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Sitzung oder «nuklearer Showdown»? – 5 Fragen zur jüngsten Drohung aus Nordkorea

Die Stimmung zwischen Donald Trump und Kim Jong Un bleibt angespannt. Nordkoreas Vize-Aussenministerin drohte nun, es liege ganz bei den USA, ob man sich in einem Sitzungszimmer oder bei einem nuklearen Showdown begegne.



Was ist passiert?

Nordkorea sieht die Verantwortung für das Zustandekommen des geplanten Treffens von US-Präsident Donald Trump mit Machthaber Kim Jong Un ausschliesslich bei den USA. Ob es zu der Begegnung komme, liege vollständig an den USA, sagte die Vize-Aussenministerin des Landes Choe Son Hui.

CORRECTS SPELLING OF DIPLOMAT'S NAME - Choe Son Hui, left, the top North Korean diplomat who handles relations with the U.S., walks prior to her departure for Pyongyang, North Korea, at Beijing Capital International Airport in Beijing Saturday, May 13, 2017. Choe said Pyongyang would be willing to meet with the Trump administration for negotiations

Choe Son Hui. Bild: AP/Kyodo News

Sie drohte: «Die USA können entscheiden, ob sie uns in einem Sitzungszimmer oder bei einem nuklearen Showdown begegnen wollen.»

Woher rühren die scharfen Worte?

Nun, einen Tag vor dem jüngsten Statement von Choe Son Hui hatte Trump erklärt, er werde den Gipfel vom 12. Juni in Singapur verschieben oder sogar absagen, sollte Nordkorea «bestimmte Bedingungen» nicht erfüllen. Welche Bedingungen er damit meinte, erläuterte der Präsident jedoch nicht weiter.

epa06745649 John Bolton, US national security advisor, listens during a meeting between US President Donald J. Trump and Jens Stoltenberg, secretary general of the North Atlantic Treaty Organization (NATO), in the Oval Office of the White House in Washington, DC, USA, 17 May 2018. The White House said the two leaders will be discussing the upcoming NATO Summit in July.  EPA/Andrew Harrer / POOL

John Bolton. Bild: EPA/BLOOMBERG POOL

Wenige Tage vorher liess jedoch der nationale Sicherheitsberater John Bolton durchblicken, wie die Bedingungen seiner Ansicht nach sind: Für die Denuklearisierung in Nordkorea solle das sogenannte «Libyen-Modell» zur Anwendung kommen.

Was ist das «Libyen-Modell»?

Mit dem «Libyen-Modell» spricht Bolton auf den Deal mit dem damaligen libyschen Machthaber Muammar al-Ghadhafi an, der ab 2003 sein Atomwaffenprogramm im Gegenzug für ökonomische Integration und die Aufhebung von Sanktionen aufgegeben hatte.

epa03728250 (FILE) A file photograph dated 06 October 2009, shows Muammar al-Gaddafi, leader of Libya, at the 50th anniversary of the founding of the officers group that mounted the Libyan Revolution and the continuation of the 40th anniversary celebrations of the revolution itself in Sebha, Libya. Media reports on 02 June 2013 state that South African officials are investigating claims that ex-Libyan leader Muammar Gaddafi and his family have hidden 701 million euros or 1 billion US dollars of assets in the country.  EPA/SABRI ELMEHDWI *** Local Caption *** 50085120

Wie seine Geschichte endete, wissen wir: Muammar al-Ghadhafi. Bild: EPA

Was jedoch mit Ghadhafi wenige Jahre später passierte, wissen auch die Nordkoreaner: Der libysche Machthaber wurde 2011 von seinen Gegnern gestürzt und getötet. 

Will Trump Kim tatsächlich entmachten?

Nein. Aber er machte Aussagen, die Kim ziemlich sauer aufgestossen sein dürften.

Bolton schlug das «Libyen-Modell» im Bezug auf die nukleare Abrüstung von Nordkorea vor, nicht, weil er findet, Kim Jong Un müsse entmachtet werden. Als Trump seinen Kollegen nach vielseitiger Kritik verteidigen wollte, trat er mitten ins Fettnäpfchen. Er sagte: «Wir haben Libyen vernichtend geschlagen. Wir haben Ghadhafi nie versprochen, dass wir ihn an der Macht lassen. Dieses Modell würde in Nordkorea nur angewandt, wenn es kein Abkommen gibt.»

Damit hatte er nicht gerade für eine Entspannung der Diskussion geführt. 

Wie steht es nun also um den Gipfel?

Schwierig zu sagen. Die Stimmung zwischen Trump und Kim Jong Un bleibt angespannt. Vor allem auch, weil nun auch noch Vizepräsident Mike Pence nachdoppelte und sagte: «Die Sache wird so enden, wie auch das libysche Modell endete, wenn Kim Jong Un keinen Deal macht.» 

Die nordkoreanische Vize-Aussenministerin Choe Son Hui nannte daraufhin Pence einen «politischen Dummkopf». Sie könne sich solche Bemerkungen nicht verkneifen, angesichts der ignoranten und dummen Bemerkungen, die aus dem Mund des amerikanischen Vizepräsidenten kämen. «Wenn die Vereinigten Staaten gegen unseren guten Willen verstossen und an ungesetzlichen und unverschämten Taten festhalten, werde ich Kim vorschlagen, die Teilnahme am Gipfel in Singapur zu überdenken», so Son Hui.

(sar)

Hier feiert die Kommunistische Partei in Nordkorea

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