DE | FR
International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In this March 22, 2017, file photo, Secretary of State Rex Tillerson speaks at the Meeting of the Ministers of the Global Coalition on the Defeat of ISIS in Washington. Lambasted for his low-key diplomacy, Tillerson is emerging from the shadows with his leading public role in shaping and explaining the Trump administration's missile strikes in Syria. He now takes on an even higher-profile mission, heading to Moscow under the twin clouds of Russia’s alleged U.S. election meddling and its possible support for a Syrian chemical weapons attack. (AP Photo/Cliff Owen, File

US-Aussenminister Rex Tillerson erklärte am Sonntag, der Kampf gegen die Terrormiliz (IS) habe weiterhin Vorrang. Bild: AP/FR170079 AP

Wie soll's in Syrien weitergehen? Trumps Regierung sendet ganz verschiedene Signale

Die US-Militäraktion gegen einen syrischen Stützpunkt schlägt weiter hohe Wellen. Aus der Trump-Regierung kommen unterschiedliche Signale, wie es in der Syrien-Politik weitergehen soll.



Am Wochenende zeichnete sich keine klare Linie im Syrien-Kurs der Regierung von Donald Trump ab. US-Aussenminister Rex Tillerson erklärte in mehreren am Sonntag ausgestrahlten Fernsehinterviews, der Kampf gegen die Terrormiliz (IS) habe weiterhin Vorrang. Er bekräftigte zugleich, dass am Ende das syrische Volk über das Schicksal von Präsident Baschar al-Assad entscheiden werde.

Sobald die Bedrohung durch die IS-Miliz vermindert oder ausgeschaltet sei, könne sich Washington «direkt» der Aufgabe widmen, «die Lage in Syrien zu stabilisieren».

United States' Ambassador United Nations and current Security Council President Nikki Haley speaks during a Security Council meeting on the situation in Syria, Friday, April 7, 2017 at United Nations headquarters. (AP Photo/Mary Altaffer)

Nikki Haley: Sieht keine Zukunft mit Assad. Bild: Mary Altaffer/AP/KEYSTONE

Die US-Botschafterin bei der UNO, Nikki Haley, nannte indes die Entfernung des syrischen Präsidenten «eine» von mehreren Prioritäten. Die USA sähen keine politische Lösung für Syrien mit ihm.

In einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem US-Fernsehsender CNN sagte sie: «Wir denken, dass der Regierungswechsel kommen wird.» Für Haley ist angesichts von Assads Handlungen eine «stabile und friedliche Regierung» mit ihm kaum vorstellbar.

Vergeltung für Giftgaseinsatz

Die USA hatten den Stützpunkt Al-Schairat als Strafmassnahme für einen mutmasslichen Giftgaseinsatz Assads am 4. April angegriffen. Es war die erste direkte militärische Aktion der USA gegen die syrischen Streitkräfte.

Tillerson sagte dem Sender ABC, der Luftangriff bedeute aber keine Änderung der «militärischen Positur» der USA. Er habe sich ausschliesslich auf den Giftgasangriff bezogen.

Über das Ausmass der Schäden durch den US-Luftschlag gab es unterschiedliche Darstellungen. Nach Angaben von Beobachtern flogen syrische Kampfjets weniger als 24 Stunden nach dem Angriff des US-Militärs neue Luftangriffe von dort aus.

Aus syrischen Militärkreisen hiess es, zwölf Kampfjets und Helikopter, Treibstofflager sowie zwei Start- und Landebahnen seien getroffen worden. Nach Angaben aus dem Pentagon wurden 20 Maschinen zerstört.

«Die USA werden zusätzliche Schritte ergreifen.»

US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Trump informierte den Kongress am Samstag offiziell über den Militärschlag. In einem Schreiben betonte er, Ziel sei es gewesen, die Fähigkeit des syrischen Militärs zu weiteren Chemiewaffenangriffen zu verringern und die syrische Führung davon abzuschrecken, ein weiteres Mal solche Waffen einzusetzen.

Er habe im «vitalen Interesse der nationalen Sicherheit und Aussenpolitik» der USA gehandelt, «entsprechend meiner verfassungsrechtlichen Befugnis ...», schrieb Trump. «Die USA werden zusätzliche Schritte ergreifen, so wie es nötig und angemessen ist, um ihren wichtigen nationalen Interessen zu dienen.»

Trump erntete in den USA überparteiliches Lob für den Luftangriff, aber es wurden auch Stimmen laut, die vor weiteren möglichen Aktionen ein Einschalten des Kongresses verlangten.

Kritik aus Moskau

Russian President Vladimir Putin, right, shakes hands with President of the Islamic Republic of Iran Hassan Ruhani  in Ufa, Russia, Thursday, July 9, 2015. (Alexander Nemenov/Pool photo via AP)

Der iranische Präsident Hassan Ruhani zusammen mit Wladimir Putin (im Juli 2015). Bild: AP/POOL AFP

Neue Kritik kam aus Moskau, das im syrischen Bürgerkrieg ein enger Verbündeter Assads ist. Die Sprecherin des Aussenministeriums, Maria Sacharowa, sagte Interfax zufolge am Samstag im russischen Staatsfernsehen, es sei einer »der schwierigsten Momente der bilateralen Beziehung« zwischen den USA und Russland. Ähnlich äusserte sich der iranische Präsident und Alliierte von Damaskus, Hassan Ruhani.

Bereits zuvor hatte der russische Sicherheitsrat unter Vorsitz von Präsident Wladimir Putin den US-Schlag als aggressiven Akt und als Verstoss gegen das Völkerrecht gewertet. Assad selbst nannte den Einsatz «rücksichtslos und unverantwortlich». Das Verteidigungsministerium verlegte eine Fregatte in das Mittelmeer.

Tillerson wird – wie seit Tagen geplant – diese Woche nach Moskau reisen. Der britische Aussenminister Boris Johnson sagte dagegen wegen der jüngsten Entwicklungen in Syrien einen für Montag geplanten Besuch in der russischen Hauptstadt ab. In einer am Samstag verbreiteten Mitteilung kritisierte er zugleich die unveränderte Unterstützung Assads durch Russland. (viw/sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Dieser Februar war trotz Eistagen zu warm

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Diese Frau demontierte Donald Trump

Stacey Plaskett, Abgeordnete von den U.S. Virgin Islands, zeigte im Impeachment-Prozess nüchtern und methodisch auf, wie der Ex-Präsident den Sturm aufs Kapitol geplant und organisiert hat.

Republikaner und konservative Medien wie Fox News argumentieren in etwa wie folgt: Okay, der Sturm aufs Kapitol war unschön, aber es war Randale und kein geplanter Staatsstreich. Den Ex-Präsidenten treffe keine Schuld. Er habe den Mob nicht angestiftet, sondern bei seiner Rede vor dem Kapitol lediglich von seinem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch gemacht.

Überhaupt sei das Impeachment verfassungswidrig, da Trump nicht mehr im Amt sei. Am besten also bringe man das Ganze möglichst schnell …

Artikel lesen
Link zum Artikel