Schweiz
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Bundesraetin Viola Amherd, rechts, spricht an der Seite von Jean-Philippe Gaudin, Direktor NDB, waehrend einer Medienkonferenz ueber den Lagebericht Sicherheit Schweiz 2019, am Freitag, 24. Mai 2019, in Bern.  (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Weibliche Verteidigungsattachés gesucht: Verteidigungsministerin Viola Amherd. Bild: KEYSTONE

Die Schweizer Armee sucht dringend Spioninnen (und Spione) – das musst du wissen

Noch verfügt die Schweiz über keinen weiblichen Verteidigungsattaché. Das soll sich jetzt ändern.

Henry Habegger / ch media



Das Inserat stach ins Auge. Anfang Januar schaltete das Verteidigungsdepartement (VBS) eine Annonce auf dem Newsportal watson. Und zwar nicht irgendwelche Werbung. Die Truppe von Bundesrätin Viola Amherd suchte per Inserat künftige Spioninnen und Spione. Oder, wie es im Inseratetext hiess:

«Verteidigungsattachés m/w»

Die derzeit 19 Schweizer Verteidigungsattachés (VA) sind gewissermassen die offiziellen Spione und Nachrichtenbeschaffer der Armee im Ausland. Es sind Offiziere, die an Schweizer Botschaften wie Paris, Washington, Peking oder Moskau akkreditiert und für mehrere Länder zuständig sind. Ab Juli wird in Äthiopien VA-Posten Nummer 20 eröffnet.

Die Attachés pflegen Kontakte und bauen Netzwerke auf, liefern regelmässig geheime oder weniger geheime Berichte in die Heimat.

Dass sich die Annonce ausdrücklich an beide Geschlechter richtete, hat einen guten Grund. Es besteht deutlicher Frauen-Nachholbedarf in diesem Bereich. «Derzeit gibt es keine weiblichen Offiziere im VA-Netz», hält Armeesprecher Daniel Reist fest.

Gesucht: Erste Frau als Verteidigungsattaché

Es gab sogar noch überhaupt nie einen weiblichen Verteidigungsattaché. Reist: «Es gab in der Vergangenheit lediglich eine weibliche Angehörige der Armee, die von 2001–2004 als Stellvertretende Verteidigungsattaché (Major) in Budapest eingesetzt war.»

Viola Amherd setzt sich unter anderem zum Ziel, die Armee und ihre Schlüsselpositionen weiblicher zu machen. Auf die Frage, ob die Armee jetzt gezielt den Frauenanteil bei den Attachés erhöhen wolle, antwortet Armeesprecher Reist: «Im Rahmen von Gleichstellung und Frauenförderung versuchen wir, insbesondere auch weibliche Angehörige der Armee für eine VA-Verwendung zu gewinnen. Es gibt aber explizit keine «Frauenquote» im VA-Dienst.» Für alle Bewerber und Bewerberinnen gälten die gleichen Anforderungen und Bedingungen.

Die Attachés haben gute Aufstiegschancen. Immer wieder wurden einstige Attachés in den letzten Jahren an die Spitze der Schweizer Geheimdienste berufen.

Aufstiegschance: Geheimdienstchef

So war der derzeit amtierende Chef des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB), Jean- Philippe Gaudin, zuletzt Verteidigungsattaché in Paris. Er knüpfte dort wichtige internationale Kontakte, die ihm als Geheimdienstchef zweifellos von besonderem Nutzen sind.

Jean-Philippe Gaudin, Direktor NDB, spricht waehrend einem Interview nach einer Medienkonferenz ueber den Lagebericht ãSicherheit Schweiz 2019Ò, am Freitag, 24. Mai 2019, in Bern.  (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Jean-Philippe Gaudin, Direktor Nachrichtendienstes NDB, schaffte es vom Attaché zum Chefspion. Bild: KEYSTONE

Auch Peter Regli, von 1991 bis 1999 Chef der Untergruppe Nachrichtendienst des Generalstabs und damit Chef des Auslandgeheimdienstes, war einst Militärattaché. Und zwar in Stockholm. Regli stolperte 1999 über die undurchsichtige Affäre um Geheimdienst-Buchhalter Dino Bellasi.

Der Posten des Militärattachés galt bisher auch immer als Auffangstation für höhere oder hohe Offiziere, für die es in Bern gerade keine Verwendung gab.

Die VBS-Annonce von Anfang Januar war ein Werbespot für ein Selektionsverfahren für neue Verteidigungsattachés, das derzeit läuft. Melden konnte sich, wer mindestens den Rang eines Majors bekleidet.

Ab Major kann man und frau sich melden

Auf die Frage, ob die Armee denn Nachwuchsprobleme bei den Militärattachés habe, sagt Armeesprecher Daniel Reist: «Der VA-Dienst hat keinerlei Nachwuchsprobleme.» Aber die Stellen der Verteidigungsattachés würden «nicht einfach intern vergeben». Sondern: «Die Selektion steht seit 2001 für alle Offiziere ab Grad Major offen – insbesondere auch für Milizoffiziere von ausserhalb der Bundesverwaltung.»

Um die Milizoffiziere ausserhalb der Bundesverwaltung zu erreichen, so der Armeesprecher, müsse «die VA-Selektion über gängige Medienkanäle publik gemacht» werden. «Was neu ist im Gegensatz zu früheren Jahren: Wir setzen in Ergänzung zu den traditionellen Printmedien auch moderne elektronische Medien, Plattformen und Jobportale für die Ausschreibung ein, um möglichst viele Interessierte zu erreichen.» Unter der neuen VBS-Chefin Amherd wird das Rekrutierungsfeld also offensichtlich geöffnet.

Die VA-Ausschreibung erfolgt laut Reist alle zwei Jahre. Die nächste gibt es 2022.

(bzbasel.ch)

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bongalicius 23.01.2020 11:43
    Highlight Highlight Beim Lesen der Schlagzeile dachte ich zuerst man hätte jemanden verloren, wie es bei den Armeewaffen üblich ist. LOL
  • 7immi 23.01.2020 11:14
    Highlight Highlight Der Frauenanteil bei der Armee liegt unter 1.5 %, der Anteil bei den Attachés wäre dann 5 %, womit sie deutlich übervertreten wären. Das ist nicht Gleichberechtigung, sondern Frauenförderung, was schlicht sexistisch ist...
  • Cachesito 23.01.2020 08:22
    Highlight Highlight Mata Hari lässt Grüssen 🤣🤣🤣🤣🤣
  • MeinSenf 23.01.2020 08:08
    Highlight Highlight wie wäre es mit Wehrdienst für alle...
    • Sämi P. aus E. 23.01.2020 14:28
      Highlight Highlight besser nicht.
      danke tschau
  • Ulmo Ocin 23.01.2020 07:52
    Highlight Highlight Da bin ich wohl mit meinen drei Spaghetti nicht erwünscht...
  • DunkelMunkel 23.01.2020 07:19
    Highlight Highlight „ Es besteht deutlicher Frauen-Nachholbedarf in diesem Bereich.“

    Wie äussert sich das sachlich gesehen?

    Wenn es Frauen gibt, die das machen wollen, dann bitte fördern! Aber wie äussert sich der Bedarf sachlich gesehen?
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 23.01.2020 07:16
    Highlight Highlight Spion, sowas sucht man nicht die werden angeworben.
  • Philboe 23.01.2020 06:16
    Highlight Highlight Ihr wisst nicht so wirklich was ein VA macht oder? Mit Spion hat das rein gar nichts zu tun. Der VA ist mehr ein militärischer Angesteklter welcher Diplomatie zu der Armee und den wichtigen Funktionen vor Ort unterhält
    • Snowy 23.01.2020 06:57
      Highlight Highlight Korrekt.

      Richtig ist aber auch, dass staatliche Spione im Ausland sehr häufig Militärattachés oder ähnliche Funktionen bekleiden.
    • Rectangular Circle 23.01.2020 07:12
      Highlight Highlight Steht ja auch im Text ...
    • michiOW 23.01.2020 07:53
      Highlight Highlight Er sammelt Informationen und pflegt Kontakte. Genau das macht ja ein Spion.
  • Dubox 23.01.2020 06:06
    Highlight Highlight Wieso müssen in einer Organisation, die nur für Männer obligatorisch ist, die Schlüsselpositionen häufiger mit Frauen besetzt werden?
  • TanookiStormtrooper 22.01.2020 21:59
    Highlight Highlight Dann muss die Wehrpflicht eben auf Frauen ausgeweitet werden, die Männer muss man ja auch zu ihrem "Glück" zwingen. 🤷‍♂️
  • fools garden 22.01.2020 21:09
    Highlight Highlight Frauennachholbedarf, der besteht Vielerorts, er ist aber nicht überall Männerverschuldet.
  • Coffeetime ☕ 22.01.2020 20:31
    Highlight Highlight Habe keine Ahnung: Wie viele Majorinnen gibt es in der CH Armee ? 🤔
    • Mr.President 22.01.2020 21:04
      Highlight Highlight Oh ja! Allein der Gehalt von Major ist der Hammer! Das wäre der Traum!
      1. hohes Gehalt,
      2. befielst nur rum
      3. Rente ab 40 oder 50
    • xHascox 22.01.2020 21:43
      Highlight Highlight 2019 waren weniger als 600 Frauen Offiziere oder in keiner Formation, wenn man dann noch davon ausgeht, dass die meisten Offiziere Leutnant sind, (Oberleitnant, Hauptmann) und erst dann der Rang Major kommt, und es nur eine weibliche Brigadier gibt...
      Bestimmt weniger als 100,
    • Alnothur 22.01.2020 22:25
      Highlight Highlight Der Dienstgrad heisst immer Major. Es gibt keine "Majorin".
    Weitere Antworten anzeigen
  • DemonCore 22.01.2020 20:19
    Highlight Highlight Findi geil. Nicht mal 1% Frauen in der Armee, aber interessante Jobs absahnen. Läuft bei denen.
  • Stargoli 22.01.2020 19:53
    Highlight Highlight Bin Gefreiter im Zivilschutz. Denke das sollte für eine Bewerbung doch reichen:)
  • MartinZH 22.01.2020 19:42
    Highlight Highlight Wow! 🙄🕵👍

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