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Aerzte und Pflegende kuemmern sich um Covid-Patienten in einer Intensivstation im Universitaetsspital Basel, am Montag, 28. Dezember 2020, in Basel. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Ärzte und Pflegende kümmern sich um Covid-Patienten in der Intensivstation im Universitätsspital Basel. Bild: keystone

IPS in Österreich und Deutschland füllen sich – für die Schweiz ist das kein gutes Zeichen

«Die Lage ist zunehmend dramatisch», sagt ein österreichischer Arzt über die Situation in Wien. Auch die Schweizer Zahlen der letzten Tage verheissen nichts Gutes für die kommenden Wochen.



Wie sich die Pandemie entwickelt

Seit Mitte Februar steigen die Fallzahlen in Österreich und Deutschland wieder an, inzwischen spricht man von einer dritten Welle.

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Mit einiger zeitlicher Verzögerung steigen nun auch die Schweizer Fallzahlen wieder an – der Blick nach Deutschland und Österreich könnte also als Grundlage für Entscheide über nötige Massnahmen in der Schweiz dienen.

Mit der üblichen Verzögerung von rund vier Wochen begannen in Österreich auch die Todesfälle wieder zu steigen. In Deutschland sanken die Zahlen zwar in den letzten Tagen nicht mehr, von einem Anstieg kann man aber auch (noch) nicht sprechen. Der Blick auf die Fallzahlen und die Auslastung der Intensivstation (nächster Punkt) lässt allerdings einen Anstieg in den Todeszahlen in den kommenden Tagen vermuten.

Wie sich die Situation auf die Intensivstationen auswirkt

Besonders im Osten Österreichs ist die Situation prekär. In der Stadt Wien wurde der Höchststand an belegten IPS-Betten vom 21. November 2020 diese Woche übertroffen.

Ein Mitarbeiter eines Spitals in Österreichs Hauptstadt beschrieb auf Twitter, wie er in den letzten Stunden mit allen Mitteln nach freien IPS-Betten in Wien gesucht hat und Patienten auf der Normalstation behandelte, obwohl sie dringend auf die intensivmedizinische Infrastruktur angewiesen waren.

Obwohl landesweit noch genügend freie Betten zur Verfügung stehen, können weiter steigende Fallzahlen regional – wie gerade in Wien – rasch zu ernsthafter Knappheit führen.

Auch in Deutschland sind seit Beginn dieses Monats wieder Tag für Tag mehr Menschen mit Covid-19 auf Intensivstationen registriert worden.

In der Schweiz ist die Zahl der Covid-Patienten seit November stets gesunken – doch seit rund drei Wochen stagniert sie. Allerdings bewegen wir uns zurzeit auf deutlich höherem Niveau als vergangenen Sommer.

Ausserdem hatten in der Vergangenheit steigende Fallzahlen und Hospitalisationen mit rund einer bis zwei Wochen Verzögerung auch einen Anstieg bei den IPS-Patienten zur Folge.

Anmerkungen zur Grafik

Das BAG meldet jeweils die an einem Tag neu hospitalisierten Personen, während die ETH Zürich die Zahl aller an einem Tag auf einer Intensivpflegestation behandelten Covid-Patienten (unabhängig vom Eintrittsdatum) publiziert.

Um die beiden Kurven und die daraus resultierende zeitliche Verzögerung zu visualisieren, zeigen wir hier ausnahmsweise eine Schätzung der insgesamt Hospitalisierten. Sie basiert auf der Erkenntnis der «Covid-19 Hospital Based Surveillance», die für 20 Schweizer Spitäler eine mittlere Aufenthaltsdauer von neun Tagen (Median) errechnet hat.

Wer hospitalisiert werden muss

In Österreich habe die Verbreitung der britischen Mutation laut einem Experten für Intensivmedizin zur Folge, dass auch immer mehr Personen einen schweren Verlauf haben, die bisher nicht zur Risikogruppe gezählt wurden. Demnach seien IPS-Patienten und -Patientinnen deutlich jünger. Ausserdem kommen sie sehr viel rascher nach Auftreten der ersten Symptome auf die Intensivstation und erkranken schwerer.

Altersangaben zu den Covid-Patienten auf Intensivstationen werden leider in keinem der drei untersuchten Länder veröffentlicht. Die Behauptung des österreichischen Arztes lassen sich daher vorläufig nicht mit Zahlen belegen.

Hospitalisierte in der Schweiz

Für die Schweiz gibt es immerhin Altersangaben zu den Hospitalisierten – wenn auch mit etwas Verzögerung, entsprechend sind für die letzte Woche (Woche 11) noch Nachmeldungen zu erwarten.

Doch der Blick in die Zahlen zeigt, dass jüngere Patienten in der Schweiz in den letzten Wochen wieder häufiger hospitalisiert werden. Seit Woche 8 (22.-28. Februar) ist die Inzidenz bei den 30- bis 70-Jährigen stets angestiegen. Den Höchstwert von November haben wir allerdings noch nicht erreicht.

Interessant ist, dass die Inzidenz gleichzeitig bei den über 80-Jährigen gesunken ist. Der Impffortschritt könnte ein Grund dafür sein – schliesslich ist schätzungsweise rund ein Drittel der über 80-Jährigen bereits vollständig geimpft. Trotzdem ist die Inzidenz in der ältesten Gruppe im Vergleich zu den anderen Alterskategorien noch immer am höchsten.

Mobile User: Grafik seitwärts scrollen, um Daten bis zur aktuellen Woche zu vergleichen (Woche 11)

Anmerkung: Nachmeldungen möglich.

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