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bild: shutterstock / watson

Zuerst kommt Wolke 7, dann nichts, dann das Abstellgleis

Hurengopferdeckel! Ich kanns nicht anders sagen. Ich wurde abserviert. Es läge nicht an mir. Bla Bla. Ich sei super. Bla Bla. Er sei halt mit dem Herzen noch bei einer anderen. Bla Bla.
17.12.2020, 09:53

Zur Erinnerung. Ich, Emma Amour, habe einen Arzt gedatet. Es war super. Ganz ohne Feuerwerke, Nachtzüge nach irgendwohin, Tabledancerinnen. Er, Take-away-Pizzas und ich.

Der Sex war auch toll.

(Moment, muss husch Taschentücher und eine Tafel Schokolade holen!)

Bevor es überhaupt zum zweiten Treffen kommen konnte, musste der Doc weg. Zuerst an einen Kongress, dann zu seiner Familie nach Deutschland. Anfangs lief's trotz Distanz super. Wir chatteten. Wir facetimeten. Wir telefonierten ohne Kamera.

Und wir zelebrierten Sexting.

Ich war SEHR geflasht. Ach was, ich BIN sehr geflasht. Nur der Doc, der ist leider nicht mehr geflasht.

Irgendwann wurden seine Nachrichten weniger lang und weniger lustig. Gegenfragen stellte er keine mehr. Und die Abstände zwischen den Nachrichten wurden länger.

Der Fall war klar.

Er will nicht.

Also schrieb ich irgendwann «Du willst nicht». Dann stand da die ganze Zeit «typing». Nur angekommen ist nichts.

Der Fall war erneut klar. Er schrieb und löschte und schrieb und löschte. Kennt man. Kenn ich. Eine fiese Situation. Für alle Beteiligten.

Und so kam es, dass eben nichts kam. Nicht an diesem Tag und auch nicht am nächsten.

Ein sehr herzliches «Fuck you, 2020!»

Erst am dritten Abend rief er mich an. Ich würde nicht unrecht haben, sagt er. Es stresse ihn aber total, dass er sich doch nicht so in die Geschichte mit mir fallen lassen kann. Weil – und das kennen wir auch alle – «du bist wunderbar, Emma».

Es liegt also ganz sicher nicht an mir. Ich würde alles haben, das man sich wünschen kann. Das er sich wünscht. Er ist sich auch sicher, dass wir überdurchschnittlich gut zueinander passen.

Während ich auf das grosse «Aber» warte, hege ich einen letzten Funken Hoffnung.

«Ich bin einfach noch nicht über meine Ex hinweg!» Aha! Eine Chefärztin. Nicht irgendeine. Seine Chefärztin. Sie waren lange zusammen. Und verstehen sich immer noch sehr gut. Sie haben sich einfach auseinander gelebt. Findet halt vor allem sie. Er sieht das schon auch so. Bloss sein Herz, das ist halt noch nicht frei.

Es tue ihm so leid, dass er mir Hoffnungen gemacht hat. Er habe die ganze Chatterei sehr genossen, das Date sei wunderschön gewesen, der Sex sehr erfüllend und so nah. Alles tiptop, aber eben …

Ich könnte wütend sein. Bin ich sogar ein bisschen. Aber nicht auf den Doc, der kann ja auch nichts dafür, dass er so fühlt wie er fühlt. Das Timing ist ein mieser Verräter. Zuerst Corona, dann Doc, dann Herzschmerz und jetzt dann gleich Weihnachten.

Mir fällt nicht viel mehr als ein sehr herzliches «Fuck you, 2020!» zu sagen. Und eine weitere Tafel Schokolade zu öffnen. Die riesige. Mit M&Ms. Die Gelbe. Gelb, wie die Hoffnung. Haha.

Adieu,

Wie hoch ist die Chance, dass sowas passiert?

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Emma Amour ist ...
… Stadtmensch, Single, Mitte 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
bild: watson
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