DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Zollbeamte und Grenzwächter sollen künftig die gleiche Ausbildung erhalten und flexibel eingesetzt werden können. Bewaffnet werden sollen sie je nach Aufgabe. (Archivbild)

An der Grenze Schweiz Italien herrscht Verwirrung Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Lombardei-Lockdown sorgt für Durcheinander an Grenze: Was passiert jetzt im Tessin?

Italien setzt 16 Millionen Menschen in Norditalien unter Quarantäne. Doch was bedeutet das? An der Grenze herrscht ein Durcheinander, Grenzgänger sind verunsichert.

Gerhard Lob / ch media



Die weitgehende Abriegelung Norditaliens, namentlich der Lombardei, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen, hat direkte Folgen für den Kanton Tessin und sorgt für grosse Verunsicherung. Denn aus den lombardischen Provinzen Como und Varese pendeln jeden Tag fast 68’000 Grenzgänger zur Arbeit ins Tessin.

Der Tessiner Regierungspräsident Christian Vitta erklärte am Sonntagmorgen auf dem Radiosender RSI, man verfolge die Entwicklung ständig und stehe in engem Kontakt mit den eidgenössischen Behörden, namentlich auch mit den Bundesräten Alain Berset und Ignazio Cassis. Konkrete Aussagen machte er noch nicht. Doch ist davon auszugehen, dass im Laufe des Tages auch vom Kanton Tessin neue Massnahmen ergriffen werden.

Rein technisch sind die neuen Sperrzonen in Norditalien keine roten Zonen, wie Premierminister Giuseppe Conte erklärte. Demnach dürfen Personen Ortsveränderungen vornehmen, wenn dies beispielsweise für die Arbeit erforderlich ist.

Durcheinander an der Grenze

Derweil herrscht an der Grenze ein rechtes Durcheinander, wie das Onlineportal tio.ch am Sonntagvormittag berichtet. So hatten die italienischen Grenzwächter offenbar um 8.30 Uhr die Grenzen in Richtung Lombardei geschlossen, doch kurz danach wieder geöffnet. Auf Schweizer Seite herrscht Dienst nach Vorschrift. Viele Grenzgänger wenden sich mit Fragen an die Grenzwächter. Sie haben Angst, etwa am Montag nach der Arbeit nicht mehr nach Hause fahren zu können.

Das Coronavirus verbreitet sich

1 / 14
Das Coronavirus verbreitet sich
quelle: epa / yonhap
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Italien hat bisher mit drastischeren Massnahmen auf das Coronavirus reagiert als das Tessin. So wurden etwa die Schulen und Universitäten bis 3.April geschlossen, was im Tessin nicht der Fall ist. Das Tessin hat seinerseits ein Verbot für Versammlungen mit mehr als 150 Personen erlassen. Praktisch alle öffentlichen Veranstaltungen, auch Theatervorführungen und Konzerte, sind abgesagt. Mit zuletzt 45 positiven Fällen ist das Tessin proportional zur Bevölkerung vom Coronavirus am stärksten betroffen und geografisch natürlich nach Italien am stärksten exponiert.

Bleiben Grenzgänger im Altersheim?

Gemäss dem Direktor des Tessiner Industrieverbandes (Aiti), Stefano Modenini, muss alles getan werden, um einen Stillstand der Produktion zu verhindern. Die Aiti hat ihren Mitgliedern bereits einen Brief geschrieben, wonach geprüft werden soll, ob Grenzgänger in Schlüsselpositionen vorübergehend im Tessin wohnen können, das heisst vorerst nicht pendeln. Modenini erwähnt auch das bekannte Problem des Gesundheitssektors, der stark auf Grenzgängerinnen und Grenzgänger angewiesen ist. Manche Altersheime im Tessin, in denen Grenzgänger arbeiten, haben sich darauf vorbereitet, dass diese allenfalls nicht mehr nach Hause fahren können.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

19 Gesundheitstipps vom schlechtesten Arzt der Welt

1 / 21
19 Gesundheitstipps vom schlechtesten Arzt der Welt
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Keine Handschläge erlaubt? Hier sind Alternativen:

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Einzige Schweizer

Dieser einzige Schweizer hauste erst in einer Eselshöhle und könnte heute steinreich sein

Roland Zoss zog als 24-Jähriger mit langen Haaren und Gitarre los in Richtung Süden. Bald fand er seinen Bestimmungsort: Die Insel hinter dem Mond, wie er sie selbst nennt. Fast 50 Jahre später sind die Haare etwas kürzer, die Musik zum Beruf und die Heimat ein kleines Eiland geworden. Das ist seine Geschichte.

Roland Zoss könnte durchaus dem einen oder anderen ein Begriff sein. Der Berner ist Schriftsteller und Musiker. Unter anderem erfand er für Kinder die Figuren «Jimmy Flitz» oder das «Xenegugeli». Er besang als erster die Bäume und schrieb über «Die Insel hinter dem Mond» oder die Seventies im soeben erschienenen «Hippie-Härz», einem Hörbuch/Roman in Mundart.

Zum Schriftsteller wurde er auf einer knapp zehn Quadratkilometer kleinen Insel, die zu den Liparischen Inseln nördlich von Sizilien …

Artikel lesen
Link zum Artikel