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Hat die Bank schon wieder die Gebühren erhöht? bild: shutterstock

Ärger-Hitparade 2018 – diese 6 Dinge brachten Schweizer Konsumenten auf die Palme

Lieferprobleme beim Onlineshopping? Ärger mit Swisscom, Sunrise oder UPC? Aggressive Telefonwerbung? Solche Dinge haben dieses Jahr nicht nur dich genervt.



Die drei grossen Schweizer Konsumentenschutz-Organisationen bearbeiteten in diesem Jahr über 20'000 Beschwerden und Anfragen von verärgerten Konsumenten.

Die Konsumentenschützer tragen jährlich ihre Beratungsanfragen, Beschwerden und Meldungen zusammen und erstellen die Ärgerliste der Konsumenten. Und das hat die Kunden dieses Jahr am häufigsten auf die Palme gebracht:

Platz 6: Banken

Insbesondere die Postfinance hat dieses Jahr die Gebühren für Private und Geschäftskunden erhöht. Experten schätzen, dass ihr diese Gebührenerhöhungen 2019 bis zu 78,2 Millionen Franken zusätzlich in die Kasse spülen könnten. Aber auch andere Finanzinstitute sorgten für rote Köpfe.

«Bankkunden beklagen sich ganz allgemein über stets steigende – oft intransparente – Kosten, welche für Dienstleistungen verrechnet werden. Zudem werden Dienstleistungen fortlaufend abgebaut (wie Kundenschalterschliessungen, verkürzte Öffnungszeiten, kostenpflichtige Zustellung von Dokumenten). Den Kunden bleibt oft nur die Alternative, die Änderung anzunehmen – oder zu kündigen.»

Stiftung für Konsumentenschutz

Platz 5: Unerlaubte Inkasso-Forderungen

Ein Beispiel: «Wegen Ferienabwesenheit wird eine Rechnung nur wenige Tage zu spät beglichen – die Zahlung kreuzt sich mit der Mahnung eines Inkassounternehmens: Dieses macht nun bei den KonsumentInnen zusätzlich einen unerlaubten Verzugsschaden geltend. Die KonsumentInnen begleichen postwendend die Grundforderung (inkl. Verzugszinsen), allerdings ziehen sie richtigerweise den Verzugsschaden ab. Die Inkassostelle droht den KonsumentInnen weiterhin mit der Betreibung, falls der Verzugsschaden nicht bezahlt würde. Die Versuchung ist gross, der Aufforderung der Inkassofirma nachzukommen, um einen grundlosen, störenden Eintrag im Betreibungsregister zu vermeiden.»

Stiftung für Konsumentenschutz

Platz 4: Versicherungen und Ärzte

Beispiel: «Neben den hohen Versicherungsprämien beschäftigen die KonsumentInnen auch teure Medikamente, undurchsichtige Rechnungen von Ärzten, Zahnärzten und Spitälern sowie unseriöse Ärzte und Therapeuten.»

Stiftung für Konsumentenschutz

Platz 3: Aggressive Verkaufsmethoden, Telefonwerbung und Internetfallen

Mit 16 Prozent aller Beschwerden auf dem Treppchen der grössten Konsumentenärgernisse lagen 2018 unlautere Geschäftspraktiken wie aggressives Telefonmarketing oder Konsumfallen bei Streamingdiensten im Internet.

Beispiel 1: «Trotz Sterneintrag im Telefonbuch oder Stopp-Werbung-Kleber am Briefkasten belästigen zahlreiche Unternehmen die KonsumentInnen mit Telefon- oder Papierwerbung. Dies ist nicht nur ärgerlich, sondern stellt oftmals auch einen Verstoss gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) dar.»

Stiftung für Konsumentenschutz

Beispiel 2: «Eine Person meldet sich auf einer ausländischen Streaming-Plattform an – nichts deutet darauf hin, dass die Anmeldung kostenpflichtig ist. Kurze Zeit später fordert die Streaming-Plattform trotzdem die Begleichung einer Jahresgebühr. Es stellt sich heraus, dass die Anmeldung nur mit der Annahme der Allgemeinen Geschäftsbedingungen möglich war; daraus ging versteckt der Abschluss eines kostenpflichtigen Abos hervor, sofern nicht innerhalb von fünf Tagen gekündigt wurde.»

Stiftung für Konsumentenschutz

Platz 2: Handy- und Internet-Abos sowie perfide Mehrwertdienste

Fast jede fünfte Beschwerde betraf 2018 die Telekom-Branche. Hier war der unfreiwillige Handy-Abowechsel der Swisscom der grosse «Renner». Auch ungerechtfertigte und nicht nachvollziehbare Roaming-Gebühren, kurze Zahlungsfristen, kundenunfreundliches Kleingedrucktes, mühsame Nummernportierung bei Anbieterwechsel und perfide Mehrwertdienste/Abo-Fallen beschäftigen die Konsumentenschützer in diesem Bereich häufig. Die Konsumenten-Beschwerden bei Mobile-Verträgen seien «vielseitig und betreffen alle Anbieter», schreibt der Konsumentenschutz.

Beispiel: «Das Kombi-Abo erfährt ein Upgrade – ohne Zustimmung, dafür mit entsprechender Preiserhöhung. Die Telekom-Unternehmen geben sich hierfür einen Freipass in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Der Kunde muss sich aktiv wehren, will er nicht unverhofft Abonnent eines unerwünschten Angebots werden.»

Stiftung für Konsumentenschutz

Platz 1: Konsumverträge

Nummer eins auf der Ärgerliste 2018 waren Lieferverzögerungen, Mängel und Garantiefragen rund um abgeschlossene Konsumverträge. Diese machten 29 Prozent der Anfragen und Beschwerden aus. Vor allem, wer online einkauft und die Ware im Voraus bezahlt, beklagt in der Folge oft, dass das im Netz Erstandene nicht fristgerecht zuhause eintrifft.

Beispiel: «Gerade bei elektronischen Produkten werden Garantieleistungen oft abgelehnt, dies infolge von angeblichem Selbstverschulden (z.B. Schlag oder Wasserschaden). Es ist nun am Konsumenten, das Gegenteil zu beweisen, beispielsweise indem er eine Expertise erstellen lässt. Aus Kostengründen ist allerdings in der Regel und verständlicherweise davon abzusehen – der Hersteller spekultiert genau damit!»

Stiftung für Konsumentenschutz

Insgesamt brach die Zahl der Ärgerfälle im Jahr 2018 allerdings dramatisch ein: Mussten sich die Konsumentenschutz-Organistationen im Vorjahr noch mit über 48'000 Anfragen und Beschwerden herumschlagen, waren es 2018 gerade noch deren 20'500. Das Vorjahr war aber ein ausserordentliches Jahr wegen der unrechtmässig erhobenen Billag-Mehrwertsteuer und dem VW-Abgasskandal. Abzüglich dieser Beschwerden sei die Zahl der Klagen bis Ende November 2018 gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent gestiegen, teilte die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen am Montag mit.

(oli/sda)

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