Leben
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bild: shutterstock / watson

Emma Amour

Wie meine Hochzeitsnacht in die Hose ging ... đŸ˜©

Kid Cleo
Kid Cleo



Der Tag hÀtte fantastisch werden können.

9 Uhr: Ich erwache, kann aber noch eine Weile liegen bleiben. Mein Job hat viele schlechte Seiten. Die gute aber ist: Ich kann im Gegensatz zu meinen Freunden oft ausschlafen.

10 Uhr: Ich trinke einen Chia-Quark-Ananas-Ingwer-Smoothie mit Kresse. Die Kresse dominiert geschmacklich das ganze GetrÀnk, was etwas anstrengend ist. Aber ... Kresse entschlackt und hat irre viel Vitamin C.

11 Uhr: Ich gehe schwimmen. Gehe ich (fast) jeden Tag. Was sein muss, muss sein.

13 Uhr: Waxing. Tut höllisch weh – wie immer.

15 Uhr: Mani-Pedi bei der Russin im Quartier. FĂŒsse rot. HĂ€nde rot. Sie erzĂ€hlt mir von ihrer Freundin, die als Escort arbeitet. Die Tatsache, dass Tinder auf den Markt kam, sei fĂŒr sie schwierig gewesen, die Kundschaft sei zurĂŒckgegangen. Aber jetzt «mit diesem Corona-Ding», das sei ganz schwierig. Also wirklich ganz schwierig.

16 Uhr: Dad ruft an. Genervt. Was denn los sei? Ich wĂŒrde seit drei Tagen nicht zurĂŒckschreiben. Ich entschuldige mich. Sage, sei gerade irre viel los. Ich sei deshalb etwas verwirrt. Das mit der Verwirrung stimmt. Dass viel los ist, ist falsch. Ich bin nervös. In gut zwei Stunden gehe ich zu Andrew. Wir haben Sex. Endlich! Das erste Mal. Hochzeitsnacht, sozusagen.

16.30 Uhr: Andrew schreibt: «He left!» Der Bruder ist gegangen.

17 Uhr: Ich probiere vier verschiedene Dessous-Variationen an und entscheide mich fĂŒr einen schwarzen String – ohne Spitzen – und einen schwarzen BH – ebenfalls ohne Spitzen. Die Strapsen und die rote SpitzenwĂ€sche lasse ich im Schrank. Ist ja nicht Silvester.

17.10 Uhr: Bevor ich aus dem Haus gehe, gehe ich noch kurz auf die Toilette. Und sehe: Rot! Meine verdammten Tage, warum konnten sie nicht noch einen Tag warten?!? Sie hÀtten morgen kommen sollen! Verdammt! Verdammt verdammt verdammt!

17.20 Uhr: Ich google nach Möglichkeiten, das Blut zu stoppen.

17.30 Uhr: Ich schreibe Andrew, ich sei verspĂ€tet, ich mĂŒsse meiner Mutter notfallmĂ€ssig im Garten helfen.

17.35 Uhr: Andrew schreibt: «Deine Mutter hat einen Garten? Wusste ich gar nicht.»

17.40 Uhr: Ich google immer noch. Es gibt Tees, die den Blutfluss regulieren können. Aber diese Tees wirken erst nach ein paar Tagen. Wenn sie ĂŒberhaupt wirken. Auch mit der Antibaby-Pille kann man die Mens verschieben. Aber nicht, wenn man sie urplötzlich einwirft. Irgendwie gibt es keine Lösung fĂŒr mein Problem. Ausser: Sex trotz Mens haben. Wie heisst es? Ein Pirat sticht auch in die rote See. Das ist keine Lösung. Nicht fĂŒr mich. Der Pirat kann mich mal! Also eben nicht. Er kann mich eben nicht mal. Das tu ich nicht. Nicht beim ersten Mal mit einem neuen Mann. Nein. Das kann ich nicht. Das kann ich wirklich nicht.

17.45 Uhr: Ich rufe Emma an. Vielleicht weiss Emma Rat. Emma weiss immer Rat.

18 Uhr: Emma, die beste aller besten Freundinnen weiss tatsÀchlich Rat! Es gibt anscheinend Tampons, die man beim Sex tragen kann. Seien wie kleine SchwÀmme. Der Typ merke nichts. Die Frau merke nichts. Das Blut ist wie weggezaubert. Eine Freundin von ihr habe das mal ausprobiert. Sie werde die Freundin fragen, wo man diese Schwamm-Tampons kaufen kann.

18.05 Uhr: Schreibe Andrew, dass ich um 19 Uhr bei ihm sein werde.

18.15 Uhr: Emma schreibt, die Freundin antworte nicht.

18.20 Uhr: Ich trinke ein Glas Champagner. Zur Beruhigung.

18.30 Uhr: Trinke mehr Champagner. Mehr Beruhigung.

18.40 Uhr: Emma schreibt: «Endlich! Sie hat geantwortet, leite es dir weiter!»

18.41 Uhr: «Weitergeleitet: Emma, SĂŒsse, wie gehts dir denn? So schön, von dir zu hören! Mir geht's gut. Tim hat Megastress im GeschĂ€ft. Ich bleibe vorerst bei der Kleinen zuhause. Wir mĂŒssen noch eine gute Kita finden. Dann will ich mir einen neuen Job suchen. Und wegen diesen Tampons. Tu das nicht!!! Echt! Hab jetzt noch AlbtrĂ€ume davon. Ich habe den Schwamm nach dem Sex nicht mehr rausgekriegt. Er blieb ewig lange stecken. Nach zwei Tagen bin ich zu meiner FrauenĂ€rztin, die hat ihn dann rausgeholt. War Horror! Und so peinlich. WĂŒrde es echt nicht machen, gibt nur Ärger. Warte mit dem Sex. Lohnt sich nicht sowas! Lass uns wieder mal was trinken gehen. Bussi, Lara»

18.50 Uhr: Verdammte Scheisse! Bin so wĂŒtend auf meine GebĂ€rmutter. Warum tut sie mir das an? Warum konnte sie nicht einen Tag warten?

19 Uhr: Überlege, doch zu Andrew zu gehen. Wir können ja auch einfach keinen Sex haben. Versuche abzuwĂ€gen, wie easy er das findet, mein Ein-Monat-Ehemann. Er fĂ€nde es bestimmt easy. Also, nicht bestimmt. Aber okay halt. Aber: Ich fĂ€nde es nicht easy. Ich habe keine Lust, noch einmal zu kuscheln. Oder dann irgendwie in mĂŒhsame Diskussionen verwickelt zu sein. Er findet, ist doch nicht so schlimm, legen wir ein Handtuch drunter. Ich finde, nein, wirklich nicht. Er findet, stell dich nicht so an. Ich finde, aber ich will richtigen Sex, nicht Handtuch-Sex. Er findet, besser als nichts. Ich finde, nein lieber nicht, wie fast nichts, bin dann aber doch unschlĂŒssig, weil ich ja Sex und nicht Reden will. Ach! In der Hitze des Gefechts abzubrechen ist viel mĂŒhsamer, wie gar nicht erst anzufangen.

19.15 Uhr: Überlegen macht mich durstig. Champagnerflasche ist schon halb leer.

19.20 Uhr: Andrew schreibt: «Everything okay babe?» Denke: Gar nichts ist okay! Schreibe zurĂŒck, dass mein Hund krank geworden ist und ich bei ihm zuhause bleiben muss. Ich könne ihn in diesem Zustand nicht alleine lassen. FĂŒhle mich mies. Jetzt habe ich meinen Ehemann sogar angelogen.

19.22 Uhr: Trinke darauf den Rest der Flasche.

19.30 Uhr: Andrew antwortet. No worries! Wir können uns ja am nÀchsten Tag sehen. (Ich denke: Nein, mein Hund wird noch vier Tage krank sein. Mindestens.)

20 Uhr: Bella und ich liegen im Bett und schauen Pretty Woman. Julia Roberts hatte ganz bestimmt nie solche Probleme. Nie.

Kiss und Klits fĂŒr euch,

Cleo

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Kid Cleo ist ...

... eine der besten Freundinnen von Emma Amour und aktuell ihre Ferien-Vertretung. Cleo ist Mitte 20, pendelt zwischen ZĂŒrich und Genf und liebt MĂ€nner und Frauen gleichermassen – und ihren Hund Bella. WĂ€hrend den nĂ€chsten Wochen wird uns Cleo mit Storys aus ihrem Leben unterhalten – so lange, bis Ems genug vom «Sommer ihres Lebens» hat. Und noch ein Hinweis von Emma selbst: «Seid nett zu Cleo, sie ist noch sehr klein!» (PS: Cleo ist grösser als Emma.)

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Das bin nicht ich. Aber so wĂŒrde ich als Illustration aussehen. Öppe. PS: Einen Hund hab ich tatsĂ€chlich. Aber meiner sabbert. bild: watson / shutterstock

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187 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Sarkasmusdetektor
01.10.2020 10:08registriert September 2017
"Sorry, hab meine Periode bekommen, verschieben wir es eine Woche", wĂ€re natĂŒrlich viel zu einfach gewesen, oder? Kleiner Tipp: MĂ€nner wissen, dass Frauen eine Periode haben und verstehen das. Typen, die das nicht verstehen, kannst du eh vergessen.
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MarGo
01.10.2020 10:13registriert June 2015
was fĂŒr ein erzwungener Stress....
Cleo: "Hey Andrew, hab meine Tage bekommen... voll scheisse... Aber wenn du ein richtiger Pirat bist, stichst du auch ins Rote Meer! Was meinst du?"
Andrew (Mögl.1): FĂŒhle mich in den klaren Wassern des Pazifik wohler, babe... aber kann ja trotzdem zu dir kommen....
Andrew (Mögl 2): *schickt ein Foto mit einer Augenklappe* "Harrrrrr, still waiting on you!"
Warum seid ihr so damn kompliziert und unehrlich...?
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code-e
01.10.2020 10:12registriert November 2018
"19.20 Uhr: FĂŒhle mich mies. Jetzt habe ich meinen Ehemann sogar angelogen." SĂŒsse, du hast Andrew schon angelogen als du gesagt hast, du mĂŒsstest deiner Mutter im Garten helfen und das war um 17.35. Aber mies deswegen fĂŒhlst du dich erst um 19.20? langsam frage ich micht, ob die ganze Geschichte wirklich passiert ist.
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