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Die SVP ist wie McAfee weil ...

Wenn politische Parteien Computerprogramme wären – wir erklären unpolitischen Digital Natives die SVP, SP, FDP und Co.

Im Herbst 2015 sind Nationalratswahlen. Für viele junge Schweizerinnen und Schweizer wird es das erste Mal sein, dass sie ihre Vertretung in Bern wählen können. Dieser Generation, der Generation der Digital Natives, wollen wir unsere Parteien etwas näher bringen – mit einer Sprache, die sie verstehen. Und das kann nur bedeuten, dass wir mit wahnsinnig viel Ernsthaftigkeit die Parteien mit Computerprogrammen vergleichen.  



1. SVP = McAfee-Antivirus

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screenshot Macafee

Wie das einstmals populäre Antivirusprogramm wird man von der SVP ständig ungefragt, aggressiv und in den unpassendsten Momenten darauf aufmerksam gemacht, dass unser System in Gefahr sei. Böse Eindringlinge würden überall lauern und Abhilfe schaffe einzig und alleine eine massive Firewall. Dass diese die Funktionalität des Systems schwächt und sogar zum Absturz bringen kann, wird gerne unter den Tisch gekehrt. Genau wie der Fakt, dass die stetige Angstmacherei auch nicht eben benutzerfreundlich ist.

2. SP = iOS & OS X

SAN FRANCISCO - MAY 13:  A full page ad by Adobe Systems is displayed on the back of the San Francisco Chronicle business section May 13, 2010 in San Francisco, California. Adobe Systems has fired back at Apple CEO Steve Jobs' recent denouncement of Adobe's Flash technology and is running advertisements in major newspapers saying

Bild: Getty Images North America

Die SP hat sich in den letzten Jahren von einer benutzerorientierten Partei zu einem beinahe sektiererischen Club von Schöngeistern gewandelt. Dieser verhält sich derart hochnäsig, dass er bei vielen Usern einen Antireflex auslöst und damit die eigentlichen Vorteile des Systems überschattet. Ausserdem hat die Konkurrenz das System in vielen Punkten auf- oder sogar überholt, was in der Zentrale aber niemand wahrhaben will.   

3. FDP = MS-DOS

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screenshot: dos

Jahrelang galt die Regel, dass wenn etwas nicht FDP-kompatibel war, dann lief es in der Schweiz nicht. Mit ihrem stabilen Programm sorgte die FDP für Stabilität und für den Aufschwung der Schweiz. Mit den neuen Problemen einer immer komplexer werdenden Gesellschaft war das limitierte System dann allerdings überfordert – und verlor immer mehr an Einfluss. 

4. CVP & EVP = Safe Search & Net Nanny

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screenshot: google

Solange gewisse Themen nicht angeschnitten werden, liefern sowohl die CVP wie auch die EVP ganz vernünftige Parolen. Sobald es allerdings etwas schlüpfriger wird oder es um die Akzeptanz verschiedener sexueller Ausrichtungen geht, werden Scheuklappen aufgeschaltet. Da das System sich vor allem durch den christlichen Glauben definiert, ist in nächster Zeit kein Update zu erwarten. 

5. BDP = Norton-Antivirus

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Wenn die SVP McAfee ist, dann kann die BDP nichts anderes als die Norton Security sein. Sind die beiden vom Programm her vergleichbar, unterscheiden sie sich vor allem durch den Stil. Die BDP ist weniger aggressiv und versteigt sich weniger in Angstmacherei, bleibt aber trotzdem vor allem eines: Ein Anti-Programm.

6. Grüne Partei der Schweiz = Stromspar-Modus

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screenshot: samsung

Die Grüne Partei der Schweiz setzt sich wie der Eco-Mode des Computers dafür ein, dass die Batterie – in diesem Fall, diejenige unserer Erde – etwas länger hält. Tönt gut, hat aber auch seine Nachteile. Musik leise zu hören braucht bekanntlich weniger Strom. Wo aber bleibt der Spass?

7. GLP = Stromspar-Modus mit Bannerwerbung

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screenshot: samsung

Die GLP ist ebenfalls ein Eco-Modus, allerdings einer, mit einer blinkenden Bannerwerbung. Dass diese manchmal auch von einer Fluggesellschaft sein kann, führt zu Verwirrungen, nicht nur ausserhalb des Systems.  

8. EDU = Abgesicherter Modus

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screenshot win XP

Im abgesicherten Modus verwandeln Sie ihren Computer in eine Rechenmaschine à la Pjöngjang. Im engen Korsett, welches selbstverständlich nur zum Wohle des unmündigen Users derart brutal geschnürt wird, sind nur noch die rustikalsten Manöver möglich. Zur Entfaltung der eigentlichen Stärken des Geräts kann es so selbstverständlich nicht kommen. 

9. AL = Linux

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screenshot: linux

Für viele Leute eine echte Alternative. Für viele Leute? Nach eingängiger aber trotzdem meist nur einmaliger Prüfung erweist sich das System für Otto-Normalverbraucher dann eben doch nicht so tauglich für den Alltag. Und wenn es sich in einem Bereich etablieren kann, dann fällt auf: So radikal anders, humaner und stabiler ist es in Tat und Wahrheit auch nicht.

Wie gut kennen Sie sich in der Schweizer Politik aus? Machen Sie das Quiz!

Quiz
1.Welche drei politischen Mittel gibt es, um eine Volksabstimmung zu erzwingen?
ZUM 5. JAHRESTAG DER ABSTIMMUNG DER MINARETT INITIATIVE VOM 29. NOVEMBER 2009, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR PAUSCHALBESTEUERUNG ZUR VERFUEGUNG -  Ulrich Schlueer vom Initiativkomitee, rechts, und SVP Grossrat Thomas Fuchs (BE) reichen am Dienstag, 8. Juli 2008, in Bern die Anti-Minarett-Initiative ein. (KEYSTONE/Peter Schneider)
KEYSTONE
Initiative, obligatorisches Referendum, fakultatives Referendum
Initiative, Referendum, Demonstration
Initiative, obligatorisches Referendum, Facebook-Diskussion
2.Wie viele Unterschriften werden in der Schweiz für eine Volksinitiative benötigt?
Buergerliche PolitikerInnen und Vertreter der Strassenverkehrsverbaende reichen am Montag, 10. Maerz 2014 in Bern bei der Bundeskanzlei die Unterschriften zur Eidgenoessischen Volksinitiative
KEYSTONE
50’000
100’000
1 Prozent der Bevölkerung
50 Nationalräte
3.Was wird mit einer Volksinitiative erreicht?
Ein Mann geht ins Wahllokal im Rathaus in Basel am Sonntag, 28. September 2014. In Basel wird ueber den Grossratsbeschluss vom 25. Juni 2014 betreffend Aenderung der Verfassung des Kantons Basel-Stadt (Gegenvorschlag zur zurueckgezogenen kantonalen Volksinitiative fuer die Fusion der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft) abgestimmt. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)
KEYSTONE
Es wird ein Gesetzesvorschlag gemacht.
Das Gesetz wird geändert.
Es wird eine Verfassungsänderung vorgeschlagen.
Es wird eine Petition erstellt.
4.Was ist nötig, damit ein fakultatives Referendum vors Volk kommt?
epaselect epa04064186 Ballots are counted in Zurich, Switzerland, 09 February 2014. Swiss citizens vote on the initiative 'Against Mass Immigration' launched by the Swiss People's Party (Schweizerische Volkspartei, SVP) which want to limit the annual numbers of migrant workers to Switzerland. Most political parties and business groups warned that such a step could have negative consequences for Swiss relations with the European Union, the country's most important trading partner. Swiss voters are deeply divided on whether to place limits on immigration, according to a first projection of Sunday's referendum on the subject.  EPA/WALTER BIERI
EPA/KEYSTONE
50’000 Unterschriften in 3 Monaten
50’000 Unterschriften in 30 Tagen
50’000 Unterschriften in 100 Tagen
70’000 Unterschriften in 5 Monaten
5.Wann gilt eine Volksinitiative als angenommen?
Ein Plakat ''Volksvermoegen schuetzen - Goldinitiative, JA
KEYSTONE
Die Parteien, die im Bundesrat vertreten sind, müssen die Initiative befürworten.
Das Volk muss die Initiative erst annehmen und dann kann der Bundesrat entscheiden, ob sie umgesetzt wird.
Mehr als die Hälfte der gültigen Stimmzettel müssen die Initiative befürworten, und mehr als die Hälfte der Kantone müssen der Volksinitiative zustimmen.
6.Wie ergreift man ein Referendum?
In Zuerich sammelte das Komitee fuer die legale Abtreibung Unterschriften fuer eine eidgenoessische Initiative, aufgenommen am 5. August 1971. (KEYSTONE/Str)
KEYSTONE
Ein Komitee gründen (freiwillig), Unterschriften sammeln und nach 100 Tagen einreichen.
Auf der E-Votingplattform ein Referendum starten.
Eine Facebook-Seite erstellen.
7.Wer beschliesst Gesetze in der Schweiz?
Der Nationalrat
Der Ständerat
National- und Ständerat gemeinsam
Der Bundesrat
8.Wie viele Vorlagen wurden seit 1848 auf Bundesebene dem Volk zur Abstimmung vorgelegt? (Stand 27. November 2014)
Frauen gehen in Commugny (VD) zum ersten Mal an die Urne, undatierte Aufnahme von 1959. Am 1. Februar 1959 gaben die Waadtlaender per Abstimmung das Recht, kuenftig ebenfalls an diesem Maennerprivileg teilzunehmen. Der sonst eher konservative Kanton am Genferseee fuehrte als erster Kanton der Schweiz das Frauenstimmrecht ein. (KEYSTONE/Str)
KEYSTONE
858
603
299
445
9.In welchem Kanton gibt es eine Stimmpflicht?
Auszaehlen der Stimmzettel in einem Schulhaus in Zuerich am Sonntag, 9. Februar 2014. Das Schweizer Stimmvolk stimmt heute unter ueber die Fabi-Vorlage (Finanzierung- und Ausbau der Eisenbahninfrastruktur, die Masseneinwanderungs-Initiative der SVP, sowie die Initiative
KEYSTONE
Uri
Genf
Schaffhausen
Kein Kanton kennt die Stimmpflicht
10.Wie viel Prozent der weltweit durchgeführten Volksabstimmungen werden in der Schweiz abgehalten?
epa04498662 Pro-reform protesters raise signs rejecting the upcoming elections during a rally following Friday prayers in Duraz village, north of Manama, Bahrain, 21 November 2014. Tension on the streets of Bahrain escalated on the eve of the 22 November 2014 parliamentary and municipal elections, with limited clashes continuing between police and pro-reform protesters boycotting the elections. Bahrain leading opposition groups announced in October that they will be boycotting the elections demanding further democratic reforms and release of prisoners as condition to participate.  266 candidates are running to fill the 40 seats of the parliament while another 153 candidates are running for the various municipality council seats.  The run-off elections are set for 29 November 2014.  EPA/MAZEN MAHDI
EPA/EPA
50 Prozent
40 Prozent
70 Prozent
100 Prozent
11.In welchem Kanton dürfen bereits 16-Jährige abstimmen?
ARCHIVE --- VOR 25 JAHREN, AM 26. NOVEMBER 1989, WURDE UEBER DIE ARMEEABSCHAFFUNGS-INITIATIVE DER GRUPPE SCHWEIZ OHNE ARMEE ABGESTIMMT. DIE RADIKALE INITIATIVE DER GSOA WURDE IM VORFELD DER ABSTIMMUNG IN DER GESELLSCHAFT HEISS DISKUTIERT UND ERZIELTE MIT FAST 36% JA-STIMMEN EINE ÜBERRASCHEND HOHE ZUSTIMMUNG --- One month before the voting on the initiative
KEYSTONE
Bern
Glarus
Schaffhausen
Jura
12.Wann wurde in der Schweiz das Frauenstimmrecht auf Bundesebene eingeführt?
ARCHIVE --- DIE ZUERCHER FRAUENZENTRALE FEIERT AM 8. MAERZ IHR 100JAEHRIGES BESTEHEN. ZU DIESEM JUBILAEUM STELLEN WIR IHNEN DIESES BILD AUS DEN AKTIVITAETEN DIESES DACHVEBANDES DER FRAUENORGANISATIONEN IM KANTON ZUERICH ZUR VERFUEGUNG --- Mitglieder und Sympathisanten der Frauenzentrale, des Frauenstimmrechtvereins und anderer politischer Frauengruppen demonstrieren am 1. Februar 1962 in Zuerich, Schweiz, fuer die Einfuehrung des Frauenstimmrechts auf eidgenoessischer Ebene, das am 1. Februar 1959 an der Urne abgelehnt wurde.  (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Bruell) === ONE TIME USE ONLY, NO SALES, NO ARCHIVES ===
PHOTOPRESS-ARCHIV
5. Mai 1993
11. November 1918
9. November 1989
7. Februar 1971
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