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Bundespraesident Guy Parmelin, rechts, und Bundesrat Alain Berset nehmen Platz zur Medienkonferenz zu den neusten Massnahmen zur Bewaeltigung der Coronavirus-Pandemie im Anschluss an die Bundesratssitzung, am Freitag, 12. Maerz 2021 in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Bundesrat Alain Berset und Bundespräsident Guy Parmelin traten heute vor die Medien. Bild: keystone

«Situation nicht so, wie wir es uns wünschen» – die wichtigsten Aussagen der Bundesrats-PK



Ein weiteres Mal und fast auf den Tag genau ein Jahr nach Bekanntgabe des ersten Lockdowns ist der Bundesrat heute vor die Medien getreten. Hier sind die wichtigsten Aussagen der Magistraten Berset und Parmelin.

Unzufriedenheit

«Die jetzige epidemiologische Lage ist nicht so, wie wir sie uns wünschen», sagte Alain Berset gleich zu Beginn der Medienkonferenz. Am 1. März hat der Bundesrat erste Lockerungen beschlossen, wie sich diese auswirken würden, könne man derzeit noch nicht sagen. Die Zusammenarbeit mit der ETH und der Corona-Taskforce sei im Gange.

Bundesrat Alain Berset spricht an einer Medienkonferenz des Bundesrates zur aktuellen Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus, am Freitag, 12. Maerz 2021 in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Sorgenfalten im Gesicht von Alain Berset. Bild: keystone

Lockerungen

Auch wenn die Zahlen in der kommenden Woche moderat weiter steigen würden, ist laut dem Bundesrat ein zweiter Öffnungsschritt am 22. März möglich. «Alle Optionen sind offen», sagte Wirtschaftsminister Guy Parmelin am Freitag vor den Bundeshausmedien.

Jeden Tag seien mehr Personen geimpft, immer mehr Tests seien möglich. Diese Entwicklung berücksichtige der Bundesrat bei seinem definitiven Entscheid in einer Woche, sagte Parmelin.

Der Bundesrat sei ganz frei in der Wahl der Öffnungsschritte, ergänzte Gesundheitsminister Alain Berset. Man habe bereits vor ein paar Wochen einen Strategiewechsel vorgenommen. Es sei das erste Mal, dass Öffnungsschritte ins Auge gefasst würden, obwohl die Zahlen stiegen. «Wir können jedoch diesen Weg begehen, weil die Impfungen voranschreiten und die Teststrategie ausgeweitet worden ist.»

Die Angst vor der 3. Welle

Der Bundesrat rechnet in den kommenden Tagen und Wochen mit einer dritten Corona-Welle. «Je höher sie wird, desto länger dauert sie», sagte Gesundheitsminister Alain Berset am Freitag vor den Bundeshausmedien. Trotzdem gehen neue Lockerungspläne in die Konsultation.

«Die Situation ist nicht so, wie wir uns das wünschen», sagte Berset. Die Fallzahlen stagnierten seit mehreren Wochen, zuletzt seien sie gestiegen. Derzeit befänden sie sich rund 20 Prozent über dem Niveau der Vorwoche. In den Nachbarländern seien ähnliche Entwicklungen zu beobachten.

Die Modelle der wissenschaftlichen Taskforce zeigen es laut Berset eindeutig: «Eine dritte Welle wird kommen, wir wissen aber nicht, wie stark sie sein wird.» Die Lage bleibe unsicher und fragil. Niemand wisse genau, weshalb die Zahlen wieder steigen. Ein Grund seien wohl die mutierten Viren, ein anderer vielleicht der erste Öffnungsschritt.

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Berset sagte, dass sich drei von vier Richtwerten, anhand derer sich der Bundesrat orientiert, negativ entwickelt hätten seit dem ersten Öffnungsschritt von Anfang März. Nur die Belegung der Intensivpflegeplätze sei gesunken.

Trotzdem plane der Bundesrat weitere Öffnungsschritte. «Wir müssen aber vorsichtig bleiben und nächste Woche schauen, was realistisch und möglich ist.» Das Ziel bleibe, die Kontrolle nicht zu verlieren. «Dann wären wieder drastische Massnahmen notwendig», so Berset. Niemand wolle die Krise verlängern. Weiterhin wichtig sei deshalb: «Distanz, Distanz, Masken, Masken, Händehygiene, Händehygiene – gerade bei vermehrten Kontakten.»

Kontakt zu Lonza

Der Bundesrat habe nie von Lonza ein Angebot erhalten, eine Fabrik zur Impfstoff-Produktion zu kaufen. Gesundheitsminister Alain Berset bestätigte am Freitag vor den Medien den Kontakt mit Lonza – um den Kauf der Produktion sei es aber nie gegangen.

Vor einem Jahr habe der Bundesrat einen Brief von Lonza erhalten, erklärte Berset. Lonza sei von Moderna ausgewählt worden, Impfstoff zu produzieren, teilte Lonza mit. Es ging laut Berset um Investitionen.

«Um den Kauf einer Infrastruktur, die Impfstoff produziert, sei es nie gegangen. Und wenn man in eine Firma investiert, bedeutet dies nicht automatisch, dass man mehr Impfstoff erhält», sagte Berset.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) habe dann mit Moderna/Lonza verhandelt, um Impfdosen zu erhalten. Man habe schon sehr früh auf die RNA-Impfstoffe gesetzt, das sei eine gute Nachricht, wie sich herausgestellt habe, sagt Berset weiter.

Bezüglich eines Impfstoffes des US-Konzernes Johnson & Johnson sagt Nora Kronig vom BAG: «Bei Johnson & Johnson haben wir auf einen Vertragsabschluss verzichtet, weil die Lieferung erst im dritten Quartal eintreffen würde.» Dies sei zu spät.

Nora Kronig, Vizedirektorin, Leiterin Abteilung Internationales, Bundesamt für Gesundheit BAG, aeussert sich an einem Point de Presse zur Covid 19 Pandemie, am Dienstag, 26. Januar 2021, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Nora Kronig, Leiterin Abteilung Internationales beim BAG. Bild: keystone

watson-Reporter Petar Marjanovic hakt nach: «Warum sollte man einen zugelassenen Impfstoff nicht bestellen, auch in Hinsicht auf mögliche Lieferverzögerungen von Impfstoff-Lieferungen?» Kronig weicht aus: «Wir fahren eine diversifizierte Strategie und basieren unsere Entscheide auf diesen Grundlagen.» Warum die EU-Mitgliedsstaaten den Impfstoff bereits ab April erhalten, die Schweiz aber erst im dritten Quartal, mochte Kronig nicht kommentieren.

Harte Töne

Kritik gehöre zum politischen Leben. Der Bundesrat sei jedoch sehr besorgt, dass sich der Ton in der Debatte um die Bewältigung der Corona-Krise weiter verschärfe, sagte Bundespräsident Guy Parmelin am Freitag vor den Medien.

Der Bundesrat sei sich der schwierigen Situation bewusst. Er habe in den letzten Tagen und Wochen wieder viele Briefe und Mails erhalten von jungen Menschen, Studierenden, Verantwortlichen von Fitnessstudios und der Gastronomie.

Bundesratspraesident Guy Parmelin spricht an einer Medienkonferenz des Bundesrates zur aktuellen Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus, am Freitag, 12. Maerz 2021 in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Guy Parmelin ist irritiert ob dem verschärften Ton. Bild: keystone

«Wir haben alle zur Kenntnis genommen», versicherte Parmelin in seinem eindringlichen Appell. Die Erwartungen seien hoch. «Einige konnten wir heute erfüllen, andere nicht.»

Kritik gehöre zum politische Leben. Der verschärfte Ton in letzter Zeit mache dem Bundesrat jedoch grosse Sorge, sagte der Bundespräsident. «Nur gemeinsam besiegen wir das Virus. Wir alle wünschen uns ein normales Leben zurück. Aber es braucht noch Geduld und Ausdauer.»

(rst/sda)

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