Schweiz
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Männer starten häufiger einen zweiten Eheversuch als Frauen



ZUR EIDGENOESSISCHEN ABSTIMMUNG UEBER DIE VOLKSINITIATIVE „FUER EHE UND FAMILIE – GEGEN DIE HEIRATSSTRAFE“ AM SONNTAG, 28. FEBRUAR 2016, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -  A wedding cake with the bridal couple from a 3D-printer at the wedding exhibition in Zurich, Switzerland, pictured on January 9, 2016. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Das Hochzeitspaar aus dem 3d Drucker an der Hochzeits- und Festmesse in Zuerich am 09. Januar 2016. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Ob's an der Torte liegt? Männer heiraten häufiger ein zweites Mal. Bild: KEYSTONE

2010 lag die Wahrscheinlichkeit, dass eine Ehe in der Schweiz geschieden wird, bei 50 Prozent. Mittlerweile rechnen Statistiker mit dem Scheitern von 40 Prozent. Dennoch hat sich der Anteil der Geschiedenen in den letzten 30 Jahren von 4.2 auf 8.5 Prozent verdoppelt.

Ist jemand zwischen 55 und 61 Jahre alt, beträgt die Wahrscheinlichkeit in der Schweiz sogar 20 Prozent, dass er oder sie geschieden ist. Insgesamt ist jede achte Frau ab 20 Jahren geschieden, aber nur jeder elfte Mann.

Dies, weil Männer häufiger eine zweiten Ehe wagen als Frauen. In seiner neuen Publikation «Scheidungen» liefert das Bundesamt für Statistik (BFS) - was es sonst selten tut - auch mögliche Gründe: Frauen seien durch ihren «altersbedingten Attraktivitätsverlust» benachteiligt auf dem Heiratsmarkt. Derweil heiraten Männer erneut, weil sie nicht gut allein sein können.

Die «altersbedingte Unattraktivität» der Frauen dürfte vor allem in jüngster Zeit ein Problem sein, da die Scheidungsneigung von langjährigen Paaren zunimmt. Deshalb steigt auch das Durchschnittsalter bei der Scheidung. 1984 betrug es bei Männern knapp 41 Jahre, heute sind es fast 50; das Durchschnittsalter von Frauen bei der Scheidung stieg im selben Zeitraum von 37.3 auf knapp 45 Jahre.

Der Kinder wegen sich durchbeissen

Die Bereitschaft, sich nicht gleich bei den ersten Problemen scheiden zu lassen, sondern sich bis zu einem gewissen Alter durchzubeissen, kommt den Kindern zugute: Der Anteil der Scheidungen, in die unter 18-jährige Kinder involviert sind, ist gemäss BFS rückläufig. Er ging von 60 Prozent im Jahr 1970 auf 46 Prozent im 2018 zurück.

Dennoch haben viele Kinder zu leiden. 2018 waren 12'200 Minderjährige in der Schweiz in Scheidungen involviert. Das Gros - nämlich je etwa ein Drittel - in den Altersgruppen 5 bis 9 und 10 bis 14 Jahre. Doch jedes zehnte Scheidungskind ist unter vier Jahren.

Jedes 10. Scheidungskind hat nur ein Elternteil

Seit Inkrafttreten einer Gesetzesänderung am 1. Juli 2014 ist das gemeinsame Sorgerecht bei Scheidungen die Regel. Scheidungskindern hat das bisher nicht viel gebracht. Der Anteil der getrennten Eltern, die die gemeinsame elterliche Sorge ausüben, hat im Vergleich zur früheren Situation laut BFS nur leicht zugenommen. Immer noch leben 89 Prozent der Scheidungskinder bei der Mutter. Und die Anzahl der Besuchstage beim Vater variiert je nach Alter zwischen 5.3 und 6.3 im Monat.

Immerhin: «Rund ein Sechstel der getrenntlebenden oder geschiedenen Eltern teilen sich die Betreuung der Kinder mehr oder weniger hälftig auf, und die Kinder leben etwa gleich viele Tage bei der Mutter und beim Vater», schreibt das BFS. Auf der anderen Seite hätten 10 Prozent der nicht im Haushalt lebenden Elternteile keinerlei Kontakt zu den Kindern.

Scheidung ist sehr ungesund

Die BFS-Publikation befasst sich auch mit gesundheitlichen Aspekten der Scheidung. «Erwartungsgemäss ist das psychische Wohlbefinden geschiedener Personen ohne Partnerin oder Partner weniger gut als jenes von Geschiedenen mit Partnerin oder Partner», heisst es. "Eine Paarbeziehung hat offensichtlich einen Einfluss auf die Lebensqualität, denn nur 83 Prozent der Geschiedenen ohne Partnerin oder Partner schätzen ihre Lebensqualität als gut oder sehr gut ein im Vergleich zu 92 Prozent bei den Geschiedenen in Paarhaushalten.

Geschiedene Singles leiden nicht nur eher unter Depressionen und Angststörungen, sondern auch unter Diabetes und Bluthochdruck. Geschiedene in Paarbeziehungen sind dagegen fast genauso fit wie Verheiratete und auch fast genauso glücklich. Punkto Einsamkeitsgefühl sind verpartnerte Geschiedene sogar besser dran als Verheiratete: Etwa 25 Prozent leiden unter Einsamkeit, bei den Verheirateten sind es fast 30 Prozent. Geschiedene Singles sind dagegen einsame Spitze: Mehr als jede/r zweite fühlt sich einsam.

(aeg/sda)

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Merida 26.06.2020 09:05
    Highlight Highlight „Frauen seien durch ihren «altersbedingten Attraktivitätsverlust» benachteiligt auf dem Heiratsmarkt. Derweil heiraten Männer erneut, weil sie nicht gut allein sein können.“
    Und das von einer Bundesbehörde... Nein, es gibt keinen institutionellen Sexismus in der Schweiz... 🤦‍♀️
  • Gopfidam 25.06.2020 17:50
    Highlight Highlight Ich, 29.

    Kennenlernen mit 26, danach positiver Schwangerschaftstest von ihr.

    Geheiratet mit 26
    Vater mit 27
    Geschieden mit 28 😂

    Zum Thema gemeinsame Betreuung.

    Um das zu erfüllen muss ein Mann ziemlich gut verdienen und einen seeeehr guten Arbeitgeber der bei so was noch zustimmt. Ich kenne niemanden. Dafür ist es mein Ziel mehr Zeit mit meinem Kind zu haben. Und daran arbeite ich jetzt die nächsten Jahre :-)
    • Gopfidam 26.06.2020 14:17
      Highlight Highlight Wenn du als Mann z.B 60% arbeiten willst, damit dein Kind noch zwei Tage bei dir bleiben kann, brauchst du entsprechend einen Lohn um deine Kosten decken zu können. Durch das niedrigere Pensum wäre auch der Unterhalt tiefer und durch die Aufteilung der Tage ebenfalls. So wäre die alternierende Obhut machbar. Aber eben, nur für die Elite

      Mit meinen netto 4200.- kann ich mir so was jedenfalls nicht erlauben..

      Die Unterhaltsrechnung ist so gesehen extrem einfach. Das Gericht hat einen definiertes Existenzminimum. Alles darüber wird als Ehegatten/Kindesunterhalt für die Expartnerin angesehen.

  • Darkside 25.06.2020 17:34
    Highlight Highlight Daraus schliesse ich in erster Linie, dass Frauen lernfähiger sind als Männer.
  • Balikc 25.06.2020 15:59
    Highlight Highlight Kleine Logikübung:
    Wir gehen einfachheitshalber von 50% Männer zu 50% Frauen aus.
    Wenn nun also mehr Männer als Frauen ein zweites mal heiraten, heisst das gleichzeitig eben auch, dass mehr Männer als Frauen es gar nie tun...

    ... und dann noch eine Frage: Was ist das Gegenstück zu «altersbedingter Unattraktivität» der Frauen?
    «viagrabedingtes Stehvermögen», «bauchfettbedingter Kuschelfaktor» oder doch eher «infarktrisikobedingte Erbschaftsaussichten»?
    • Tilman Fliegel 25.06.2020 16:57
      Highlight Highlight Dann gibt's auch noch die Gruppe derer, die Ehepartner aus dem Ausland heiraten und deine Statistik dadurch wieder durcheinander bringen.
    • Robba 25.06.2020 18:29
      Highlight Highlight Häh Häh, sehr gut !!!!!

      Das wichtigste wenn man mal die 50 überschritten hat ist: Kuscheln, kuscheln, kuscheln.
    • Banana-Miez 25.06.2020 19:17
      Highlight Highlight @Balikc

      Sorry, habe deinen Kommentar aus Versehen geherzt!
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Kommentar

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