Schweiz
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Nach Schiffsunglück in der Adria

Fast alle Schweizer sind in Sicherheit – wie viele Passagiere sind tot?



Auf der in der Adria verunglückten Fähre «Norman Atlantic» haben sich sieben Schweizer Staatsangehörige und sieben in der Schweiz wohnhafte ausländische Passagiere aufgehalten. Fast alle befinden sich inzwischen in Sicherheit, wie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Dienstagabend mitteilte. In einem Fall war noch eine Untersuchung im Gang. Das EDA ist mit allen Personen dieser Gruppe oder deren Familienangehörigen in Kontakt, betreut die Betroffenen im Rahmen des konsularischen Schutzes und unterstützt sie bei der Weiterreise. Zwei Personen sind bereits auf dem Rückweg in die Schweiz.

In Brindisi waren zwei Vertreterinnen der Schweizer Botschaft in Rom im Einsatz. Bei der Ankunft des Rettungsschiffes San Giorgio werden sie den Schweizer Passagieren und den in der Schweiz wohnhaften ausländischen Passagieren bei Bedarf Unterstützung anbieten. Die Gruppe wird nach ihrer Ankunft vom Italienischen Roten Kreuz in Empfang genommen. Aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes machte das EDA keine weiteren Angaben.

Passengers arrive on the Italian Navy's vessel San Giorgio after the car ferry Norman Atlantic caught fire in waters off Greece December 29, 2014 in this handout photo provided by Marina Militare. Rescue teams working through the night have pulled 265 people off a stricken car ferry which caught fire off the coast of Greece but more than 200 are stranded on board, the Italian navy said on Monday. REUTERS/Marina Militare/Handout via Reuters (GREECE - Tags: DISASTER MARITIME) ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS

Überlebende des Unglücks werden in Sicherheit gebracht. Bild: HANDOUT/REUTERS

Bei der Ermittlung der Opfer des Fährunglücks in der Adria spielt sich unterdessen ein unwürdiges Hin und Her ab. Niemand weiss, wie viele Menschen an Bord waren. Mehr Tote werden gefunden. Die Vorwürfe der Passagiere sind erschreckend.

Die Behörden befürchten, dass weit mehr Menschen ums Leben gekommen sind als bisher bekannt. In dem Wrack der «Norman Atlantic» seien wahrscheinlich noch mehr Opfer, sagte der italienische Staatsanwalt Giuseppe Volpe, der mit den Ermittlungen beauftragt ist.

Fähre vor Griechenland in Brand

Vor allem blinde Passagiere könnten darunter sein, da sie sich womöglich im Laderaum versteckt hätten. Bisher wurden elf Tote geborgen. Zudem kamen zwei albanische Einsatzkräfte beim Abschleppversuch der Fähre ums Leben, weil ein Tau gerissen war.  

Aussagen von Geretteten legten nahe, dass auf den Autodecks schlafende Lastwagenfahrer ums Leben gekommen sind. Eine Lastwagenfahrerin sagte griechischen Medien: «Drei meiner Kollegen sind umgekommen.» Die Trucker hätten in der Fahrerkabine geschlafen. Niemand hätte die Passagiere rechtzeitig alarmiert. Das Feuer war vermutlich im Autodeck ausgebrochen.

Anzahl der Vermissten unklar

Da es unterschiedliche Angaben zu der Passagierliste gab, ist unklar, wie viele Menschen auf der Fähre waren und somit vermisst werden. Staatsanwalt Volpe sagte am Dienstag, dass möglicherweise 499 Menschen an Bord waren. Gerettet wurden 427. Darunter sind nach Angaben des italienischen Transportministers auch zehn Schweizer.

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