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Zwei Flugsicherungen, ein Luftraum

Swiss muss Umwege fliegen, weil Russland den Luftraum über der Krim annektiert hat



International mag die Annexion der Krim nicht anerkannt sein, doch das hindert Russland nicht daran, auf dem Boden Fakten zu schaffen – und nicht nur auf dem Boden: Die russische Flugsicherung fühlt sich neuerdings berufen, den Luftraum über der Krim zu kontrollieren. Dabei benutzt sie Funkfrequenzen, die den ukrainischen Kollegen vorbehalten wären.

Laut der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) hat nach wie vor die Ukraine das alleinige Recht, den Luftraum über der Krim zu kontrollieren. Doch in der Praxis übernimmt Russland nun diese Aufgabe. Dass zwei verschiedene Flugsicherungen dasselbe Stück Luftraum bearbeiten, ist in den internationalen Abkommen aus gutem Grund nicht vorgesehen. An wessen Anweisungen sollen sich die Piloten halten?

Aufgrund dieser «unsicheren Situation» rät die europäische Luftverkehrskontrolle Eurocontrol ihren Mitgliedsländern, das Fluginformationsgebiet (FIR) Simferopol zu umfliegen. Dieses umfasst die Krim sowie Teile der Südukraine und des Schwarzen Meers.

Fluginformationsgebiet Simferopol

Bild

Karte:  gis.icao.int

Das hat auch Auswirkungen auf Flugrouten aus der Schweiz Richtung Fernost. Wie die Swiss auf Anfrage erklärt, musste die Strecke Zürich-Schanghai wegen der Situation in der Ukraine angepasst werden. «Es handelt sich nicht um neue, sondern optimierte Routen, die wir bisher teilweise auch schon genutzt haben, zum Beispiel bei ungünstigen Wetterlagen», betont Sprecherin Sonja Ptassek.

Flug Zürich-Schanghai

Bild

Karte: swiss.ch

Inzwischen benutzen nur noch russische Airlines den Luftraum über der Krim. «Aeroflot würde nicht fliegen, wenn wir die Sicherheit der Passagiere nicht zu 100 Prozent garantieren könnten», versicherte ein Sprecher gegenüber dem «Economist». Damit könnte er sogar recht haben, schliesslich haben die russischen Jets freie Fahrt.

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