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Kid Buu

Bild: instagram.com/kidbuu

Kommentar

Kid Buu ist das Unangenehmste, was Hip-Hop gerade zu bieten hat

Toni Lukic / watson.de



Vielleicht hast du es mitbekommen: Das amerikanische Promi-Portal TMZ berichtet, dass Blac Chyna ihren neuen Freund Kid Buu beschuldigt habe, sie nach einem Streit gewürgt zu haben.

Man könnte sich denken: «Was für ein Arschloch.» Schnell gefolgt von: «Aber wer sind diese Menschen?»

Voilà, Blac Chyna:

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Too blessed to be stressed🙏🏽

Ein Beitrag geteilt von Blac Chyna (@blacchyna) am

Blac Chyna ist Reality-Star und Mutter von Rob Kardashians Tochter. Und Kid Buu? Der ist Rapper, und einer, bei dem sich ein genauerer Blick lohnt.

Denn sein Beispiel zeigt, was Menschen alles tun, um berühmt zu werden. Keiner stapelt seinen Lebenslauf so voll mit Bullshit wie der 30-Jährige: Lügen, Kidnapping, Kindesmissbrauch, Diebstahl – Kid Buus Katalog ist lang.

Das ist die Geschichte eines der aktuell unangenehmsten Zeitgenossen im Hip-Hop. 

Früher war er Gott, jetzt ein Klon

Kid Buu nannte sich vor zwei Jahren noch «Humongous The God». Da hatte er noch etwas weniger Tattoos und gab sich in Interviews als Gott aus. Auf die Frage, wie alt er sei, antwortete er: «Ein Gott hat kein Alter, weil er zeitlos ist, ohne Geburt und ohne Tod. Also ist mein Alter Unendlichkeit.»

Irgendwann wurden alle Humongous-The-God-Videos auf YouTube gelöscht. Wenig später tauchte auf der Streaming-Plattform Soundcloud ein Rapper mit dem Namen Kid Buu auf. Sein Song «Death to Soundcloud» generierte einen kleinen Hype, kurze Zeit später kam das Video dazu raus.

Kid Buu – «Death to Soundcloud»

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Video: YouTube/WORLDSTARHIPHOP

Klar war: Das ist Humongous – jetzt nur mit pinken Rastas, noch mehr Tattoos (unter anderem ein Hakenkreuz im Davidstern) und einem Haufen Metall um und am Körper.

Als ob er ein Klon von XXXTentacion und Lil Uzi Vert wäre. Was aber nicht sein kann, denn Kid Buu ist ja schon ein richtiger Klon.

Das behauptet er zumindest in einem Interview mit VladTV:

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Video: YouTube/djvlad

Darin erzählt er in monotoner Roboter-Stimme, dass er der Klon eines Mannes aus New Jersey sei. Seine Modell-Nummer sei 0112569.

Und Kid Buu hat lange an der Geschichte festgehalten. Ein paar Wochen später startete er einen Live-Stream, in dem er sein «Original» vorstellte: 

Er ist ein kontrollsüchtiger Lügner – sagt seine Ex-Freundin

Nachdem Kid Buu anfing, Aufmerksamkeit zu generieren, meldete sich die kanadische YouTuberin Sarah Penman mit einem vielsagenden Video:

In 49 Minuten erklärt sie, wie er sie konstant kontrolliert und manipuliert und dabei ein Lügenkonstrukt aufgebaut habe. So habe er der 18-Jährigen erzählt, er sei Anfang 20, später habe sie aber seinen Ausweis gefunden, laut dem er Anfang 30 sei.

Später habe sie erfahren, dass er bereits eine 12-jährige Tochter habe. Dazu sagt sie, dass er sich seine ganze Persönlichkeit ausgedacht habe und auch als Musiker kaum etwas verdienen würde.

Auch seine Musik ist wenig innovativ

Kid Buu veröffentlicht seine Videos auf dem riesigen Hip-Hop-Portal «WordStarHipHop» (19 Mio. Abonnenten). Besser gesagt, er zahlt dafür, dass seine Videos dort gespielt werden, so, wie es bei «WSHH» üblich ist. 

Kid Buu – «Momma»

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Video: YouTube/WORLDSTARHIPHOP

Kid Buu macht genau das Gleiche wie andere Emo-Rapper der Marke XXXTentacion, 6ix9ine, Lil Peep, Ski Mask the Slump God oder Trippie Redd. Nur eben, dass es sich bei ihm konstruiert anfühlt.

Die oben genannten sind (oder waren, wie im Fall von XXXTentacion und Lil Peep) Typen, die mit einer unbändigen Energie und Wut im Bauch ins Mikro rappen oder schreien. Sie sind Sprecher einer jungen Generation, die dem Wunsch von Selbstzerstörung und Eskapismus ein Antlitz geben. 

Und Kid Buu? Der versucht das auch, doch bei ihm fühlt es sich nicht authentisch an. Er macht den Style nach, die Videos und bedient sich an den Referenzen. Er weiss, dass sich Rapper und Rap-Jünger häufig auf die Anime-Serie «Dragon Ball» beziehen, also tätowiert er sich ein Dämonen-«M» aus dem Anime zwischen die Augenbrauen und bedient sich am Namen vom Bösewicht Kid Boo.

Er soll versucht haben, die Katze eines YouTubers zu entführen

Adam22 ist ein berühmter YouTuber in den USA, der häufig Underground-Musiker featuret. Wie Adam in einem Video beschreibt, habe Kid Buu auch in der Show auftauchen wollen, worauf Adam keine Lust gehabt habe:

Der Rapper habe Adam später wohl gefragt, ob er dessen Katze für 150 Dollar für einen Video-Dreh mieten könne. Adam habe abgelehnt, und so solle Kid Buu (das bestätigen Nutzer auf Twitter) Leuten auf der Strasse 300 Dollar dafür geboten haben, Adams Katze zu stehlen. 

Er wurde wegen Kindesmissbrauchs verhaftet

Im Jahr 2018 wurde Marquez Lao Santiago, so Kid Buus bürgerlicher Name, zu einer Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt – und zwar wegen Kindesmissbrauchs, Behinderung der Justiz, wegen Raubes und Sachbeschädigung. Heute sagt er, dass er damals 18 gewesen sei und die Geschädigte 16 oder 17.

Wir fragen uns: Kid Buu, was ist mit dir los? Versuch's doch mal mit guter Musik. Oder mit einer ganz anderen Karriere – Schauspieler wäre doch bestimmt was für dich.

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