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maddie ziegler

Maddie Ziegler und Shia LaBoeuf im Video «Elastic Heart». bild: via youtube/siavevo

Kommentar zu Sia, Shia, Madonna & Co.

Leute, sprecht nicht bei jeder Gelegenheit von «Pädophilie» oder «Vergewaltigung», sondern denkt zuerst richtig darüber nach!



Die Sexualverbrechen Vergewaltigung und Kindsmissbrauch sind grauenvoll. Sind Dinge, die sich auf Jahre in Leib und Leben ihrer Opfer einbrennen und zu Wegmarken einer Existenz werden. Gerade deshalb sollten wir Worte wie «Vergewaltigung» oder «Pädophilie» nicht ohne Grund in den Mund nehmen. Und im Moment werden sie definitiv zu unvorsichtig inflationär gebraucht. Als total willkürliche Zuschreibungen.

Madonna fühlte sich vergewaltigt, als ihr Album geleakt wurde. Shia LaBeouf sagt, er sei neulich während einer Kunstperfomance in einer Galerie von einer Besucherin vergewaltigt worden (sie habe ihn ausgezogen und sich auf ihn draufgesetzt und dann habe er auch nicht mehr anders gekonnt, als... Wie wär's mit Aufstehen gewesen?). 

Das «abscheuliche» Video

Und jetzt spielt genau dieser Shia in einem Video von Superpopstar Sia mit, und Amerika ist empört und sagt, es handle sich um eine Gebrauchsanweisung für Pädophile. Eine Mutter sagte auf TMZ, sie habe sich beinah übergeben müssen, als sie das «abscheuliche», brandneue Video zu Sias Song «Elastic Heart» sah. Weil da der 30-jährige Shia LaBoeuf mit der 12-jährigen Maddie Ziegler tanzt. 

«Elastic Heart»

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youtube/siaVEVO

Maddie Ziegler, hier 11, in «Dance Moms»

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youtube/abbey lee moms

Maddie ist dieses vollkommen verrückte Wesen aus Sias Sensationsvideo «Chandelier» und begann ihre Karriere in der amerikanischen Reality Show «Dance Moms», in der vom Ehrgeiz versengte Mütter ihre Töchter wie Kinderprostituierte anziehen und schminken und sie entsprechend tanzen lassen. Eine Art von Sendung, bei der mir das Kotzen kommt. 

Aber schauen wir uns Sias Videos an: Maddie tanzt und tobt in «Chandelier» mit einer äusserst künstlichen Sia-Perücke und in einem hautfarbigen Trikot, das, abgesehen von der Farbe, ungefähr tausendmal züchtiger geschneidert ist, als jedes von Maddies «Dance Moms»-Kostümen. Kein Mensch kam angesichts von «Chandelier» auf die Idee, dass dieses Video pädophile Fantasien beflügeln könnte, alle waren begeistert, es gilt als wichtigstes Video 2014, gewinnt Preis um Preis, und Sia und Maddie treten oft und furchtbar gern zusammen auf.

Bild

Da war noch alles in Ordnung: Maddie Ziegler in «Chandelier» von Sia. bild: via youtube/siavevo

«Chandelier»

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youtube/SiaVEVO

Maddie ist das Alter Ego von Sia, so fern von der matronig wirkenden Performerin, wie es nur geht, ein echtes Pop-Kunst-Produkt eben, ein posthumaner Avatar, eine futuristische Mischung zwischen Mädchen, Roboter und ziemlich bösem Tier. In «Chandelier» war das alles noch in Ordnung. Jetzt, in «Elastic Heart», einem Song, in dem es irgendwie um nichts und irgendwie um alles geht (Liebe, Krieg, Frieden, Gewalt, whatever), kommt ein Mann dazu, Maddies Kostüm ist immer noch das gleiche.

«Dance Moms» war viel schlimmer

Der Mann ist vergleichsweise gross, bedrohlich und stumpf, und wird doch selbst die ganze Zeit über von dem Mädchen bedroht, verfolgt, angefaucht, geschlagen. Dann freunden sie sich an. Wie Tiere, nicht wie Menschen. Indem sie seine Hand beschnuppert, zum Beispiel. Die beiden sind in einem Käfig. Das Kind kann kommen und gehen, wie es gerade mag, der Mann bleibt eingesperrt. Für den Bruchteil einer Sekunde schaut das Mädchen so, dass jetzt alle schreien: «Das ist ja eine Lolita!» In «Dance Moms» musste Maddie schlimmer schauen. Und zwar immer.

Die Mutter, die Sia auf TMZ anklagte, ist selbst eine der «Dance Moms». Eine dieser Zuhälterinnen kleiner Mädchen also. Dass Sia Maddie Ziegler in ihren Videos einen echten Boden für eine gute künstlerische Zukunft gibt, dafür könnte ihr jede Mutter dankbar sein.

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