Schweiz
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13 Fotografen, 13 Bilder: So zeigt sich die Corona-Krise in der Schweiz



Sie bilden die Schweiz ab, Tag für Tag. Ein grosser Teil der Aufnahmen in den inländischen Medien stammt von den Fotografen der Agentur Keystone-SDA. Welche Momente der letzten Wochen ihnen besonders geblieben sind – und wie die Coronakrise ihre Arbeit verändert hat.

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Davide Agosta

Monica telefoniert durch eine Scheibe mit ihrer 88-jaehrigen Mutter Giuseppina, am Mittwoch, 1. April 2020, im Altersheim Serena in Lugano. Aufgrund des Coronavirus wird ein direkter Kontakt vermieden. (KEYSTONE/Ti-Press/Davide Agosta)

Monica telefoniert am 1. April 2020 durch eine Glasscheibe mit ihrer 88-jährigen Mutter Giuseppina, die im Altersheim Serena in Lugano lebt. Aufgrund des Coronavirus wird ein direkter Kontakt vermieden. Bild: KEYSTONE/Ti-Press/Davide Agosta

«In diesen Monaten sind wir mit Situationen konfrontiert, die wir noch nie zuvor erlebt haben. Situationen aus dem Alltag sind völlig über den Haufen geworfen, sogar das Leiden. Auffallend ist auch, wie einfachste menschliche Gesten zu einer intimen Angelegenheit geworden sind.»

Anthony Anex

Medical personnel at work in the intensive care unit of the hospital

Medizinisches Personal bei der Arbeit auf der Intensivstation des HFR-Kantonspitals Freiburg, 30. März 2020. Bild: KEYSTONE/Anthony Anex

«Erst als ich die Intensivstation des HFR-Kantonsspitals Freiburg betreten konnte, wurde mir das Ausmass der Pandemie bewusst. Ein junger Mann meines Alters lag im Koma. Maschinen mit Schläuchen in seinem Hals hielten ihn am Leben. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass er wieder gesund wird.»

Laurent Gilliéron

epa08329209 Swiss singer and semifinalist of French TV reality show The Voice in 2016 Amandine (Rapin) performs a short concert on her balcony during the state of emergency of the coronavirus disease (COVID-19) outbreak, in Lausanne, Switzerland, 28 March 2020. Countries around the world are taking increased measures to stem the widespread of the SARS-CoV-2 coronavirus which causes the Covid-19 disease.  EPA/LAURENT GILLIERON

Die Schweizer Sängerin und Halbfinalistin der französischen TV-Reality-Show «The Voice» im Jahr 2016, Amandine (Rapin), gibt ein kurzes Konzert auf ihrem Balkon in Lausanne, 28. März 2020. Bild: Keystone-SDA/Laurent Gilliéron

«Während eines Radiointerviews kündigte Amandine an, für ihre Nachbarn von ihrem Balkon aus zu singen. Sofort nahm ich über Facebook mit ihr Kontakt auf, ich wollte das Minikonzert unbedingt fotografieren. Amandine gab mir alle Angaben und so war ich zum vereinbarten Zeitpunkt unten auf der Strasse vor ihrem Balkon. Doch von hier aus würde es kein brauchbares Bild geben. Sie erlaubte mir, während ihrer Darbietung in ihre Wohnung zu kommen und den Event aus ihrer Perspektive zu fotografieren. Es sind diese Momente, kurze Begegnungen und unvergessliche Erinnerungen, die meine Arbeit während der Coronakrise aufhellen … bis zur Ankunft der Polizei, die dem improvisierten Hauskonzert ein jähes Ende setzte.»

Alexandra Wey

Personal Trainerin Sandy Hager filmt ihr Liveworkout am Montag, 23. Maerz 2020, in Zuerich. (KEYSTONE/Alexandra Wey).

Sandy Hager ist Personal Trainerin und arbeitet am 23. März 2020 in ihrem Homeoffice in Zürich. Das Personal Training findet dann statt, wann immer jemand trainieren möchte – derzeit schalten sich ihre Kunden live für ihr Workout von zuhause aus zu. Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey

«Eine Arbeitskollegin hat mich mit Sandy in Kontakt gebracht. Sandy war begeistert, dass ich sie fotografieren wollte und liess mich während des ganzen Workouts fotografieren und filmen. Mir gefiel ihre positive Ausstrahlung. Immer wieder sprach sie mit den Trainierenden, motivierte sie und gab Antworten auf die vielen Kommentare. Am liebsten hätte ich selber mitgemacht.»

Jean-Christophe Bott

Medical personnel at work in the intensive care unit of the Sion hospital (Hopital de Sion) during the coronavirus disease (COVID-19) outbreak in Sion, Switzerland, Wednesday, April 1, 2020. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Medizinisches Personal bei der Arbeit auf der Intensivstation des Spitals in Sion, 1. April 2020. Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott

«Auch wenn diese Zeit Anlass zur Sorge gibt, muss ich als Fotograf vor Ort sein, um die Geschichte der Coronavirus-Krise zu erzählen. Ich freue mich auf danach, auf ein fröhlicheres gesellschaftliches Leben.»

Peter Klaunzer

epa08309116 Two plasterers keep a safetey distance between themselves while taking a break, in Bern, Switzerland, 20 March 2020. People all over the alpine nation were invited to take part in the 'Switzerland Says Thank You' coordinated applause at 12.30 pm to express gratitude for the health professionals on the frontlines of the battle against the ongoing pandemic of the COVID-19 disease caused by the SARS-CoV-2 coronavirus. There have been similar initiatives in Italy and Spain.  EPA/PETER KLAUNZER

Zwei Gipser halten am 20. März 2020 während der Mittagspause auf einer Baustelle in Bern Abstand. Bild: Keystone-SDA/Peter Klaunzer

«Während meiner Mittagspause traf ich diese zwei Gipser bei ihrer Mittagspause. Ich habe sie eine Woche später wieder getroffen und sie hatten eine Riesenfreude, weil sie das Bild in einer Zeitung entdeckt hatten.»

Ennio Leanza

epa08330325 An image taken with a drone shows an empty aerial view of the  tram and bus station 'Central' in Zurich, Switzerland, 29 March 2020. Switzerland has so far registered over 14267 confirmed cases of the pandemic COVID-19 disease caused by the SARS-CoV-2 coronavirus and at least 277 deaths.  EPA/ENNIO LEANZA

Luftaufnahme mit einer Drohne auf die menschenleere Tram- und Busstation «Central» in Zürich. Während normalerweise ein hektischer Pendlerverkehr den Platz bevölkert, ist dieser Ort am Morgen des 29. März 2020 wie ausgestorben. Bild: Keystone-SDA/Ennio Leanza

«Meine Arbeit und mein Alltag hat sich nicht wirklich verändert. Spannend ist die Leere einer sonst so belebten Stadt wie Zürich, mit Menschen zu sprechen die man sonst nur grüsst und die Solidarität in der näheren Umgebung zu spüren.»

Urs Flüeler

Die Medienkonferenz anlaesslich einer Medienfuehrung durch das neue Medical Centre Luzern in der Turnhalle und auf dem Areal des Schweizer Paraplegiker Zentrum in Nottwil am Montag, 6. April 2020. (KEYSTONE/Urs Flueeler).

Medienkonferenz mit obligatorischer Atemschutzmaske am 6.April 2020 anlässlich einer Führung durch das neue Medical Centre Luzern auf dem Areal des Schweizer Paraplegiker-Zentrums in Nottwil. Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler

«Schon beim Betreten des Gebäudes wurden Atemschutzmasken verteilt, wir mussten uns strikte an die Verhaltensregeln halten. Das Fotografieren mit Maske stellte mich vor neue Herausforderungen, war es doch ungewöhnlich warm unter der Maske und meine Brille beschlug sich. Es ist alles ein wenig ungewöhnlich in diesen Tagen.»

Gian Ehrenzeller

Ein Paar trifft sich an der Grenze zwischen dem deutschen Konstanz und Kreuzlingen in der Schweiz, aufgenommen am Sonntag, 5. April 2020, in Kreuzlingen. Nachdem sich Menschen am ersten an der Landesgrenze installierten Zaun getroffen und den wegen dem Coronavirus verodneten Abstand nicht eingehalten hatten, wurde ein zweiter Grenzzaun errichtet. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Ein Paar trifft sich am 5. April 2020 an der Grenze zwischen dem deutschen Konstanz und Kreuzlingen in der Schweiz, getrennt durch einen den Abstand vorgebenden Zaun. Bild: KEYSTONE/Gian Ehrenzeller

«Die Corona-Krise ist für mich als Fotograf ein Stück weit unsichtbar; sie zeichnet sich durch das Nicht-Stattfinden und Ausbleiben aus, während Mitarbeiter des Gesundheitswesens hinter verschlossenen Türen arbeiten. Anders in Kreuzlingen: Das Virus lässt die vergessene Grenze erstarken. Nach einem ersten Zaun steht nun auch ein zweiter da, was diesem Paar die Berührung verunmöglicht. Dem Gebot der Stunde folgend führt für die beiden kein Weg zueinander.»

Christian Beutler

Eine Mutter beim Homeoffice mit ihrem Kind, am Sonntag, 15. Maerz 2020, in Zuerich. Wegen der Coronavirus-Pandemie hat der Bundesrat das oeffentliche Leben massiv eingeschraenkt. Die Leute sind dazu angehalten, wenn moeglich von zu Hause aus zu arbeiten. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Eine Mutter beim Homeoffice mit ihrem Kind. Wegen der Coronavirus-Pandemie hat der Bundesrat das öffentliche Leben massiv eingeschränkt, die Leute sind dazu angehalten, wenn möglich von zu Hause aus zu arbeiten. Zürich, 15. März 2020. Bild: KEYSTONE

«Die allgemeine Verunsicherung ist stark spürbar. Wir Fotografen sind uns gewohnt, auf Leute und Themen zuzugehen. Ich erlebe die jetzige Zeit als sehr distanziert. Immer muss man aufpassen, dass man den nötigen Abstand einhält. Den Alltag – ob bei der Arbeit oder im Privatleben – muss man neu organisieren.»

Salvatore di Nolfi

epa08330491 Two passengers wave small Swiss national flags after disembarking from a flight of the Swiss International Air Lines at the Geneve Aeroport, in Geneva, Switzerland, 29 March 2020. The flight was chartered by the Swiss government to bring 105 Swiss citizens and 12 nationalities from Algiers to Switzerland as a precaution measure due to the Covid-19 disease caused by the SARS-CoV-2 coronavirus.  EPA/SALVATORE DI NOLFI

Nach der Rückführung aus Algier zusammen mit anderen Schweizer Staatsangehörigen bringen zwei Passagiere am 29. März 2020 auf dem Flughafen Genf-Cointrin ihre Freude zum Ausdruck. Bild: Keystone-SDA/Salvatore Di Nolfi

«Im Grunde hat sich meine Arbeit nicht verändert, ich mache immer noch Bilder für die Agentur Keystone-ATS. Verändert haben sich durch COVID-19 jedoch die Umstände. Sie sind komplexer geworden und manchmal verschliessen sich die Türen vor meiner Linse.»

Alessandro della Valle

Magdalena Martullo-Blocher, SVP-GR, links, eine Atemschutzmaske tragend, diskutiert mit der Ratspraesidentin Isabelle Moret, FDP-VD, am ersten Tag der Fruehlingssession der Eidgenoessischen Raete, am Montag, 2. Maerz 2020 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Magdalena Martullo-Blocher, SVP-GR, links, eine Atemschutzmaske tragend, diskutiert am 2. März 2020 mit der Ratspräsidentin Isabelle Moret, FDP-VD, am ersten Tag der Frühlingssession der Eidgenössischen Räte in Bern. Bild: KEYSTONE/Alessandro della Valle

«Von weitem sah ich Frau Martullo auftauchen, mit Maske. Sie war die Einzige, die eine trug im Saal. Die Ratsmitglieder um sie herum waren ebenso erstaunt wie ich. Das Zwiegespräch mit der Ratspräsidentin sah angespannt aus, die Maske in ihrer Grösse beeindruckend.»

Georgios Kefalas

Vier Personen in Schutzanzuegen und mit Fasnachtslaternen drehen eine Runde im Hof des Rathauses in Basel, am Freitag, 28. Februar 2020. Der Regierungsrat hat heute an einer ausserordentlichen Sitzung beschlossen, die Durchfuehrung der organisierten Veranstaltungen im Rahmen der Fasnacht 2020 zu untersagen. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Fasnächtler protestieren am 28. Februar 2020 in Schutzanzügen mit ihren Fasnachtslaternen im Hof des Rathauses in Basel. Der Regierungsrat hatte kurz zuvor alle Veranstaltungen im Rahmen der Basler Fasnacht abgesagt. Bild: KEYSTONE/Georgios Kefalas

«Für mich ist dieses Bild die erste Visualisierung der Konsequenzen der Massnahmen gegen das Coronavirus in der Schweiz. Seither sehen wir täglich Szenen, wie wir sie eigentlich nur aus Katastrophenfilmen kennen: Leere Plätze, geschlossene Geschäfte und Restaurants, verbarrikadierte Grenzübergänge, Armee-Einsätze, Menschen mit Schutzmasken. Als Fotograf will ich diesen historischen Moment dokumentieren und muss raus, als Familienvater ist mir manchmal jedoch gar nicht wohl dabei.»

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