DE | FR
Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Nachdem sie von der eidgenössischen Zollverwaltung verwarnt wurde, klärt sie nun ihre Community in Sachen Alkoholwerbung auf. bild: montage watson / instagram

Influencerin postet Bild mit Gin Tonic – und wird von der Zollverwaltung verwarnt

Influencerin Sylwina postet ein Bild mit einem Gin Tonic und kassiert prompt einen Rüffel von der eidgenössischen Zollverwaltung. Warum es bald noch mehr Influencer treffen könnte.



Eigentlich sieht es ganz harmlos aus: Die 30-jährige Influencerin Sylwina posiert auf dem Instagram-Bild mit einem Glas, das mit Gin Tonic gefüllt ist. Doch wenige Monate später bekommt sie dicke Post von der eidgenössischen Zollverwaltung (EZV). Diese teilt ihr mit, dass sie mit dem Insta-Posting gegen das Alkoholgesetz verstossen hat.

«Ich war völlig überrascht und wusste nicht, dass das verboten ist», sagt Sylwina Spiess. Sie kommt mit einer Verwarnung davon, muss das Bild jedoch löschen. Ganz aus dem Schneider ist sie trotzdem nicht: Missachtet sie die Verwarnung, wird bei Wiederholung ein Verfahren gegen sie eröffnet.

Die EZV bestätigt gegenüber watson den Sachverhalt und weist darauf hin, dass jede Form von Lifestyle-Werbung für spirituosenhaltige Getränke verboten ist. In einem Werbeleitfaden hält die Abteilung explizit fest, welche Art von Werbung für harten Alkohol auf Social Media zulässig ist und wie Influencer diese korrekt posten müssen. Pro Jahr handle es sich um einige wenige Fälle, in denen sie Influencer verwarnen.

Die EZV reagiert nun auf die Unwissenheit der Influencer: In Zusammenarbeit mit der Influencer-Agentur Kingfluencers starteten sie vor Kurzem eine Sensibilisierungs-Kampagne. Ausgewählte Influencer machen auf die Alkoholwerbung auf Instagram aufmerksam. Auch Sylwina Spiess ist dabei.

«Wir wollen andere Influencer darauf aufmerksam machen, dass sie nicht für Spirituosen werben sollen», sagt Fabian Plüss von Kingfluencers. Die gesetzlichen Bestimmungen seien bei der Influencer-Community noch weitgehend unbekannt.

So klärt Sylwina ihre Community auf:

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

es isch weekend & d gläser fülled sich... 🍷🥂🍹🍸🍻🥃🍾 a aber wie gsets us mit de gsetzliche situation vo alkohol uf instagram? alkoholwerbig unterliit strenge richtlinie vor allem was hochprozentige alkohol betrifft. zb. dörfed uf alkoholwerbige kei persone zeigt werde. Das gilt au für social media. Ich has lang au nöd gwüsst und sicher s einte oder s andere mal es bild vo mir mitteme drink postet - für das chönti azeigt werde. vor allem wenn geld flüsst (dh. bi influencerkooperatione) sind die richtlinie streng z beachte. für meh awareness zu dem thema het s EZV - di Eidgenössisch Zollverwaltig - e SoMe Kampagne gstartet wo uf das Thema ufmerksam macht. Ich hoffe ich chan, zeme mit mine social media gspänli wo au mitmached, dezue biiträge das de umgang mit alkohol au uf social media richtig stattfindet. d richtlinie sind übrigens nöd für alli alkoholprodukt glich streng - bi bier, wii etc. mit tüüferem alkoholghalt sind di gsetzliche bestimmige lockerer und du dörfsch gern es bild vo dir mitteme prosecco poste :) meh info’s zude richtlinie, was mer dörf und was nöd, findsch ufem link i minere bio! Oises private trinkverhalte am weekend sött das aber nöd beschniide - i dem sinn :) happy weekend :) 🥂🥂🌟🌟😘😘 #cheers #drinkresponsibly #socialmedia #ezv #spirituosen #werberegulierung #collab #werbungaufsocialmedia

Ein Beitrag geteilt von S y l w i n a ♥️ (@_sylwina_) am

So ging es auch dem Model und Influencer Steven Epprecht. Er hat erst durch die Verwarnung bei Influencer-Kollegin Sylwina vom Posting-Verbot mit hartem Alkohol erfahren. Daraufhin habe er ein Bild mit hochprozentigen Getränken gelöscht. «Das war sogar eine Zusammenarbeit mit einem Spirituosen-Hersteller. Ich frage mich, warum sie mich dafür überhaupt angefragt haben. Die müssten sich eigentlich mit dem Alkoholgesetz auskennen», sagt Epprecht. Jetzt macht auch er bei der Aufklärungs-Kampagne mit. «Ich will Verantwortung übernehmen und zeigen, dass es nicht cool ist, harten Alkohol als Lifestyle zu verherrlichen.»

Bild

Influencer Steven Epprecht will seine Community zum Thema Alkoholwerbung sensibilisieren. bild: instagram

Beim Spirituosen-Verband Spiritsuisse ist das Problem der Alkoholwerbung auf Instagram bekannt. «Wir haben schon öfters bei dem Amt für Alkohol und Tabak wegen den mangelnden Kontrollen reklamiert», sagt Peter Platzer, Sprecher von Spiritsuisse. Es sei erfreulich, dass diese nun aktiv werde und vermehrt Kontrollen durchführe. «Doch das wird schwierig. Es ist extrem personalintensiv, Social Media systematisch zu überwachen», sagt Platzer. Bezüglich der Kampagne ist er skeptisch: «Das Thema ist zu komplex, um es über Social Media zu erklären.»

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das sind die ersten preisgekrönten Schweizer Influencer

Vor dem Insta-Fame kam die «Nahtod-Erfahrung»

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Keine Reisen und vielleicht sogar eine Kündigung? Was Impfverweigerern drohen könnte

In der Schweiz werden Stimmen lauter, welche Privilegien für Geimpfte fordern. Ist dies mit dem Grundrecht vereinbar? Eine Analyse.

In der Schweiz wird es keine Impfpflicht geben. Das hat der Bundesrat bereits einige Male klargemacht. Wer sich nicht gegen das Coronavirus impfen will, dem ist dies also freigestellt. Die Zeichen verdichten sich jedoch, wonach Impfverweigerern schon bald das Leben schwer gemacht werden könnte.

So berichtete der «Blick» zum Beispiel, dass der Bundesrat beschlossen hat, geimpften Personen gewisse Freiheiten wiederzugeben. Sie sollen wieder in Clubs, Beizen, zu Konzerten und ins Fitnessstudio …

Artikel lesen
Link zum Artikel