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Das Qaveman-Team mit den Ingenieuren und Gründern Julien Halnaut (oben rechts) und Jan-Torben Girault (oben links). bild: Qaveman

Das Schweizer Beauty-Startup für Männer, das gerade von einem US-Konzern leergekauft wurde



Es ist ein bisschen, wie wenn man mit Freunden in der Garage an einem eigenen elektrischen Motorrad bastelt – und plötzlich ruft Elon Musk an und will eine Bestellung aufgeben.

Mit elektrischen Motorrädern haben die Produkte von Qaveman nichts zu tun – obwohl zwei Ingenieure dahinter stecken. Der Rest hingegen ist ungefähr so passiert. Aber alles der Reihe nach.

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Können die Gründer von Qaveman nach einer riesigen Bestellung wohl nun gut gebrauchen: Die eigene Anti-Kater-Maske. bild: qaveman

Weil die Frau von Ingenieur Nr. 1, Julien Halnaut (31), eines Tages genug davon hatte, dass er ihr ständig von ihren Pflegeprodukten stibitzte, schickte sie ihn auf die Suche nach einem eigenen, männlichen Produkt. Fündig wurde Halnaut nicht: «Ich fühlte mich nicht angesprochen. Alles, was es gab, waren Frauenprodukte – pour homme», sagt er gegenüber watson.ch.

Deshalb rief er seinen Freund Jan-Torben Girault, Ingenieur Nr. 2, an. Ingenieur Nr. 2 glaubte nicht so recht an die Idee von Männerpflegeprodukten. Dafür gebe es keinen Markt.

Und was tun zwei Ingenieure, wenn sie sich streiten und Wikipedia für einmal die Antwort nicht kennt?

Richtig – sie starten eine Umfrage.

Die beiden Freunde befragten 200 Männer im Alter zwischen 25 und 40 Jahren. 60% davon gaben an, Pflegeprodukte zu verwenden. Und wenn zwei Ingenieure sich plötzlich einig sind, dann entsteht in der Schweiz in der Regel ein neues Startup.

Der Rest ist Geschichte und viel Getüftel mit zwei hiesigen Labors. Sämtliche Produkte werden nicht nur in der Schweiz entwickelt, sondern auch hier produziert.

Frage an die Männer hier: Mal abgesehen von Seife und Shampoo unter der Dusche. Benutzt du Pflegeprodukte?

Seit zwei Jahren (August 2017) verkauft Qaveman nun Pflegeprodukte für Männer. Vor allem online direkt an Privatkunden – aber auch im Manor. Das Verkaufsvolumen ist noch überschaubar. Gerade mal sechs Mitarbeiter leistet sich das Unternehmen mit Sitz in Zürich-Tiefenbrunnen. Schwarze Zahlen sind noch kein Thema – doch einen Schritt in diese Richtung hat das Unternehmen Ende August getan, als ein E-Mail aus Übersee eintraf.

Ein Einkäufer der amerikanischen Möbel- und Einrichtungskette HomeGoods hatte die Schweizer Produkte in einem amerikanischen Onlineshop entdeckt und bestellt. «Ich habe dann mit ihm telefoniert und er fand die Produkte so geil, dass er sie gleich für alle seine Filialen wollte», berichtet Halnaut nicht ohne Stolz. «Er hat eigentlich das gesamte Lager aufgekauft. Sechs Paletten sind nun per Schiff in die USA unterwegs. Für andere Hersteller sind solche Mengen natürlich nichts. Für uns bedeutet das aber rund ein Drittel des Jahresumsatzes.»

Ab Mitte Oktober werden also Herr und Frau Amerikaner die Produkte des Schweizer Startups in den 700 Filialen des US-Konzerns kaufen können. Dann wird sich zeigen, ob es zu weiteren Bestellungen in dieser Grössenordnung kommt.

Die Preise für Schönheits-OPs sinken, aber wieso?

Video: srf

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