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Geld Schweizer Franken

Bild: shutterstock

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

Fast täglich fliegen zurzeit Bettelbriefe ins Haus. Kurz vor Weihnachten gelingt es Organisationen besser, Spender von ihren Anliegen zu überzeugen. Doch wie stark unterstützen Herr und Frau Schweizer gemeinnützige Organisationen? Und wer bekommt am meisten?



So viel spenden die Schweizerinnen und Schweizer

Im Durchschnitt spendet ein Schweizer Haushalt 300 Franken jährlich. Am grosszügigsten sind Personen über 55 Jahren bis zur Pensionierung mit rund 400 Franken pro Jahr.

Insgesamt hat die Schweiz im vergangenen Jahr 1,8 Milliarden Franken gespendet, fast so viel wie im Rekordjahr 2017.

Verteilt werden diese Gelder meist auf mehrere einzelne Spenden. 44% aller Befragten geben an, mindestens drei Mal pro Jahr zu spenden.

Wie viel spendet dein Haushalt?

Diese Themen werden am stärksten berücksichtigt

Die Vielfalt an Themen, für die gespendet wird, nimmt zu. Verantwortlich dafür sind unter anderem moderne Technologien wie Crowdfunding-Plattformen.

Der Bärenanteil der Spenden fliesst jedoch seit Jahren in ähnliche Themenbereiche. Das sind die Top 5, die im Jahr 2018 gemäss Umfrage am meisten mit einer Spende berücksichtigt wurden (Mehrfachantwort möglich):

  1. Menschen mit Behinderung: 54%
  2. Kinder und Jugendliche: 54%
  3. Natur-, Umwelt- und Tierschutz: 47%
  4. Gesundheitsprävention und Krankheitsforschung: 44%
  5. Sozial- und Nothilfe: 43%

Datenquellen

Die Daten stammen aus der Haushaltsbudgeterhebung des Bundesamtes für Statistik, aus der Untersuchung «Spendenmarkt Schweiz 2018» und aus der Spendenstatistik von Zewo. (lea)

Diese Organisationen werden am stärksten berücksichtigt

Die am meisten berücksichtigte Organisation war laut der swissfunding-Statistik 2018 die Schweizerische Rettungsflugwacht Rega. Das verdankt sie vor allem ihrer Beliebtheit in der Deutschschweiz. In der Romandie liegt das Rote Kreuz an erster Stelle, im Tessin ist es die Krebsliga.

  1. Rega: 18%
  2. Schweizer Paraplegiker-Stiftung: 16,7%
  3. Schweizerisches Rotes Kreuz: 16,3%
  4. Krebsliga Schweiz: 14,2%
  5. WWF Schweiz: 10,4%

Regionale Unterschiede

Und wer ist denn nun am grosszügigsten in der Schweiz? Eine Antwort auf diese Frage zu finden, scheint nicht ganz einfach zu sein. Das Bundesamt für Statistik gibt beispielsweise für die bevölkerungsstärksten Kantone eine detaillierte Statistik zum Haushaltsbudget heraus. Aus ihr geht hervor, dass Genfer mit rund 100 Franken pro Monat am spendabelsten sind. Weniger zu holen gibt es für Organisationen im Tessin. Dort sind nur rund 20 Franken pro Monat gespendet worden.

Die Umfrage von swissfundraising bringt allerdings ein anderes Bild zu Tage. Sie unterteilen das Land in Sprachregionen. Die Deutschschweizer gehen mit 400 Franken jährlich als grosszügig aus der Statistik hervor, während die Welschen mit nur 200 Franken pro Jahr noch hinter den Tessinern liegen (350 Franken pro Jahr). Diese Umfrage stammt aus dem Jahr 2018, im Vergleich zur Erhebung des BFS, welche einen Mittelwert aus den Jahren 2015 bis 2017 darstellt.

Internationaler Vergleich

Die Charities Aid Foundation befragt jährlich zehntausende Menschen in verschiedenen Ländern zu ihrem Spendeverhalten. Laut ihrer neusten Auswertung dürfen wir uns als grosszügig bezeichnen: 56% aller Menschen in der Schweiz geben an, regelmässig für wohltätige Zwecke zu spenden. Damit liegen wir auf dem internationalen Rang 13.

Am meisten spenden übrigens die Einwohner in Myanmar (81 Prozent), danach in Grossbritannien, Malta, Thailand und den Niederlanden (alle rund 71 Prozent). Die Spendenfreudigkeit in Myanmar ist übrigens vor allem auf die Theravada-Buddhisten-Gemeinschaft zurückzuführen. Dort ist Spenden einer der integralen Bestandteile des Buddhismus.

Am knausrigsten sind die Chinesen, nur gerade 6 Prozent gaben an, zu spenden. Das liegt unter anderem daran, dass Spender in China steuerlich kaum begünstigt werden. Ausserdem sieht die Tradition in China zwar sehr wohl vor, Mitmenschen zu unterstützen. Dies tut man allerdings nur, solange sie zum engeren Familien- und Freundeskreis gehören.

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • jjjj 05.12.2019 23:13
    Highlight Highlight Wir spenden jeweils 2% vom Nettoeinkommen...
  • Rethinking 05.12.2019 18:01
    Highlight Highlight Wird Zeit das Natur-, Umwelt- und Tierschutz mehr Aufmerksamkeit erhalten...

    Jahre lang wurde „Jeder Rappen zählt“ in Fernsehen und Radio ausgestrahlt...

    Trotz diverser Mails an SRF mit der Bitte so etwas such mal für Natur-, Umwelt- und Tierschutz zu tun ist nie etwas passiert...

    Weinende Kinder mit grossen Augen verkaufen sich halt besser...
    • Heidi73 06.12.2019 07:46
      Highlight Highlight Ist das denn nicht logisch? Es gibt immer noch so viele Kinder am verhungern, Menschen in der Kälte in Flüchtlingslagern und solche ohne medizinische Versorgung. Da spende ich doch den grössten Teil an diese Hilfsorganisationen.
  • jarofclay 05.12.2019 16:37
    Highlight Highlight Die Abstufungen bei der Frage nach den Spenden sind ein Witz. „Mehr als 300“ pro Jahr als höchste Stufe? Echt jetzt? Vielleicht lebe ich in einer Parallelwelt, aber ich finde selbst 300 pro Monat sehr wenig.
    • 044 508 39 39 het sie gseit 05.12.2019 18:00
      Highlight Highlight So so. Und wieviel spenden Sie den?
    • Lucas29 05.12.2019 18:15
      Highlight Highlight Zuviel Geld oder was?😂
    • Roelli 06.12.2019 08:17
      Highlight Highlight Ja genau ich spende regelmässig mehr als 8% meines netto Monatslohn.
      Schön wenn du dir mehr leisten kannst. Viele können das leider nicht
  • Quacksalber 05.12.2019 16:22
    Highlight Highlight Ich spende vor allem der Schweizerischen Energiestiftung SES und Amnesty International.
  • Balikc 05.12.2019 12:55
    Highlight Highlight Bei den beiden Hauptbegünstigten (Rega & Paraplegiker-Stiftung) wäre noch anzumerken, dass es sich nicht um rein altruistische Spenden handelt, da für die Gönnerbeiträge gleichzeitig Versicherungsleistungen geboten werden.
    So gesehen überrascht es auch wenig, dass diese beiden Organisationen an der Spitze stehen.
  • chrimark 05.12.2019 12:39
    Highlight Highlight Absolute Spendenbeträge sind nur bedingt aussagekräfig. Interessanter wäre der Anteil am zur Verfügung stehenden Einkommen. Zumindest bei 4 sollte die Grafik mit den durchschnittlichen Einkommen in den Kantonen noch eingefügt werden.
  • Stefan Morgenthaler-Müller 05.12.2019 12:24
    Highlight Highlight Sehr schön, dass so viel gespendet wird. Auch sehr schön, dass sich viele in der Freizeit für gute Zwecke engagieren. Spenden sind auch ein Beweis, dass nicht alles nach dem Homo Oekonomicus Prinzip funktioniert, wie uns die heiligen drei Weisen der Wirtschaft glauben lassen wollen.
  • Kiro Striked 05.12.2019 11:32
    Highlight Highlight Ich muss leider zugeben, ich spende nur an die Winterhilfe. Diese spammt mich, trotz Spender nicht ständig zu.

    Ich weiss noch meine Grossmutter, sie hatte mehreren Hilfswerken etwas gespendet (teils 20+) und teilweise 40-50 Bettelbriefe im Monat bekommen, von eben diesen, dennen sie eh schon Geld gegeben hatte. Nachdem sie auch täglich Anrufe zum Spenden erhalten hatte, "aber die Armen Kinder in Afrika die verhungern doch" mussten wir ihr sogar eine neue Geheimnummer von der Swisscom besorgen.

    Aber ja Spenden an die richtigen Orte ist wichtig und kann gutes Bewirken.
  • Nostalrius 05.12.2019 11:12
    Highlight Highlight Zur Karte mit dem Prozentsatz der Spender würde es mich noch interessieren, wie hoch der Spenderbeitrag pro Kopf gerechnet aussieht. Scheint aus meiner Sicht aussagekräftiger. Es ist ja schliesslich ein Unterschied, ob 5 Franken oder 50 Franken gespendet werden.
    • Lea Senn 05.12.2019 11:23
      Highlight Highlight Da hast du absolut recht. Leider erhebt das CAF zur Höhe der Spenden keine Angaben. Falls du eine andere gute Datenquelle kennst, gerne jederzeit an lea.senn@watson.ch! :)
    • schlorziflade 05.12.2019 11:58
      Highlight Highlight Jein. Klar macht der absolute Betrag was aus. Aber der müsste dann auch kaufkraftbereinigt werden: 5 CHF sind für eine durchschnittliche Kenianerin deutlich mehr als für eine Schweizerin.

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