Schweiz
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64 Prozent der Kinder in der Schweiz werden ausserfamiliär betreut



In der Schweiz werden fast zwei Drittel der Kinder unter 13 Jahren familienerg

Wer schaut zu den Kindern? Wenn's nicht die Grosseltern machen, dann vor allem die Kitas. Bild: KEYSTONE

In der Schweiz werden fast zwei Drittel (64 Prozent) der Kinder unter 13 Jahren familienergänzend betreut. Dabei sind Grosseltern sowie Kindertagesstätten und schulergänzende Betreuungseinrichtungen die meist genutzten Betreuungsformen.

In Grossstädten lassen 81 Prozent der Familien ihre Kinder fremdbetreuen, in ländlichen Gebieten 66 Prozent, wie aus einer am Montag veröffentlichten Publikation des Bundesamts für Statistik (BFS) hervorgeht, die sich auf Zahlen aus dem Jahr 2018 stützt.

Grosseltern sowie Kindertagesstätten und schulergänzende Betreuungseinrichtungen werden für je einen Drittel der 0- bis 12-jährigen Kinder in Anspruch genommen. Knapp ein Zehntel der Kinder (9,3 Prozent) wird von anderen Personen aus dem Umfeld betreut, etwa von Verwandten, Freunden oder Nachbarn. Tagesfamilien sowie Nannys, Au-Pairs und Babysitter betreuen je 5 Prozent der Kinder.

grosseltern

Bild: shutterstock

Bei den Grosseltern zeigt sich ein deutlicher Unterschied nach Alter der Kinder: 40 Prozent der 0- bis 3-Jährigen werden regelmässig durch ihre Grosseltern betreut. Bei Kindern im Schulalter (4 bis 12 Jahre) sind es noch 29 Prozent.

In Familien ohne Migrationshintergrund sind sie die häufigste Betreuungsform (49 Prozent). Hingegen stützen sich nur 16 Prozent der Eltern mit Migrationshintergrund auf Betreuung durch die Grosseltern. Diese kommen zudem auf dem Land für 40 Prozent der Kinder zum Einsatz, also häufiger als in Grossstädten und anderen städtischen Gebieten (26 Prozent bzw. 33 Prozent).

Wenig Kinder aus Paarhaushalten in Kitas

Alleinlebende Eltern nehmen für ihre Kinder häufiger familienergänzende Betreuung in Anspruch als Paarhaushalte (77 Prozent bzw. 62 Prozent). Sie stützen sich zudem vermehrt auf institutionelle Kinderbetreuung: 49 Prozent der Kinder in Einelternhaushalten werden in einer Kindertagesstätte oder schulergänzenden Einrichtung betreut. In Paarhaushalten entspricht dieser Anteil 30 Prozent.

Sind beide Elternteile erwerbstätig, nutzen sie erwartungsgemäss vermehrt familienergänzende Kinderbetreuung als Elternpaare, bei denen die Mutter nicht erwerbstätig ist: Mit über 70 Prozent im Vergleich zu 34 Prozent werden doppelt so viele Kinder fremdbetreut.

Sind beide Eltern Vollzeit oder beide Teilzeit erwerbstätig, werden 41 Prozent bzw. 40 Prozent der Kinder in Kindertagesstätten oder schulergänzenden Strukturen betreut. Bei Kindern von Paaren, bei denen der Vater Vollzeit und die Mutter Teilzeit oder nicht erwerbstätig ist, sind es deutlich weniger (33 Prozent bzw. 15 Prozent).

Aufgrund des hohen Betreuungsbedarfs und der grösseren organisatorischen Flexibilität kommen Nannys, Au-Pairs und Babysitter (11 Prozent) vor allem für Kinder zum Einsatz, deren Eltern beide Vollzeit arbeiten.

Bis 4,6 Prozent des Einkommens für Kinderbetreuung

Die Ausgaben für familienergänzende Kinderbetreuung variieren je nach Einkommen. Im untersten Drittel der Einkommensklasse betrugen sie in den Jahren 2015-2017 durchschnittlich 314 Franken pro Monat und Haushalt, im mittleren Drittel 581 Franken und im obersten 963 Franken.

Der Anteil der Ausgaben am Bruttoeinkommen ist aber in allen Einkommensklassen etwa gleich. Im untersten Drittel machen sie 4,0 Prozent des Bruttoeinkommens aus, im mittleren 4,6 Prozent und im obersten 4,4 Prozent. (aeg/sda)

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Com Truise 25.05.2020 13:02
    Highlight Highlight Alternativer titel: zwei drittel aller eltern können es sich nicht leisten auf der arbeit zu fehlen um ihre kinder zu erziehen.
    • Miicha 25.05.2020 13:28
      Highlight Highlight In der Schweiz muss man sich erst mal leisten können die Kinder fremdbetreuen zu lassen. Es ist einfach viel zu teuer! - Alternativer Titel: Frauen am den Herd 🙄
    • Bits_and_More 25.05.2020 18:47
      Highlight Highlight Oder sie Arbeiten einfach gerne und schätzen die Abwechslung.
    • BVB 26.05.2020 08:29
      Highlight Highlight Ich glaube es liegt nicht am können sondern am wollen. Wer leidet sind die Kinder.
  • Rissle 25.05.2020 12:25
    Highlight Highlight 4,6%? Wo? Bei uns waren es, als beide Kinder in die Kita gingen, gut 17%! Subventioniert, wohlgemerkt. Jetzt sind sie älter, da sinds noch gut 7,5%
    • Wat Sohn 25.05.2020 13:03
      Highlight Highlight Ich wurde auch ein bisschen stutzig... bei uns sind es auch locker 10%, wohlgemerkt des BRUTTOeinkommens. (1 Kind Kita 2,5 Tage und 1 Kind ausserschulische Betreuung an 3 Tagen). Wir arbeiten beide 80%.
  • Sarkasmusdetektor 25.05.2020 10:57
    Highlight Highlight Was bitte heisst "regelmässig durch ihre Grosseltern betreut"? Einmal pro Woche? Einmal pro Monat? Einmal pro Jahr? Mit diesen schwammigen Aussagen kann man sich unter den Zahlen doch nichts vorstellen.

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