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Diese Republikaner flüchten vom sinkenden Trump-Schiff

Die Liste der Republikaner, die Kritik an Trump äussern oder gar von ihren Ämtern zurücktreten, wird immer länger. Während die einen darin späte Einsicht sehen, äussern die Demokraten vor allem Kritik. Eine Übersicht über die Rücktritte und die Reaktionen.



Bildungsministern Betsy DeVos

FILE - In this Oct. 15, 2020, file photo, Secretary of Education Betsy DeVos speaks at the Phoenix International Academy in Phoenix. (AP Photo/Matt York, File)

Bild: keystone

In einem Brief gibt Bildungsministerin Betsy DeVos ihren Rücktritt bekannt. Sie beginnt mit lobenden Worten für den Präsidenten und betont, dass man die vielen Errungenschaften seiner Regierung hätte loben sollen. Stattdessen müssten sie nun das Chaos von gewalttätigen Protestierenden aufräumen. An Präsident Trump gerichtet, schreibt sie:

«Dieses Verhalten war für unser Land unverzeihlich. Der Einfluss Ihrer Rhetorik ist nicht abzustreiten, was für mich der Wendepunkt war.»

Betsy DeVos

Elizabeth Warren, demokratische Senatorin des Bundesstaates Massachusetts, findet alles andere als lobende Worte für den Rücktrittsentscheid der Bildungsministerin:

«Betsy DeVos hat ihre Aufgabe, Amerikas Studenten zu helfen, nie erfüllt. Es überrascht mich kein bisschen, dass sie lieber kündigt, statt ihre Aufgabe wahrzunehmen und zu helfen, dass das 25. Amendment in Kraft gesetzt wird. Gut, sind wir dich losgeworden, Betsy. Du warst die schlechteste Bildungsministerin aller Zeiten.»

Verkehrsministerin Elaine Chao

epa08925229 Elaine Chao attends a ceremony in which she is sworn-in as Secretary of Transportation in the Eisenhower Executive Office Building at the White House complex in Washington, DC, USA, 31 January 2017 (Reissued 07 January 2021). Transportation Secretary Elaine Chao announced that she will resign from her position following the riots that occured by supporters of US President inside the US Capitol on 06 January 2021 during the ratification of the 2020 Presidential election results. Chao is the first Cabinet level official to resign.  EPA/MICHAEL REYNOLDS / POOL *** Local Caption *** 53294991

Bild: keystone

Elaine Chao, Verkehrsministerin und Ehefrau des Senators Mitch McConnell, gab ihren Rücktritt am Donnerstag mit einem Statement auf Twitter bekannt:

«Gestern erlebte unser Land ein traumatisches und völlig vermeidbares Ereignis, als Anhänger des Präsidenten das Kapitolgebäude stürmten, nachdem er eine Kundgebung gehalten hatte. Wie bei vielen von euch, hat es auch in mir eine tiefe Beunruhigung ausgelöst, die ich nicht einfach beiseite schieben kann.»

Für die demokratische US-Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez kommt dieser Schritt gänzlich spät:

«In diesem späten Stadium helfen Rücktritte wenig. Sie dienen einzig dem späten Versuch, sich selbst zu retten. Wenn Ministerin Chao die gestrigen Ereignisse so sehr ablehnt, sollte sie das Kabinett dazu veranlassen, das 25. Amendment in Kraft zu setzen – nicht das Amt aufgeben, das ihr erlauben würde, dies zu tun.»

Alexandria Ocasio-Cortez

Wirtschaftsberater des Weissen Hauses: Tyler Goodspeed

June 5, 2020, Washington, District of Columbia, USA: United States President Donald J. Trump delivers remarks before signing H.R. 7010 - PPP Flexibility Act of 2020 in the Rose Garden of the White House in Washington, DC on June 5, 2020. Pictured behind the president, from left to right: Director of the National Economic Council Larry Kudlow Tyler Goodspeed, member of Council of Economic Advisers Jovita Carranza, administrator, United States Small Business Administration SBA and US Secretary of Labor Eugene Scalia Washington USA - ZUMAs152 20200605zaas152025 Copyright: xYurixGripasx

Bild: www.imago-images.de

Ebenfalls am Donnerstag trat der amtierende Vorsitzende des White House Council of Economic Advisers, Tyler Goodspeed zurück. Sich auf die Ereignisse vom Mittwoch beziehend erklärte er gegenüber der New York Times:

«Aufgrund der gestrigen Ereignisse ist meine Position nicht mehr tragbar.»

Auch die im Repräsentantenhaus tätige Demokratin, Val Demings, vermutet andere Motive hinter den Rücktritten:

«Alles, was mir diese Kabinetts-Rücktritte sagen, ist, dass sie nicht den Mut haben, Trump mithilfe des 25. Amendments verantwortlich zu machen.»

Val Demings

Sonderbeauftragter für Irland Mick Mulvaney

epa07928081 Acting White House Chief of Staff Mick Mulvaney holds a news conference in the James Brady Press Briefing Room of the White House, in Washington, DC, USA, 17 October 2019. Mulvaney announced that US President Donald J. Trump will host the 46th G7 Summit at his Doral resort in Florida in 2020.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Bild: EPA

Der ehemalige Stabschef des Weissen Hauses, Mick Mulvaney, der zuletzt als Sonderbeauftragter für Irland im Amt war, meldete am Mittwochabend seinen Rücktritt bei Aussenminister Mike Pompeo. Gegenüber CNBC sagte er am Donnerstag:

«Ich kann es nicht tun. Ich kann nicht bleiben. [...] Es würde mich nicht überraschen, wenn in den nächsten 24 bis 48 Stunden noch mehr meiner Freunde zurücktreten würden.»

Die demokratische US-Abgeordnete Stacey Plaskett sieht in den Rücktritten vor allem feiges Verhalten:

«Der Rückritt der Kabinettsmitglieder ist ein feiger Schachzug. Geht nicht jetzt. Räumt das Chaos auf, das ihr mitverursacht habt, bevor ihr geht! Beruft euch auf das 25. Amendment.»

Stacey Plaskett

Stellvertretende Pressesekretärin des Weissen Hauses

epa08535529 Sarah Matthews, White House deputy press secretary, listens during a news conference in the James S. Brady Press Briefing Room at the White House in Washington, DC, USA, 08 July 2020.  EPA/Al Drago / POOL

Bild: keystone

Auch die stellvertretende Pressesekretärin Sarah Matthews gab im Anschluss an die Ausschreitungen ihren Rücktritt bekannt:

«Als Person, die in den Hallen des Kongresses arbeitete, war ich zutiefst beunruhigt von dem, was ich heute gesehen habe. Ich werde mit sofortiger Wirkung von meinem Amt zurücktreten. Unsere Nation braucht eine friedliche Machtübergabe.»

Weitere Rücktritte im Weissen Haus:

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Chaos in Washington

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