Schweiz
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Ehemaliger Armeechef Christophe Keckeis gestorben



Christoph Keckeis, ehemaliger Chef der Schweizer Armee, ist im Alter von 75 Jahren gestorben, wie aus einem Eintrag in den sozialen Medien seiner ehemaligen Militärpilotenkollegen hervorgeht. Der Neuenburger hatte die Armee von Januar 2004 bis Dezember 2007 befehligt.

Auch aus Armeekreisen, die von der Nachrichtenagentur Keystone-SDA angefragt wurden, wurde der Hinschied von Keckeis bestätigt. Der 1945 als Bürger von Fislisbach AG in Neuenburg geborene Keckeis hat in Lausanne Politologie studiert, war Berufsmilitärpilot (mit 4700 Flugstunden) und trat 1973 als Mitglied des Überwachungsgeschwaders ins Instruktionskorps ein. 1991 wurde er dessen Kommandant.

1993 übernahm Keckeis die Fliegerbrigade 31, war 1998/99 Stabschef der Luftwaffe. Seit Anfang 2000 war er Chef Operationen und stellvertretender Kommandant der Luftwaffe.

Im Herbst 2002 designierte ihn der Bundesrat für den neu geschaffenen Posten des Armeechefs. Anfang 2003 übernahm Keckeis die Funktion des Generalstabschefs und wurde gleichzeitig vom Divisionär zum Korpskommandanten befördert.

Die Funktion des Chefs der Armee wurde mit dem Armeeleitbild XXI geschaffen. Als Armeechef war Keckeis verantwortlich für die Entwicklung und Führung der Armee. Er führte die beiden Teilstreitkräfte Heer und Luftwaffe, die Höhere Kaderausbildung, die Logistikbasis, den Planungsstab und den Führungsstab der Armee.

Anteil an der Affäre Nef

Ende 2007 trat der perfekt zweisprachige Romand altershalber von seinem Posten zurück. Auf ihn folgte Roland Nef, der schon im Sommer 2008 wegen einer verheimlichten Strafanzeige wegen Nötigung, die zum Zeitpunkt seiner Ernennung noch hängig gewesen war, ins Schleudern geriet und sich zum Rücktritt gezwungen sah.

Auch Keckeis gestand damals ein, Fehler gemacht zu haben, er habe insbesondere zuviel Vertrauen gehabt. Er sei, wie der damalige Verteidigungsminister Samuel Schmid, in eine Falle getappt. Am 12. November 2008 gab auch Schmid seine Demission als Bundesrat auf Ende des Jahres bekannt.

Im April 2014 hatte Keckeis einen Schlaganfall erlitten, so dass er einige Wochen kürzer treten musste. Der Schlaganfall fiel mit der Kampagne für den Kauf des Kampfjets Gripen zusammen. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Telomerase 02.05.2020 13:08
    Highlight Highlight Ich bin kein grosser Fan der Armee XXI. Zentralisierung der Logistikzentren (zwar günstiger, aber definitiv ein neuralgischer Punkt, d.h. ein Verlust der Resilienz), keine Mobilmachung, kein Abverdienen des Uofs wenn jemand Offizier wird (d.h. Kader mit weniger Erfahrung), das Abschaffen des stärksten Arms der Armee (Festungsartillerie), sowie ein massives Schrumpfen der Mannsstärke (wobei zugegebenerweise das Vorläufermodell überdimensioniert war, ist das aktuelle System zu klein).
    Einige dieser Probleme werden nun zwar mit dem neuen Modell (WEA) behoben.
    • DemonCore 02.05.2020 19:43
      Highlight Highlight Festungsartillerie ist militärisch überholt und sehr teuer im Unterhalt. Ich finde deren Aufhebung ökonomisch und militärisch nachvollziehbar.

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