Schweiz
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Der grosse Report: So dröhnt sich die Schweiz zu

Gemäss der Stiftung Sucht Schweiz hat der Cannabis-Konsum in der Schweiz zugenommen. bild: shutterstock

Ritalin ist auf dem Vormarsch und junge Frauen trinken sich doppelt so viel in den Rausch, das zeigt das neuste Suchtpanorama. So konsumiert die Schweiz Drogen – die wichtigsten Fakten in 19 Punkten.



Gestützt auf verschiedene nationalen und internationalen Studien präsentiert die Stiftung Sucht Schweiz in dem am Dienstag erschienenen Suchtpanorama einen Überblick über Abhängigkeiten in den Bereichen Alkohol, Tabak, illegale Drogen, Medikamente, Glücksspiel und Internet-Konsum. Hier die wichtigsten Fakten des Berichts:

Alkohol

Bild: Shutterstock

Pro-Kopf-Konsum nimmt ab

Der jährliche Pro-Kopf-Konsum beim Alkohol nahm in den letzten 20 Jahren stetig ab. Im Jahr 2018 tranken Herr und Frau Schweizer noch 7.7 Liter reiner Alkohol pro Jahr. Auch der tägliche Alkoholkonsum ist bei Männern und Frauen in den letzten zehn Jahren rückläufig.

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bild: suchtschweiz.ch

Mehr junge Frauen trinken sich in den Rausch

Beim Rauschtrinken (mindestens einmal pro Monat bei einer Gelegenheit mindestens fünf Gläser bei Männern und fünf Gläser bei Frauen) ist in fast allen Altersklassen gestiegen. Besonders bei den jungen Frauen: Hier verdoppelte sich der Anteil von zwölf Prozent (2007) auf 24 Prozent (2017).

Alkoholvergiftungen nehmen zu

Von 2003 bis 2016 nahmen die Diagnosen einer Alkoholvergiftung zu. Bei den Jungen/Männern um 23 Prozent und bei den Mädchen/Frauen um 36 Prozent.

Alkohol als Hauptproblem bei Suchteinrichtungen

Laut Schätzungen erfolgt rund die Hälfte der Behandlungseintritte in die spezialisierte Suchthilfe in der Schweiz wegen Alkohol. In rund 70 Prozent der Fällen sind Männer betroffen, das Durchschnittsalter beträgt 46 Jahre. Insgesamt hat die Behandlungsnachfrage jedoch seit 2013 um rund zehn Prozent abgenommen.

Tabak

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Zigarettenkonsum bleibt unverändert: Rund ein Viertel der Schweizer raucht

Rund 19 Prozent rauchen täglich, was seit 2012 einem leichten Rückgang um 1.3 Prozent entspricht.

Rund 60 Prozent der Rauchenden wollen damit aufhören

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bild: suchtschweiz.ch

Fast die Hälfte der Teenager haben schon E-Zigaretten gedampft

Über 50 Prozent der 15-jährigen Buben und 35 Prozent der gleichaltrigen Mädchen haben bereits einmal eine E-Zigarette ausprobiert.

So viel kosten Raucher die Gesellschaft

Das Rauchen führt jährlich in der Schweiz zu medizinischen Kosten von rund drei Milliarden Franken. Im Jahr 2015 waren das 3.9 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben der Schweiz. Die Ausfälle wegen Krankheit, Invalidität oder Tod vor der Pensionierung haben einen Verlust von zwei Milliarden Franken verursacht.

Illegale Drogen

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Mehr als jeder zehnte 15-Jährige kifft

Zwar gab jede/r zehnte 15-Jährige/r bei der Befragung an, im letzten Monat Cannabis konsumiert zu haben, die Anzahl gleichaltrige, die bereits einmal im Leben Cannabis konsumiert haben, geht jedoch seit 16 Jahren ständig zurück. 2002 waren es bei den Jungen noch 45.9 und bei den Mädchen 36.9 Prozent, im Jahr 2018 waren es noch 27.2 bzw. 17.3 Prozent. Die Stiftung Sucht Schweiz hält jedoch fest, dass auch wenn sich die Lage verbessert habe, immer noch viele Jugendliche früh mit dem Cannabiskonsum beginnen würden.

Der Cannabis-Konsum hat insgesamt zugenommen

Bei den Schweizerinnen und Schweizern zwischen 15 und 64 Jahren hat der Cannabis in den letzten fünf Jahren zugenommen. 2017 gaben vier Prozent der Wohnbevölkerung in diesem Alter an, dass sie im letzten Monat Cannabis konsumiert haben, während es 2012 noch 2.9 Prozent waren. Sucht Schweiz schätzt den jährlichen Cannabis-Konsum in der Schweiz auf rund 40 bis 60 Tonnen.

Cannabiskonsum Schweiz

Bild: suchtSchweiz.ch

Schweizer Städte sind Spitzenreiter bei Kokain und Ecstasy

Der Kokain- und Ecstasy-Konsum stieg in den letzten 15 Jahren stetig an. 2017 gaben 0.9 Prozent der Bevölkerung an, im letzten Jahr Kokain konsumiert zu haben, während es bei Ecstasy 0.7 Prozent waren. Eine europäische Datenerhebung vom Jahr 2018 hat zudem ergeben, dass die fünf Schweizer Städte Basel, Bern, Genf, St. Gallen und Zürich beim Konsum von Kokain und Ecstasy zu den Spitzenreitern in Europa gehören.

Medikamente

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Verkauf von starken Schmerzmitteln steigt

Die Verkaufszahlen von opioidhaltigen Schmerzmitteln haben zwischen 2014 und 2018 um rund 18 Prozent zugenommen.

Regelmässiger Konsum von Schlaf- und Beruhigungsmitteln bleibt gleich

2.1 Prozent der Befragten gaben an, in den letzten drei Monaten fast täglich Schlaf- und Beruhigungsmitteln einzunehmen. Beim Konsum in den letzten 30 Tagen sind die Zahlen mit 7.7 Prozent ähnlich wie beim Suchtpanorama im Jahr 2016 (7.4%).

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bild: suchtschweiz.ch

Der Ritalin-Konsum hat sich verdreifacht

Im Jahr 2018 gaben 1.5 Prozent der Befragten an, Psychostimulanzien wie zum Beispiel Ritalin einzunehmen. Zwei Jahre zuvor betrugen die Werte 0.9 resp. 0.5 Prozent. Bei den 20- bis 24-Jährigen waren es 3.3 Prozent, die angaben, im letzten Jahr Arzneimittel gegen Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen eingenommen zu haben, mehr als ein Drittel von ihnen ohne Rezept. Im Jahr 2011 betrug der Wert noch 1.4 Prozent.

Spielsucht

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Lotto ist das beliebteste Glücksspiel

Am häufigsten spielen die Schweizerinnen und Schweizer Lotto (48.2%). Andere Glücksspiele wie Tombola oder private Spiele machen 14.3 Prozent aus. 2.8 Prozent der befragten Personen zeigten im Jahr 2017 ein risikoreiches Spielverhalten auf. Mit Schweizer Lotterien und Wetten wurden im Jahr 2018 2.87 Milliarden Franken umgesetzt. Dies entspricht einer Zunahme von 1.9 Prozent gegenüber 2017.

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bild: suchtschweiz.ch

Befragte geben monatlich 122 Franken für Onlinegeldspiele aus

Casinos legen zu

Im Jahr 2018 erzielten die Schweizer Casinos einen Bruttospielertrag von 703.6 Millionen Franken, das sind mehr als drei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Bruttospielerträge beliefen sich im Jahr 2018 insgesamt auf 1647 Millionen Franken.

Internet

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Bei vier Prozent der Bevölkerung ist die Internetnutzung «problematisch»

Etwa 87 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren nutzen das Internet mehrmals pro Woche. Gemäss Sucht Schweiz können für eine «problematische Internetnutzung» keine anerkannten Begrifflichkeit, Definition oder Diagnose genannt werden. Wie bereits aus früheren Untersuchungen bekannt ist, seien von einer «problematischen Nutzung» vor allem jüngere Menschen betroffen.

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bild: suchtschweiz.ch

Vier Stunden pro Tag online

Junge Personen von 16 bis 25 Jahren sind im Durchschnitt vier Stunden pro Tag online. Das ist deutlich länger und häufiger als Erwachsene zwischen 40 und 55 Jahren. Fast alle Jugendliche regulieren den Smartphone-Konsum indem sie das Gerät beispielsweise zur Seite legen, um sich zu konzentrieren.

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