  EPA/TOBIAS HASE

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko zeigt sich mit einer neuen siebentägigen Waffenruhe einverstanden. Bild: EPA/DPA

Nach ukrainischen Armeeangaben vom Mittwoch wurde in den vorangegangenen 24 Stunden ein ukrainischer Soldat getötet, ein weiterer wurde verletzt.

Deutschland bemüht sich derzeit mit Frankreich um eine Wiederbelebung der Verhandlungen über eine Lösung des Konflikts. In dem seit mehr als zwei Jahren dauernden Konflikt wurden nach Angaben der Vereinten Nationen schon etwa 10'000 Menschen getötet. (sda/dpa/afp)

Andere Bilder aus der Ukraine: Lebensfreude statt Gewalt und Zerstörung

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Dieser Februar war trotz Eistagen zu warm

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Ukraine-Konflikt

Reichster Ukrainer ruft in einer aufwühlenden Videobotschaft zum Widerstand gegen Separatisten auf

«Das ist ein Kampf gegen die Einwohner unserer Region. Das ist ein Kampf gegen den Donbass. Das ist ein Völkermord am Donbass», sagte der reichste Ukrainer, Rinat Achmetow in seiner Videobotschaft.

In einer aufsehenerregenden Videobotschaft hat der reichste Ukrainer, Rinat Achmetow, zum Widerstand gegen die prorussischen Separatisten aufgerufen. «In den Städten herrschen Banditen und Marodeure. Die Menschen sind es leid, in Angst zu leben», sagte der Oligarch.

«Mit Maschinenpistolen durch die Städte des Donbass zu laufen – sollen so die Rechte der Donezker vor der Zentralregierung gewahrt werden? In den Städten marodieren und friedliche Bürger verschleppen – ist das ein Kampf für …

Artikel lesen
Link zum Artikel