Schweiz
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ARCHIVBILD ZUR HEUTIGEN MEDIENKONFERENZ UEBER DAS EHEMALIGE MUNITIONSLAGER MITHOLZ, AM DONNERSTAG, 28. JUNI  2018 - Helfer durchsuchen ein durch die Explosion komplett zerstoertes Gebaeude in Mitholz im Kandertal, aufgenommen im Dezember 1947. In der Nacht auf den 20. Dezember 1947 vernichteten drei gewaltige Explosionen die 7000 Tonnen Munition, die in einem Depot oberhalb von Mitholz-Blausee eingelagert waren. Nach dieser Katastrophe sah Mitholz wie ein vom Krieg verwuestetes Gebiet aus. Neun Menschen waren in ihren Haeusern umgekommen, sieben zum Teil schwer verletzt worden. Ueber 200 Menschen wurden obdachlos. Mehr als 100 Gebaeude wurden zerstoert oder beschaedigt. Die Ungluecksursache konnte nie restlos geklaert werden. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Walter Studer)

Rund 200 Bewohner verloren 1947 bei der Explosionskatastrophe von Mitholz BE ihr Obdach. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Munitionslager im Berner Mitholz wird geräumt: Bewohner müssen Dorf für 10 Jahre verlassen

Der Bund informiert heute über ein Miliarden-Projekt für das kleine Dorf Mitholz BE. Dort schlummern auch Jahrzehnte nach der Explosion eines Munitionslagers immer noch mehrere Tonnen Sprengstoff.



Es ist ein Auftritt, der in die Geschichtsbücher eingehen wird. Bundesrätin Viola Amherd informierte am Dienstagabend die Bewohnerinnen und Bewohner von Mitholz BE, dass ihr Wohnort wohl während zehn Jahren zum Geisterdorf wird.

Explosionskatastrophe von Mitholz 1947

Der Grund ist die Räumung des ehemaligen Munitionslagers, in dem kurz vor Weihnachten 1947 mehrere Tonnen Munition detonierten. Vermutet wird, dass sich das Material chemisch bedingt selbst entzündete. Es war eine der weltweit gewaltigsten menschengemachten nicht-nuklearen Explosionen.

Neun Personen, darunter vier Kinder, kamen ums Leben. Die Katastrophe forderte sieben Verletzte, gegen 200 Dorfbewohner wurden über Nacht obdachlos. Das schwere Unglück hat Folgen bis heute: Noch immer lagern dort schätzungsweise mehrere hundert Tonnen Sprengstoff.

Expertinnen und Experten vermuteten lange, dass allfällige weitere Explosionen nur beschränkten Schaden anrichten würden. Diese Meinung änderte sich 2018: Eine neue Risikoanalyse zeigte, dass eine grössere Gefahr ausgeht als bis dahin angenommen. Für die Bevölkerung ist das Risiko laut Bundesamt für Umwelt nicht tragbar.

Evakuierung statt «giftiges Geschenk für Nachkommen»

Dieses Altlasten-Problem will das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) nun anpacken. Zuvor arbeiteten der Bund, der Kanton Bern sowie die Gemeinden Kandergrund und Kandersteg an einer Lösung.

Bundesraetin Viola Amherd spricht an einer Medienkonferenz zur Armeebotschaft 2020 statt, am Donnerstag, 20. Februar 2020, im Medienzentrum Bundeshaus in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Bundesrätin Viola Amherd stellt das Projekt Mitholz vor Ort vor und lädt die Bevölkerung zur Mitwirkung ein. Bild: KEYSTONE

Erwartet wurden verschiedene Varianten – jetzt wurde ein einziges Gesamtkonzept präsentiert. Dieses stellt Bundesrätin Amherd den Bewohnern am Dienstagabend vor. Vorgesehen ist die gesamte Räumung der Munitionsrückstände. Das Dorf wird zur Mitwirkung eingeladen.

Noch müssen viele Fragen geklärt werden, und es braucht umfassende Schutzmassnahmen. Die gesamten Vorarbeiten dürften etwa ein Jahrzehnt in Anspruch nehmen. Frühestens 2031 kann mit der Räumung begonnen werden.

Verantwortliche wollen kein «giftiges Geschenk für unsere Nachkommen»

Ziel des Bundes ist die vollständige Entfernung der Munitionsrückstände. Ob dies machbar ist, bleibt einstweilen offen. Zur Not könnte die gesamte Anlage mit Gestein überdeckt werden. Zwar bliebe dadurch die Langzeit-Evakuierung den 170 Dorfbewohnern erspart. Doch dass Munitionsrückstände für immer vor Ort blieben, wäre «ein giftiges Geschenk für unsere Nachkommen», wie Projektleiter Hanspeter Aellig an einer Medienorientierung sagte.

Bewohner sollen über die Pläne mitentscheiden

Deshalb schlägt das VBS die Evakuierung des Dorfes vor, um die Altlasten zu beseitigen. Betroffen sind 50 bis 60 Haushalte in Mitholz – manche Familien leben seit Generationen hier. Sie werden nun zur «Mitwirkung» eingeladen: Sie sollen sich äussern, was mit ihrem Dorf passieren soll.

ACHTUNG REDAKTIONEN - SPERRFRIST BIS 19 UHR

Bundesrat Guy Parmelin spricht mit Medienvertreter. Behoerden informieren ueber neue Erkenntnisse zum ehemaligen Munitionslager Mitholz, am Donnerstag, 28. Juni 2018 in Mitholz im Kandertal. In der Nacht vom 19. auf den 20. Dezember 1947 ereignete sich eine Explosionskatastrophe, als in einem Munitionslager der Schweizer Armee oberhalb von Mitholz in der Gemeinde Kandergrund in der Schweiz eine Reihe schwerer Explosionen erfolgte. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Bundesrat Guy Parmelin – der Vorgänger von Amherd – informierte 2018 in Mitholz über das Risiko. Bild: KEYSTONE

Jeder Bewohner sei vor grosse Zukunftsfragen gestellt und müsse beispielsweise entscheiden, ob er einstweilen bleiben oder schon jetzt wegziehen wolle, ob er Mitholz für immer verlassen wolle oder auf eine Rückkehr nach der Räumung setze. Die Möglichkeit zur Mitwirkung besteht bis Ende März.

Projekt Mitholz dürfte Milliarden kosten

Nie zuvor wurde in der Schweiz ein Munitionslager dieser Grösse unter so schwierigen Bedingungen geräumt: Das Projekt Mitholz ist laut VBS ein Novum.

Eine fundierte Kostenschätzung ist noch nicht möglich. Klar ist nach Angaben des Verteidigungsdepartements aber schon heute, dass die Räumung im Kandertal mitsamt allen notwendigen Schutzmassnahmen weit über eine Milliarde Franken kosten wird.

In einem ersten Schritt sollen technische Untersuchungen vorgenommen werden. Vorgeschlagen wird zudem der Bau einer Notumfahrung und von Felssicherungen, damit der Zugang zu Kandersteg jederzeit sichergestellt ist. In den kommenden Jahren müssten sich die Bewohner an viel Lärm, Staub und Baustellenverkehr gewöhnen.

Die Dorfbewohner müssten frühestens 2031 für lange Zeit wegziehen. Denn dann sollen die eigentlichen Räumungsarbeiten beginnen.

Viele Risiken – Plan B als Mitholz-Alternative existiert

Nicht ausschliessen können die Experten, dass während der Räumung «unüberwindbare Probleme» auftauchen. So könnte es sein, dass sich das Risiko für das Räumpersonal als zu gross erweist. Das würde den Abbruch der Arbeiten nach sich ziehen. Auch ist denkbar, dass aus technischen Gründen nur eine Teilräumung möglich ist.

In solch einem Fall wäre die Überdeckung der Anlage eine Alternative, um das Risiko ausreichend zu reduzieren. Auch diese Arbeiten würden etwa zehn Jahre in Anspruch nehmen. Die gesamte Anlage würde mit Gestein überschüttet. (sda/pma)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Triple 26.02.2020 14:33
    Highlight Highlight Tipptopp wird da endlich aufgeräumt. Es gibt noch mehr:
    - In Seen verkappte Munition (Thunersee, Brienzersee, Vierwaldstädtersee, insgesamt ca. 8200 Tonnen)
    - Munitionslager Susten
    - Sondermülldeponie Würenlingen (4 Millionen Tonnen Sondermüll)
  • feuseltier 26.02.2020 10:51
    Highlight Highlight Eine neue Risikoanalyse zeigte, dass eine grössere Gefahr ausgeht als bis dahin angenommen. Für die Bevölkerung ist das Risiko laut Bundesamt für Umwelt nicht tragbar.

    So schlimm kann es ja nicht sein, wenn nach 2 Jahren noch nicht viel passiert ist? !
    • Power # Point 26.02.2020 16:44
      Highlight Highlight Nicht tragbar, dem ist beizupflichten!

      Benutzer Bild
    • Anam.Cara 27.02.2020 07:13
      Highlight Highlight Es geht dabei vermutlich eher nicht um die Explosionsgegahr. Der "big bang" war vor über 70 Jahren.
      Ich weiss nicht, wie sich Munition chemisch verändert. Z.b. wenn Hülsen langsam durchrosten. Aber das dürfte die Region viele Generationen lang belasten.
      Daher wurden in den zwei Jahen vermutlich Alternativen geklärt, etc...
  • En Espresso bitte 26.02.2020 08:58
    Highlight Highlight Crazy, wie Amherd innerhalb eines Jahres im VBS mehr heisse Eisen entschlossen angeht hat als ihre vier SVP-Vorgänger zusammen.
  • andrew1 26.02.2020 08:30
    Highlight Highlight Hört sich für mich sehr riskant an. Man hat angst das die munition ohne Fremdeinwirkung hochgeht und will jetzt die ganzen sachen noch anfassen und bewegen. Ist das überhaupt realistisch? Ich möchte jedenfalls nicht damit hantieren wenn sogar das nahegelegene dorf evakuiert wird.
    • Power # Point 26.02.2020 15:11
      Highlight Highlight Es ist schrecklich wie viel Sprengkraft in diesem Berg noch drin steckt, damit könnte man die ganze Infrastruktur Stadt lahm legen!

      Darum ist es angebracht dass sowas sofort weggeräumt wird, denn das ist keine politischer Spektrum, sondern der noch nachzuholenden Zivilschutz der Nachkriegszeit, das versäumt wurde, u. sofort u. jetzt nachzuholen ist.
      Benutzer Bild
  • Thomas Melone (1) 26.02.2020 07:26
    Highlight Highlight Die Armee zerstört im Frieden, was sie im Krieg zu schützen vorgibt.
  • atorator 26.02.2020 05:43
    Highlight Highlight Die Bewohner der Gemeine haben das Militär jajrzentelang supi gefunden. Etwas Steuern bezahlt, im Volg eingekauft und in der Dorfbeiz dem Stammtiscj eine Runde bezahlt.

    Und nun kommt eben die Rechnung dafür.
  • Passierschein A38 26.02.2020 01:30
    Highlight Highlight Grosses Mitgefühl an die Menschen - man spürt aber auch, mit welcher Sorgfalt das VBS und Frau Amherd an die Sache gehen - man will die Menschen bei den Entscheidungen zu diesem schwierigen Schritt ernst nehmen und miteinbeziehen.
  • c_meier 25.02.2020 23:37
    Highlight Highlight "Aues wo mä vergrabt chunt einisch wieder füre..."

    Manfred Kägi, 2020
  • Samurai Gra 25.02.2020 23:34
    Highlight Highlight An alle "Sprengmeister" hier.
    Unter dem Frutigtal führt der Milliarden Teure NEAT Basistunnel durch, nahe Mitholz die Lötschberg Bergstrecke, es gibt weiter oben noch Kandersteg.
    Sprengt man das können Tonnen an Sprengstoff hochgehen, der Halbe Berg einstürzen mit Folgefelsstürzen usw.
    Vieleicht weniger Rambo schauen
    • Weisser Mann 26.02.2020 08:12
      Highlight Highlight Rambo war sehr kontrolliert mit seinen Explosionen. Er ist ein Profi xD.
    • SEBIII 26.02.2020 10:42
      Highlight Highlight Schätzungsweise liegen dort noch etwas über 3000 Tonnen!!!! Der Wumms gehört wirklich nicht in eine unberechenbare Berglandschaft.
  • Felix Meyer 25.02.2020 23:29
    Highlight Highlight Ich hoffe doch, die Räumung wird über das ordentliche Armeebudget finanziert? Dann wäre das Geld für die Armme ausnahmsweise mal sinnvoll investiert und schlussendlich ist die Armee ja Verursacher des Ganzen...
    • In vino veritas 26.02.2020 06:58
      Highlight Highlight You dreamer, du!
  • DomKi 25.02.2020 23:07
    Highlight Highlight Warum lässt man nicht für diese 50 bis 60 Familien neue Häuser irgendwo anders bauen und lässt das Ganze explodieren und aus die Maus. Sicher günstiger und schneller, und imerhin bis 2031 sind noch 10 Jahre mit Risiko leben....
    • Samurai Gra 26.02.2020 13:03
      Highlight Highlight Weil es im Frutigtal so keine Infrastruktur gibt... 🙄
    • Power # Point 26.02.2020 16:02
      Highlight Highlight Die Infrastruktur ist noch nicht schweizweit erschlossen, denn das macht den Eindruck wie man den Munitions-Depot Berg noch dreissig Jahre unberührt lassen will.

      In der heutigen modernen digitalen Zeitalter sollte es doch möglich sein, sofort aufzuräumen, denn mit organisieren würde das in einem halben Jahr möglich sein, das ganze zu entschärfen.

      Für umzusiedeln hat der Bund genug Finanzen, um mit dem Bau gleich anzufangen, u. spätesten in zwei Jahren fertigzustellen.

      Natürlich in Krisensituation geht das viel schneller mit dem Umsiedeln u. der erstellen von Häusern u. ihren Infrastruktur.
      Benutzer Bild
  • PC Principal 25.02.2020 22:01
    Highlight Highlight "Zur Not könnte die gesamte Anlage mit Gestein überdeckt werden"

    Ich bin kein Experte aber das hört sich für mich nach einer deutlich einfacheren und ungefährlicheren Variante an. Die Räumung stelle ich mir extrem gefählich vor.

    Es müsste halt so viel Gestein sein, dass eine Explosion der Munition nichts anrichten könnte.
    • Keller101 25.02.2020 22:46
      Highlight Highlight Oder man sprengt den ganzen Mist und baut alles neu. Geht schneller und ist sicher auch nicht teurer 😀👌
    • winglet55 26.02.2020 06:39
      Highlight Highlight Es lagern ca. 3500'000 Tonnen Sprengstoff, viel Vergnügen beim Steine aufschichten.
      Mich nimmt nur wunder, was unsere Vorfahren eigentlich in die Luft sprengen wollten, Mitholz ist ja nicht das einzige Munitionsdepot der besten Armee der Welt.
    • PC Principal 26.02.2020 09:02
      Highlight Highlight Das wäre die Endlösung für die Munition, auch wenn es vielleicht etwas mehr kostet. Oder meldet sich einer der vielen Blitzer freiwillig, um sein Leben zu riskieren bei der Räumung?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Grötzu 25.02.2020 21:45
    Highlight Highlight Tja, wie kleine Kinder. Man vergräbt alles nach dem Motto, aus den Augen aus dem Sinn. Die Altlasten sind jedoch plötzlich wieder aktuell. Nichts wurde daraus gelernt. Auch die heutige Generation ist auf der Suche nach einem Endlager der radioaktiven Abfällen. Früher oder später sind auch das wieder Altlasten, die irgenwie entsorgt werden mü ssen. Aber diese Kosten bezahlen erst die späteren Generationen. Hat es in der Schweiz eigentlich nach ein Stück Land ohne Altlasten?
    • winglet55 26.02.2020 06:43
      Highlight Highlight Tja, die Suche dauert jetzt ca. 40 Jahre 😔
      Jeder will Atomstrom frei Haus geliefert, aber keiner die Konsequenzen tragen. Das bei Abfällen mit einem Halbwertswert von 2500 Jahren, mir graut manchmal ob unserer inkonsequenz.
    • Ueli der Knecht 26.02.2020 11:13
      Highlight Highlight "Jeder will Atomstrom frei Haus geliefert"

      Ich will keinen Atomstrom. Aber ich habe da praktisch keinen Einfluss drauf, welchen Strom ich konsumiere.
    • winglet55 26.02.2020 13:14
      Highlight Highlight @ Ueli, Du hast die Wahl, ich bezahle Naturstrom, ist halt etwas teurer, erkundige Dich bei Deinem Stromlieferanten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stahu111 25.02.2020 21:12
    Highlight Highlight Ich würde vorschlagen bei geräumtem Dorf, eine Flieger Übung daraus zu machen. So wären mit ziemlich viel Bums und grossem Rums zwei Fliegen auf einen Schlag erledigt.
    Die Fliegertruppen könnten einen echten Beschuss üben und die Munition wäre mit etwas Feinstaub eliminiert.
    Zudem wäre sicher in einem Jahr alles wieder neu aufgebaut.
    Winwin heisst das in Neudeutsch...
    • Keller101 25.02.2020 22:51
      Highlight Highlight 😀 absolut! Ist der chinesische Ansatz, morgen wär alles in Schutt und Asche und in einer Woche stünde eine Metropole ( inkl. Spital) bei uns wird die erste von 12 Vorplanungsphasen 2067 abgeschlossen sein und 500 Millionen Franken gekostet haben.
    • Supermonkey 26.02.2020 03:46
      Highlight Highlight DummDumm heisst das eher.. 😄
    • Sandro Lightwood 26.02.2020 06:34
      Highlight Highlight Und auf altdeutsch würd ich es Pyrrhussieg nennen.
  • Sherlock_Holmes 25.02.2020 21:12
    Highlight Highlight Ein sehr mutiger Schritt, mit allerdings tiefgreifenden Konsequenzen.

    Für einmal scheint sich das VBS und der Bund ohne Abstriche seiner Verantwortung zu stellen.

    Der Artikel ist allerdings alles andere als genau!
    Die Wucht der katastrophalen Detonationen die sich in der Nacht vom 19. zum 20. Dezember 1947 ereigneten, übersteigt alle Vorstellungen.

    Etwa 3000 der 7000t der eingelagerten Munition explodierten oder verbrannten.
    Nach neuen Schätzungen befinden sich in den eingestürzten Anlageteilen und im Schuttkegel davor noch rund 3500 Tonnen Munition mit mehreren hundert Tonnen Sprengstoff.
    • Samurai Gra 26.02.2020 06:13
      Highlight Highlight Ev. scheint Amherd einen Positiven Einfluss auf die Armeeführung zu haben
    • Power # Point 26.02.2020 06:24
      Highlight Highlight Für was diese Menge von Fliegerbomben im Munitionslager überhaupt nötig war, weiss niemand!
      Benutzer Bild
    • Ueli der Knecht 26.02.2020 13:35
      Highlight Highlight "Für was diese Menge von Fliegerbomben im Munitionslager überhaupt nötig war, weiss niemand!"

      Ungeklärt sind auch die Fragen,

      1. wie damals solche gefährliche Irre den Weg in die Armeeführung fanden, und dort auf Kosten der Steuerzahler solchen unnötigen Unsinn in derartiger Masse einzukaufen, und vorallem,

      2. ob auch heutzutage noch solche psychisch gestörte Paranoide Karriere in der Armeeführung machen, und dort immer noch auf Kosten der Steuerzahler solchen Unsinn in derartiger Masse einkaufen (zB. unnötige Kampfjets für 24 Milliarden), und das Steuergeld verschwenden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Militia 25.02.2020 21:07
    Highlight Highlight Krasse, aber wohl langfristig die beste Lösung. Zumal auch die Verkehrsachse ins Wallis betroffen ist.
    Was geschieht eigentlich mit den KMU in Mitholz und Kander-steg/grund?
  • Ueli der Knecht 25.02.2020 20:57
    Highlight Highlight Von mir aus kann man gleich die ganze Altlast Armee abschaffen. Auch wenn das ein paar Milliarden kostet. In Zukunft würde es uns viel mehr Milliarden einsparen, die wir dann zB. in Beschäftigungs- und Umerziehungsprogramme für ehemlige Militär-Betonköpfe einsetzen könnten. Nicht dass diese Taugenichtse auf der Strasse rumlungern und die Bevölkerung belästigen.
    • pamayer 25.02.2020 22:00
      Highlight Highlight Der beste Kommentar hier.
    • Schnäggebei 25.02.2020 23:03
      Highlight Highlight Gerade die EODs der Schweizer Armee sind absolute Spezialisten auf ihrem Gebiet und werden in Spiez sehr sorgfältig ausgewählt und ausgebildet. Ihre Dienste werden in der ganzen Welt (Kosovo, Afrika, Asien) gerne in Anspruch genommen auch von der UNO. Ausserdem Räumen diese Spezialisten auch Blindgänger in der Schweiz auf, sogar unter Wasser. Es hätte von Weitsicht gezeugt, wenn Sie sich zuerst auch nur ein Minimum mit der Materie auseinander gesetzt hätten bevor Sie generell die ganze Schweizer Armee als untauglich abstempeln. Aber das wär dann wohl zu viel verlangt.
    • Chumitze 26.02.2020 05:45
      Highlight Highlight der Kommentar ist respektlos...👎
    Weitere Antworten anzeigen
  • Grohenloh 25.02.2020 20:27
    Highlight Highlight 10 Jahre Vorarbeiten und 10 Jahre Räumung?

    Also die Chinesen bauen in zwei Wochen ein Spital und in vier Jahren einen Flughafen...
    • Nikl 25.02.2020 23:16
      Highlight Highlight Und dort sterben zig Arbeiter jedes Jahr
    • Schlafwandler 25.02.2020 23:24
      Highlight Highlight Mag sein. Zwar nicht auf einem Minenfeld, dafür aber bei miserablen Arbeitsbedingungen. Das macht es halt schon ein bisschen schneller.
    • Gzuz187ers 26.02.2020 06:18
      Highlight Highlight Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
    Weitere Antworten anzeigen
  • BerthaPhilipPayne 25.02.2020 20:26
    Highlight Highlight dorf räumen, altlasten sprengen, dorf neu aufbauen. jaja, geht wohl aus einigen gründen nicht, genau diese gründe würden mich aber interessieren!
    • Pointer 26.02.2020 00:27
      Highlight Highlight Da hat bestimmt die Denkmalpflege was dagegen. Gibt doch im Dorf sicher geschützte Gebäude.
    • ands 26.02.2020 08:11
      Highlight Highlight Der jetzt noch vorhandene Sprengstoff ist damals nicht explodiert, als einige Tonnen Sprengstoff gleich nebenan explodiert sind. Wie willst du die Sprengung auslösen? Mit einer Atombombe? Und wer garantiert uns dann, dass wirklich alles explodiert ist?
      Ausserdem: Was tun wir, wenn der Lötschberg-Basistunnel in Mitleidenschaft gezogen wird? Rasch einen neuen bauen?
  • Paulxanta 25.02.2020 20:13
    Highlight Highlight Im zudecken ist der BR ja Spezialist! Das können Sie am besten!
    • Baba 26.02.2020 07:30
      Highlight Highlight Die zuständige BR Amherd hat gestern genau bewiesen, dass sie eben NICHT in Deckung geht, wenn's unangenehm wird.
  • Tobi-wan 25.02.2020 20:12
    Highlight Highlight Wie schön, dass ich da Jahre im Bunker im WK war 😂

    Für die Bevölkerung nicht einfach, aber für die Zukunft wohl das Beste. Schön nimmt der Bund die Verantwortung war und nimmt das Geld in die Hand.
    • qolume 25.02.2020 20:41
      Highlight Highlight Yup, kenne die Anlage... HQ Sich war jeweils da drin bei uns...
    • Tobi-wan 25.02.2020 22:53
      Highlight Highlight San Log Bat ;-)
  • Brättlihäbel 25.02.2020 20:10
    Highlight Highlight Wie wird wohl die Zukunft der Lötschberg-Bergstrecke aussehen, die führt ja recht Nahe daran vorbei? Oder die Erschliessung von Kandersteg?
  • crik 25.02.2020 20:03
    Highlight Highlight "Vorgesehen ist die gesamte Räumung der Munitionsrückstände. Das Dorf wird zur Mitwirkung eingeladen."

    Ich glaube, das habt ihr etwas unglücklich formuliert. Oder soll wirklich wer will mit Schaufel und Garette antraben...?
    • Baba 26.02.2020 00:02
      Highlight Highlight @crik: Das ist völlig korrekt formuliert!

      Das Mitwirkungsverfahren ist bei grösseren, eine Kommune betreffenden Vorhaben (zB BNO o.ä.) eine Möglichkeit für die Bewohner*innen, ihre Haltung, Meinung und ihre Forderungen zum Ausdruck zu bringen. Damit kann zB auch "der Puls gefühlt" werden und Probleme/Widerstände können frühzeitig erkannt und bestenfalls ebenso frühzeitig gelöst werden.

      Nein, hier geht's nicht um eine Mitarbeit der Bevölkerung mit Pickel und Schaufel an den Räumungsarbeiten!


    • Amateurschreiber 26.02.2020 00:30
      Highlight Highlight @Baba
      Haha, der war gut!
      .... oder ist dein Post etwa ernst gemeint?
    • Baba 26.02.2020 07:28
      Highlight Highlight Was genau ist jetzt so lustig, Amateur? Sie scheinen (in Ihrer Gemeinde) politisch nicht wirklich interessiert unterwegs zu sein.

      Ja, mein Post ist ernst gemeint.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pat the Rat, einfach nur Pat the Rat 25.02.2020 19:54
    Highlight Highlight Schwierige Situation und Entscheidung für die Bewohner von Mitholz...

    Aber immer noch besser als weiterhin neben einem wortwörtlichen Pulverfass zu leben.
  • Bin nur wegen der Kommentare hier 25.02.2020 19:49
    Highlight Highlight Nein. Nur böse Zungen würden behaupten, es ginge dabei primär um die Sicherheit des Lötschberg-Basistunnels und des Autoverlads in Richtung Süden. Vom Blausee ganz zu schweigen
    • Ueli_DeSchwert 25.02.2020 23:50
      Highlight Highlight Und wenn? Wenn das richtige aus "falschen" gründen gemacht wird, so bleibt es doch das richtige.
    • Bin nur wegen der Kommentare hier 26.02.2020 07:52
      Highlight Highlight unbestritten!
  • fools garden 25.02.2020 19:49
    Highlight Highlight Happig😳
  • dechloisu 25.02.2020 19:43
    Highlight Highlight Und so wurde eine Geisterortschaft geschaffen.
    Klar die Sicherheit geht vor, aber wer bitte kommt nach 10! Jahren wieder zurück
    • Tavares 26.02.2020 01:38
      Highlight Highlight Wer will mit tausenden von Tonnen Sprengstoff im Rücken leben?
  • Der Buchstabe I 25.02.2020 19:39
    Highlight Highlight Meine eltern wohnen unmittelbar bei mitholz. Wird eine interessante diskission am wochenende.
    • sheshe 26.02.2020 07:57
      Highlight Highlight Ernst gemeinte Frage:
      Wie ist denn so die Stimmung? Ich meine, die wussten ja alle, dass gleich neben ihnen so was ist. Sie wussten auch, dass es evtl. irgendwann mal so weit ist, dass sie weg müssen.

      Wird es akzeptiert?
    • Der Buchstabe I 26.02.2020 08:54
      Highlight Highlight Naja, die stimmung ist halt, wie sie vor einer zwangsräumung so zu erwarten ist, beschissen.

      Die Meisten Leute sind bürgerlich, konservstiv und haben(bisher) in die Regierung. Bis jetzt hat man mit der Gefahr gelebt und gewusst, dass man unter Umständen von den Räumungen tangiert werden wird (oder einem plötzlich alles um die Ohren fliegt).

      Dass jetzt aberauf einen Schlag ein ganzes Dorf für 10 Jahre geräumt werden muss, damit hat wohl keiner gerechnet. Schwer zu verdauen und ich denke, das könnte bei ein/zwei Leuten zu Problemen führen, weil sie nicht freiwillig gehen.
    • Der Buchstabe I 26.02.2020 10:31
      Highlight Highlight Mich nimmt das ganze auch mit, aber gleichzeitig bleibt einem nur der humor:
      Benutzer Bild
  • DerAlteBenisun 25.02.2020 19:37
    Highlight Highlight Wegen 170 Einwohnern dünken mich mehrere Milliarden auszugeben unangemessen.
    • Raphael Stein 25.02.2020 20:29
      Highlight Highlight Die Baumeister lassen grüssen. Taschen voller Geld ist das Resultat.
    • _Qwertzuiop_ 25.02.2020 20:31
      Highlight Highlight Voll! Lassen wir den Giftmüll unserer Eltern und Grosseltern für unsere Enkelkinder zurück, vielleicht haben wir ja Glück & eine weitere Explosion hilft mit die Übervölkerung zu stoppen... Nein im Ernst: wir brauchen nicht noch mehr Giftdeponien die einfach vor sich hin vegetieren. Nach rund 80 Jahren wird es mal Zeit aufzuräumen & wer weiss was passieren würde, verschmutztes Grundwasser, weitere Explosionen etc sind definitiv schmerzhafter als das Geld. 170 Menschen sind immer noch 170 Menschen, das sind doch einige Familien...
    • Bündn0r 25.02.2020 20:36
      Highlight Highlight Es ist nicht nur wegen 170 Personen. Kölliken wurde auch nicht nur für die 4000 Einwohner saniert.
      Primär wird bei Altlastensanierung die Natur vor unserem Dreck geschützt. Zudem fürt da die Zufahrt zum Bahnverlad Kandersteg und die alte Lötschberglinie durch. Zuletzt ist es auch noch die Zufahrt zur Führungsanlage K20.
    Weitere Antworten anzeigen

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Der 1. August – das unumstrittene Datum für den Bundesfeiertag? Das Gegenteil ist der Fall. Insgesamt vier Daten standen zur Auswahl – am Ende entschieden dann die feierlustigen Berner.

Die Schweiz feiert sich am 1. August selber. Doch: Was passierte eigentlich an diesem Datum? Welches war der historische Moment, der uns auch 2020 noch den Bundesfeiertag beschert?

Die landläufige Meinung lautet: Es war die Unterzeichnung des Bundesbriefes von 1291. In diesem soll die Gründung der Schweiz beschlossen worden sein. Am 1. August 1291 sollen sich die Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden zum «ewigen Bund» zusammengeschlossen haben. Wilhelm Tell soll dabei die Schweiz zur Freiheit …

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