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Lohn, Kinder, Sex: So sehen Frauen die Schweiz – 7 neue Erkenntnisse

Männer sind im Vorteil, die Hauptlast im Haushalt nervt und viel zu oft versuche man, anderen zu gefallen. So denken 6000 Deutschschweizer Frauen gemäss einer neuen Studie über ihre Lebenssituation in der Schweiz.



Drei Viertel finden: Männer sind im Vorteil

Was die Gleichstellung in der Schweiz betrifft, sind etwa zwei Drittel der Teilnehmerinnen mit der Situation im privaten Umfeld, in der Politik und in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit zufrieden. In der Arbeitswelt sieht es allerdings anders aus: Nur 40 Prozent betrachten die Gleichstellung dort als verwirklicht.

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Mit der Gleichstellung im privaten Umfeld sind nur 13% sehr zufrieden. Bild: annajetzt/sotomo

Gesamthaft betrachten die jüngeren Frauen zwischen 24 und 35 Jahren die Gleichstellung in der Arbeitswelt kritischer als die älteren. Im folgenden Punkt ist sich ein Grossteil der Frauen generationenübergreifend einig:

«72 Prozent der Frauen sind der Ansicht, dass Männer in der Schweiz insgesamt mehr Vorteile haben.»

Den grössten Handlungsbedarf sehen die Frauen vor allem in der Lohnungleichheit der Geschlechter. Bei der (temporären) Einführung von Geschlechterquoten in Führungspositionen gehen die Meinungen auseinander: 48 Prozent sprechen sich dafür, 52 Prozent dagegen aus.

Die Studie

Für die «annajetzt»-Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Sotomo mehr als 6000 Frauen über 16 Jahre in der Deutschschweiz. Die Befragung erfolgte online zwischen dem 21. und dem 31. Januar 2021. Die Studie entstand im Auftrag der Frauenzeitschrift «annabelle».

Stärkere private Bindungen dank Corona – aber nicht für alle

Wie die Umfrage zeigt, hängt die Zufriedenheit mit der Lebenslage stark von der Familien- und Haushaltssituation ab. So sind Frauen in Familienhaushalten (zwei Elternteile, mindestens ein Kind) zwar zufrieden mit ihrer Familiensituation, liegen aber in der Zufriedenheit in Beruf und Freizeit deutlich unter dem Durchschnitt.

Auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie aufs Leben schlägt sich je nach Haushaltssituation unterschiedlich nieder: Frauen ohne Kinder sehen positive Auswirkungen auf ihre Freizeit, während die Freizeit bei Frauen mit Kindern reduziert wird, da die Kinder öfters zuhause sind. Dafür werden die Verbindungen von Paaren und Familien eher gestärkt. Alleinlebende Frauen spüren vermehrt negative Folgen für das Beziehungsleben.

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Auffallend in der Grafik ist die unterschiedliche Einschätzung der Auswirkungen der Pandemie auf die Freizeit. Bild: annajetzt/sotomo

Das Frau-Sein steht nicht im Vordergrund

«Was ist Ihnen besonders wichtig, wenn Sie sich selber beschreiben?» Die Antworten auf diese Frage sollen zeigen, welche persönlichen Merkmale die Frauen für ihre eigene Identität als wichtig erachten. Die Geschlechtszugehörigkeit gehört nicht dazu:

«Die Geschlechtszugehörigkeit ist nur für 5 Prozent eines der wichtigsten Merkmale der eigenen Persönlichkeit.»

Als viel wichtiger betrachten die befragten Frauen den eigenen Lebensstil als individuelles Merkmal, gefolgt von der Familie und vom Beruf. Verbesserungspotential sehen die Frauen in unterschiedlichen Bereichen ihres Lebens. Obwohl die Antworten sehr divers waren, stach vor allem ein Punkt hervor: 46 Prozent der Frauen sind der Ansicht, in ihrem Leben bisher zu viel Zeit damit vergeudet zu haben, anderen gefallen zu wollen.

Aktivitäten, mit denen zu viel Zeit verschwendet wurde (Abb. 18)
«Schauen wir zum Schluss noch etwas aufs Ganze: Was denken Sie, womit haben Sie in Ihren Leben bisher zu viel Zeit
verbracht? (Markieren Sie alles Zutreffende.)»

Der Hälfte reicht das Geld nicht aus

50 Prozent der befragten Frauen haben angegeben, ihren Lebensunterhalt nur mit dem eigenen Lohn nicht bestreiten zu können. Dabei handelt es sich vor allem um Frauen mit Kindern, wobei das Alter der Kinder keine Rolle spielt. Die Vereinbarung von Beruf und Familie stellt hierbei eine der grössten Herausforderungen dar.

Wünsche für bessere Vereinbarkeit von Job und Familie (Abb. 26)
«Was wäre Ihrer Meinung nach für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf hilfreich?»

Viele Frauen wünschen sich mehr Unterstützung vom Arbeitgeber.

Aus diesem Grund wünschen sich viele der Befragten mehr Anstrengungen von ihrem Arbeitgeber. Mehr als die Hälfte würde auch eine vermehrt geteilte Verantwortung zu Hause begrüssen.

Haushalt bleibt Frauensache – und das nervt

Mit 42 Prozent nerven sich die Deutschschweizer Frauen am meisten darüber, dass ihnen der Haushalt überlassen wird. Des Weiteren stören sich 40% daran, dass der/die Partner/in nicht über Gefühle sprechen kann oder will, gefolgt von 27%, welche finden, dass er/sie ständig am Mobile, Tablet oder Computer sei.

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Eine deutliche Mehrheit der Frauen gibt an, den Grossteil der sogenannten Mental Load zu tragen: Dabei ist nicht nur die Organisation des Haushaltes, sondern auch das Pflegen von Beziehungen gemeint. Währenddessen ist der Partner (bzw. die Partnerin) überproportional für das Erwerbseinkommen und Reparatur-Arbeiten zuständig. Bei Paaren mit Kindern geht diese Schere noch weiter auf.

Bereiche zuhause, in denen ungleich viel geleistet wird (Abb. 34)
«In welchen Bereichen zuhause leisten Sie deutlich mehr als Ihr/e Partner/in?» und «In welchen Bereichen zuhause leistet
Ihr/e Partner/in deutlich mehr als Sie?»

Rund ein Drittel findet Sex nicht so wichtig

Wie die Befragung zeigt, sind nur vier von zehn Frauen mit ihrem Sexleben zufrieden. Die Einschätzungen hierzu hängen jedoch stark vom Alter ab: Je älter die Frauen, desto grösser ist der Anteil derer, die Sex nicht mehr so wichtig finden. Für Jüngere wieder um ist Sex nicht nur wichtiger, sondern wird auch mehr gewünscht, wie die folgende Grafik zeigt:

Eigene Sexualität (Abb. 37)
«Welche Aussagen in Bezug auf Ihre Sexualität treffen auf Sie zu? (Markieren Sie alles, das für Sie zutrifft.)» - Nach Alterskategorien

Einen grossen Einfluss spielt erneut die Kindersituation:

«Frauen mit Kindern im Vorschulalter finden besonders häufig, sie hätten zu wenig Sex.»

Die Frauen wurden auch um ihre Meinung zu Pornographie befragt. Mit 57 Prozent interessiert sich die Mehrheit nicht dafür, 36 Prozent der befragten Frauen findet Pornographie frauenfeindlich. 18 Prozent betrachten Pornos als gutes Mittel, um sexuelle Vorlieben zu entdecken.

Ein Viertel ist ungewollt kinderlos

Gemäss der Studie gaben nur 39 Prozent der kinderlosen Frauen an, dass sie bewusst keine Kinder haben wollten. 37 Prozent möchten zu einem späteren Zeitpunkt Kinder haben, 24 Prozent sind unfreiwillig kinderlos. Eine grosse Rolle spielt hierbei die Länge der Ausbildungszeit. Haben die Frauen einen Hochschulabschluss, so verschiebt sich die Familiengründung tendenziell nach hinten – zwei Drittel der befragten Hochschulabgängerinnen zwischen 25 und 34 gaben an, kinderlos zu sein.

Besonders bei den Frauen ab 55 Jahren äussert sich eine längere Ausbildung in Kinderlosigkeit: Sie blieben fast doppelt so häufig kinderlos wie Frauen mit einem Grundschul- oder Lehrabschluss. Bei den unter 55 Jahren zeigt sich dieser Bildungsgraben der Kinderlosigkeit nicht mehr so markant. Dies deutet darauf hin, dass die bisherigen Anstrengungen der Schweiz zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie erste Wirkung gezeigt haben.

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