Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Klimastreik in Zuerich am Freitag, 27. September 2019. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Nach über einem halben Jahr Zwangspause gehen die Klimastreikenden am 4. September wieder auf die Strasse. Bild: KEYSTONE

Weshalb der Klimastreik kein Streik mehr ist

Erstmals seit Februar geht die Klimajugend am Freitag wieder in der ganzen Schweiz auf die Strasse. Vom Streik haben sich die Klimaaktivistinnen teilweise verabschiedet. Zumindest vorerst.



Nach sechs Monaten Corona-Zwangspause gibt die Klimabewegung ihr Comeback und demonstriert am Freitag in 18 Schweizer Städten. «Ich freue mich sehr. Der Klimastreik lebt von der Strasse und vom Gemeinschaftsgefühl», sagt der Zürcher Klimaaktivist Jonas Kampus zu watson.

An vielen Orten sind die Kundgebungen erst für den späteren Nachmittag oder gar am Abend angesetzt. In Altdorf UR etwa steigt die Klimastreik-Premiere um 19.30 Uhr. In Bern und Zürich versammelt sich die Klimajugend um 16.30 Uhr in der Innenstadt.

Jonas Kampus, Klimastreiker, Zürcher

Jonas Kampus freut sich, endlich wieder für den Klimastreik auf die Strasse zu gehen. Bild: zvg

Wenn der Streik kein Streik mehr ist

Die Kundgebungsteilnehmer müssen nicht mehr die Schule schwänzen oder der Arbeit fernbleiben, um an die Demo zu gehen. Der Klimastreik ist also gar kein typischer Streik mehr. Weshalb?

«Der Klimastreik lebt von der Strasse und vom Gemeinschaftsgefühl.»

Jonas Kampus

«Wir wollen unsere Bewegung möglichst breit ausrichten und auch arbeitstätige Menschen ansprechen», sagt die Berner Klimaaktivistin Lena Bühler. In der Vergangenheit habe man die Erfahrung gemacht, dass sich die arbeitstätigen Leute am späteren Nachmittag besser mobilisieren liessen.

Die grosse Frage ist, wie viele Leute nach der Corona-Zwangspause wieder für das Klima auf die Strasse gehen. In Bern etwa ist ein Demo-Gesuch für 500 Leute bewilligt worden. «Wegen Corona werden diesmal wohl ältere Sympathisantinnen eher zuhause bleiben», so Bühler. Dies, obschon an der Kundgebung eine Maskenpflicht gilt.

Klimastreik in Zuerich am Freitag, 24. Mai 2019.   (KEYSTONE/Walter Bieri)

Bild: KEYSTONE

Die grosse Wut im Bauch

So oder so strecken die Klimastreikenden am Freitag ihre Kartonschilder mit einer grossen Portion Wut im Bauch in die Höhe. Selbst von den Grünen fühlen sie sich «benutzt und belogen», weil diese das Klimaziel von netto null Treibhausgasemissionen in der Schweiz erst 2040 und nicht wie vor den Wahlen versprochen 2030 erreichen wollen. «Die Politikerinnen und Politiker im Bundeshaus handeln absolut unverantwortlich und nehmen die Zerstörung unseres Planeten bewusst in Kauf», sagt Kampus weiter.

«Wir haben keine andere Wahl, als weiter zu demonstrieren.»

Lena Bühler

Auch Lena Bühler ist frustriert über die Tatenlosigkeit der Politik nach der Klimawahl 2019. «Wir haben keine andere Wahl, als weiter zu demonstrieren.»

Spätestens nächstes Jahr wollen die Klimastreikenden wieder die Arbeit oder das Schulheft niederlegen. «Der Streik bleibt ein zentrales Element unserer Bewegung», so Kampus.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Die besten Schilder des Klimastreiks

Klimabewegung ruft zu zivilem Ungehorsam auf

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

3 Hauptargumente der KVI-Gegner auf dem Prüfstand

Der Kampf um die Konzernverantwortungsinitiative (KVI) tobt unerbittlich. Dabei argumentieren die Gegner auch mit Vorwürfen, die sich bei genauerer Betrachtung als falsch herausstellen. Drei Argumente im Prüfstand.

Im Abstimmungskampf zur KVI gehen die Wogen hoch. Ja-Fahnen zieren jeden zweiten innerstädtischen Balkon, die Initianten machten diese Abstimmung zur teuersten aller Zeiten. Auf der anderen Seite werden die Initianten auf Facebook in einer Verleumdungskampagne als «linke Krawallanten» verunglimpft und Ueli Maurer wird «bei der Arroganz, die hinter dieser Initiative steckt, fast schlecht».

So hart die Bandagen in diesem Kampf sind, so knapp wird wohl auch das Ergebnis werden. Momentan liegen …

Artikel lesen
Link zum Artikel