Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Une femme soldat de la compagnie sanitaire 1 arrive lors de la mobilisation afin d'intervenir dans le systeme des soins en Suisse romande lors de la crise du Coronavirus (Covid-19) le dimanche 8 novembre 2020 a la Caserne de Moudon. Des le debut de semaine, les miliatires dechargeront le systeme de sante du canton de Geneve dans le domaine du transport et des soins de base apportes aux patients du Covid-19. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Soldatinnen und Soldaten einer Sanitätskompanie rücken ein (Archivbild). Bild: keystone

Armee kaufte Masken zu Wucherpreisen ein – jetzt soll die Militärjustiz ermitteln

Die Armee kaufte mehrmals überteuerte Schutzmasken bei der gleichen Firma ein und zahlte ihr über 20 Millionen Franken.

henry habegger / ch media



Im Frühling, nach Ausbruch der Coronakrise, waren Schutzmasken ein rares Gut. Die für die Versorgung der Bevölkerung zuständige Armee hatte praktisch keine Reserven. So kaufte sie, wie kürzlich ein Bericht des Verteidigungsdepartements zeigte, FFP2-Masken zum Stückpreis von bis zu 9.90 Franken ein. Etwa das Dreifache des Marktpreises.

>>> Alle News zum Coronavirus findest du im Liveticker.

Namentlich eine Firma, die Exponenten der Jungen SVP Zürich gehörte, kassierte ab. Für über 22 Millionen kaufte ihr die Armee in der Folge Masken ab. Die Jungunternehmer fielen später dadurch auf, dass sie sich Luxusautos – einen Bentley und einen Ferrari – zulegten.

Der Luzerner Unternehmensjurist Loris Fabrizio Mainardi hat jetzt Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Zug eingereicht und zudem die Militärjustiz eingeschaltet. Der Oberauditor soll ermitteln, da sich Angehörige der Armee strafbar gemacht haben könnten. «Auf der Seite der Firma stellt sich zunächst die Frage, ob es Wucher war», sagt Mainardi. «Auf der Seite der Verantwortlichen bei Bundesverwaltung kann es um Bestechlichkeit oder ungetreue Amtsführung gehen. Ich hoffe, dass die Strafjustiz jetzt die nötigen Verfahren eröffnet und diese Sache klärt. Es geht hier um öffentliche Gelder.»

Auffällig ist jedenfalls, dass die fragliche Firma zu Beginn der Coronakrise wiederholt zum Zug kam. Ein für die Maskenbeschaffung zuständiger Brigadier und Anwalt soll eine treibende Rolle gespielt haben.

Die Frage ist, ob die Abzocker dank Beziehungen zur Armee zum Zug kamen. Es wimmelte im Frühling von Geschäftemachern, die mit Masken schnell reich werden wollten. Aber manche kamen gar nicht erst bis zum VBS durch, obwohl sie günstiger offerieren wollten als die Zürcher Jungunternehmer. Im März begründete ein Armeesprecher zu CH Media: «Die Armeeapotheke beschafft auf dem Weltmarkt – geprüfte, vertrauenswürdige Ware.»

Es gilt die Unschuldsvermutung.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

23 verrückt-kreative Wege, wie sich Leute vor Corona zu schützen versuchen

Diese Situationen kennen wir alle, seit Maskenpflicht herrscht

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Geheimpapier des Bundes soll Impf-Privilegien zeigen – das musst du wissen

Geimpfte sollen während des Sommers einige Privilegien erhalten, heisst es in einem Aussprachepapier des Bundes. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Bundespräsident Guy Parmelin hat es in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» bereits angetönt. Wer sich gegen Corona impfen lässt, soll dafür Vorteile erhalten, etwa beim Besuch von Clubs. Nun wird es etwas konkreter.

Der Blick erhielt nämlich Zugang zu einem vertraulichen Aussprachepapier aus der Feder von Bundesrat Bersets Innendepartement. Demzufolge hat der Bundesrat am Mittwoch entsprechende Beschlüsse gefasst. Das Ziel sei, der Bevölkerung einen Anreiz fürs Impfen zu geben. «Blick» …

Artikel lesen
Link zum Artikel