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Rund um Gsund

Das Desaster mit den Gelenken – und was man dagegen tun kann

Eigentlich bin ich ja erst so, sagen wir mal, mittelalt. Aber es gibt Tage, da fühle ich mich schon am Morgen so alt, wie ich vermutlich gar nie werde. Der Grund dafür: meine Gelenke.

Sandra Casalini
Sandra Casalini



Es gibt Dinge, die lassen sich einfach nicht schönreden. Zum Beispiel die Tatsache, dass Älterwerden rein körperlich gesehen ein Desaster ist. Dabei stresst mich nicht mal so sehr, dass gewissen Körperteilen die Schwerkraft mehr zusetzt als auch schon oder dass ich ein Stück Kuchen nur anzuschauen brauche, und es setzt sich an meinem Bauch fest, und verschwindet nie wieder von dort.

Wie von einer Teenie-Herde zertrampelt

Aber wenns anfängt weh zu tun, find ichs nicht so super lustig. Und dafür brauchts mittlerweile gar nicht so viel. Es reicht eine Nacht, in der ich irgendwie komisch gelegen habe, und schon fühle ich mich am Morgen, als hätte mich eine ganze Teenager-Herde niedergetrampelt. Dies, obwohl es mich jeweils viel früher ins Bett zieht als die beiden Teenies, die in meinem Haushalt leben.

Schuld daran sind meine Gelenke. Manchmal knacken sie einfach nur ein bisschen, manchmal schmerzen am Morgen Schultern, Knie oder Hüfte, und manchmal bleibt der Schmerz den ganzen Tag. Nicht so, dass ich ständig schreien könnte, aber doch so, dass es mir schwerfällt, den Schmerz zu ignorieren.

Der Zerfall beginnt mit dreissig!

Wenn man bedenkt, dass bereits ab dreissig Jahren Knochendichte und Muskelabbau beginnen, die Gelenkknorpel dünner und das Bindegewebe in Bändern und Sehnen steifer werden, stimmt mich das schon recht nachdenklich – ich habe bereits fünfzehn Jahre körperlicher Zerfall hinter mir! Es wird also Zeit, mich mal damit auseinanderzusetzen, was ich meinen Gelenken eigentlich täglich antue. Zumal ich auch erblich vorbelastet bin, was Arthrose angeht – die Schädigung und Zerstörung von Gelenkknorpeln und je nachdem auch Knochen – durch jahrelange Überlastung, aber auch als Spätfolgen von Unfällen und Bandscheibenvorfällen oder eben auch Veranlagung. Sowohl mein Vater als auch mein Grossvater litten an Arthrose in der Hüfte.

Was also kann ich tun, damit mir dieses Schicksal erspart bleibt? Aus unzähligen Ratschlägen von Expertinnen und Experten habe ich mal folgende rausgeschält:

Bewegung

Ein bisschen tricky, denn was die Gelenke angeht, ist Bewegung eben nicht gleich Bewegung. Zum einen wird sie gebraucht, um in Schuss zu bleiben (und auch, um das Körpergewicht zu regulieren, denn je mehr Kilos auf den Rippen, desto mehr werden die Gelenke beansprucht), zum anderen fördert Sport eben auch die Verschleisserscheinungen. Gerade Sportarten mit schnellen Richtungswechseln, Stopp- und Drehbewegungen und grossen Krafteinwirkungen sind Gift für die Gelenke.

Nun, dem Tennis und Basketball habe ich ja schon vor einer Weile abgeschworen. Natürlich ist mir bewusst, dass Joggen jetzt auch nicht unbedingt das Beste ist, aber den gelenkschonenden Sportarten Velofahren und Schwimmen kann ich einfach nicht so super viel abgewinnen – sonst wär ich ja Triathletin. Was ich, wie man inzwischen lesen konnte, nicht bin.

Stress

Stresshormone stören die Bildung von Kollagen im Körper, und dieser ist sozusagen der Schmierstoff für die Gelenke. Also zwischendurch mal durchschnaufen und chillen ist nicht nur gut für die Seele, sondern auch für Hüfte, Knie und Schultern.

Kälte

Frieren ist ganz schlecht für die Gelenke, denn von der Kälte wird die Gelenkflüssigkeit zäh. Da hilft nur eins: warm anziehen, auch wenn man kein «Gfröörli» ist. Also ran an die langen Unterhosen!

Du bist, was du isst

Und wie bei so vielem, was in unserem Körper vor sich geht, bist du auch in Sachen Gelenke mal wieder, was du isst. Ganz schlecht sind alle Lebensmittel mit vielen ungesättigten Omega-6-Fettsäuren. Sie enthalten sogenannte Arachidonsäure, welche Entzündungen beschleunigt und Radikale freisetzt, die Zellen und Gelenke schädigen können. Fettreiches Fleisch und Wurst, Butter, Käse und Zucker sind also nicht nur förderlich fürs Hüftgold, sondern auch schlecht fürs Hüftgelenk.

Natürlich gibts auch Nahrungsmittel, die super gesund sind für die Gelenke. Leider nicht Schoggi und Schwarzwäldertorte, aber mit einigen von ihnen kann man sich anfreunden. Hier die Empfehlungen der Rheumaliga Schweiz:

  1. Schwarze Johannisbeeren. Dass sie früher «Gichtbeeren» genannt wurden, weist schon mal auf ihre Superkräfte hin. Diese enthalten sie dank des in grossen Mengen enthaltenen dunklen Pflanzenfarbstoffes Anthocyan. Er ist nicht nur für die Farbe der Beere verantwortlich, sondern bremsen im Körper den Knochenabbau und helfen, Kalzium und Phosphor in Knochen und Knorpeln einzulagern. Besteht nicht Cassislikör aus Schwarzen Johannisbeeren? Grossartig – ab sofort gibts öfter mal Kir Royal.
  2. Kurkuma. Das Gewürz ist ein wahres Wundermittel. Unterschiedliche Studien haben schon gezeigt, dass es zum Beispiel entzündungshemmend, anregend auf den Gallenfluss, antidepressiv und eben auch knorpelprotektiv wirkt. Der Stoff, dem dies zugeschrieben wird, das Curcumin, ist allerdings nicht wasserlöslich, was bedeutet, dass es vom Verdauungsapparat nicht so leicht aufgenommen werden kann. Ein Teelöffel Öl schafft Abhilfe.
  3. Chili. Das im Chili enthaltene Capsaicin hilft zwar nicht direkt den Gelenken, wirkt aber tatsächlich schmerzlindernd, und ist deshalb oft auch in Salben zur Behandlung von Gelenkschmerzen enthalten. Genauer gesagt senkt das Capsaicin die Empfindlichkeit gegenüber Schmerzreizen. Ausserdem beschleunigt Chili die Fettverbrennung, was beim Abnehmen hilft – und dies hat wiederum einen positiven Effekt auf Hüft- oder Kniegelenke.

Fazit

Die regelmässigen Schmerzen in Hüften und Knien stören mich echt, auch wenn sie nicht stark und/oder omnipräsent sind. Ausserdem habe ich jedesmal, wenns mir in der Hüfte zwickt, das schmerzverzerrte Gesicht meines Vaters vor mir, der unter heftiger Arthrose litt.

Ich denke, es lohnt sich schon, dem so weit vorzubeugen, wie man eben kann, und vielleicht ein bisschen weniger Fett und mehr Beeren zu essen, ab und zu mal einen Gang zurückzuschalten, statt ständig durchs Leben zu stressen, und halt die eine oder andere Jogging-Runde durch Schwimmen zu ersetzen. Nur um Velosättel werde ich auch in Zukunft einen grossen Bogen machen. Das tu ich meinem Hintern nicht mal meinen Gelenken zuliebe an.

Was hilft euch gegen Gelenkschmerzen? Teilt eure Tipps und Erfahrungen in den Kommentarspalten.

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Sandra Casalini, bei sich zu Hause in Thalwil, am 04.12.2018, Foto Lucian Hunziker

bild: Lucia Hunziker

Über die Autorin:

Sandra Casalini schreibt über mehr oder weniger alle und alles, was ihr über den Weg läuft – immer gnadenlos ehrlich und mit viel Selbstironie. Genau so geht sie auch den Blog «Rund um Gsund» an, der ab sofort alle zwei Wochen auf watson erscheinen wird. Bei dem Thema Gesundheit verhält es sich bei Sandra gleich wie mit der Kindererziehung: Sie ist keine Expertin, aber kommt mit beidem irgendwie klar. Manchmal mit Hilfe, manchmal ohne.

Casalinis Texte erscheinen regelmässig im Elternmagazin «Fritz und Fränzi» und der «Schweizer Illustrierten». Bei der SI gewährt sie zudem wöchentlich Einblick in ihr Leben mit pubertierenden Kids im Blog «Der ganz normale Wahnsinn».

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