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FILE - In this Jan. 2, 2021 file photo a vial of the COVID-19 vaccine developed by Oxford University and U.K.-based drugmaker AstraZeneca is checked as they arrive at the Princess Royal Hospital in Haywards Heath, England. The European Medicines Agency is expected on Friday Jan. 29, 2021 to authorize use of the vaccine AstraZeneca developed with Oxford University. It would be the third cleared for use in the EU, after the BioNTech-Pfizer and Moderna vaccines. (Gareth Fuller/Pool via AP, File)

Bild: keystone

AstraZeneca-Impfstoff reduziert laut Studie auch die Virus-Übertragung drastisch

Eine Impfung schützt vor einem Ausbruch von Sars-CoV-2, doch verhindert sie auch die weitere Übertragung des Virus? Erste Studienergebnisse aus England stimmen hoffnungsvoll.



Ein Forscherteam der britischen Oxford Universität hat beobachtet, dass der AstraZeneca-Impfstoff nicht nur davor schützt, schwer an Covid-19 zu erkranken oder gar zu sterben, sondern dass mit der Impfung auch die Übertragung des Virus erheblich eingedämmt wird.

Diese Untersuchungen sind die ersten, die darauf hinweisen, dass ein Impfstoff die Weitergabe des neuen Coronavirus reduzieren kann. Noch müssen die Studienergebnisse eingehend überprüft werden. Bewahrheiten sie sich, so bedeutet diese Beobachtung ein weiterer Meilenstein in der Pandemiebekämpfung.

In ihrer Studie hat das Forscherteam die Auswirkungen der Impfung auf die Übertragung gemessen, indem jede Woche Abstriche an Probanden vorgenommen und diese auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 untersucht wurden.

So wollten sie herausfinden, ob sich Geimpfte weiterhin mit dem Virus anstecken und ob die Erkrankung in dem Fall einfach asymptomatisch verläuft. Doch die Forscher stellten fest, dass bei den geimpften Personen 67 Prozent weniger positive Tests vorlagen. Gemäss den Forschern bedeutet dies, dass die Übertragung des Virus nach einer Impfung um fast zwei Drittel reduziert wird. Diese Ergebnisse durchliefen allerdings noch kein Peer-Review zur Qualitätssicherung einer wissenschaftlichen Arbeit.

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock bezeichnet die Studienergebnisse dennoch als «absolut hervorragend». In einem Interview mit dem Nachrichtensender BBC sagte er: «Wir wissen jetzt, dass der AstraZeneca-Impfstoff auch die Übertragung reduziert. Das wird uns helfen, diese Pandemie zu überstehen.»

Wie «New York Times» berichtet, meldeten sich bereits einige Wissenschaftlerinnen zu Wort, dass die veröffentlichten Daten noch nicht genug untersucht worden seien und dass es zu früh sei, um eine weitreichende Schlussfolgerung anzustellen. Doug Brown, Geschäftsführer der British Society for Immunology sagte gegenüber der Zeitung: «Dies wäre sicherlich eine äusserst willkommene Nachricht. Doch zuerst benötigen wir mehr Daten. Deshalb ist es wichtig, dass sich auch geimpfte Personen weiterhin an die Abstandsregelungen halten.»

Ebenfalls unklar ist, was das Forschungsergebnis für die in der Schweiz bereits zugelassenen Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna bedeutet.

Laut den Studienautoren könne nicht von einem Impfstoff auf den anderen geschlossen werden. Insbesondere auch deshalb, weil sich die Impfstoff-Typen jeweils unterscheiden. Pfizer/Biontech und Moderna setzen auf die neue mRNA-Technologie, während es sich bei AstraZeneca um einen sogenannten Vektorimpfstoff handelt. Dieser basiert auf abgeschwächten Adenoviren von Schimpansen und soll Erbmaterial des Coronavirus in menschliche Zellen einschleusen und so die Immunabwehr ankurbeln.

Die Schweiz hat sich bereits 5,3 Millionen Dosen vom AstraZeneca-Impfstoff gesichert. Er gilt als vielversprechender Kandidat, weil er günstiger ist und unkomplizierter transportiert und gelagert werden kann. Doch noch ist der Impfstoff in der Schweiz nicht zugelassen.

Am Mittwoch teilte die Zulassungsbehörde Swissmedic mit, sie benötige weitere Angaben zur Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität aus einer laufenden Phase-III-Studie in Nord- und Südamerika. Sobald die Ergebnisse aus der Studie vorlägen, «könnte eine befristete Zulassung im rollenden Verfahren sehr rasch erfolgen», hiess es.

Beim AstraZeneca-Impfstoff ist noch unklar, wie hoch die Wirksamkeit ist. Eine Analyse ergab, dass die Schutzwirkung offenbar von der Dosierung abhängt. So schütze der Impfstoff zu 90 Prozent, wenn zuerst eine halbe Dosis und dann nach mindestens einem Monat eine volle Dosis verabreicht wird. Wird zweimal eine volle Dosis in demselben zeitlichen Abstand gegeben, so reduziert sich der Wert laut Studie auf 62 Prozent. Die EU-Arzneimittelbehörde hat die Wirksamkeit des Vakzins mit rund 60 Prozent angegeben.

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