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Als Wind und Wetter noch stimmten: Bodo Zimmermann über dem Himalaya-Gebirge. bild: screenshot/srf

4 Tage Schmerzen: Wie ein Schweizer Gleitschirmpilot im Himalaya nur knapp überlebte

Was für fünf Gleitschirmpiloten als grosses Abenteuer beginnt, endet für einen von ihnen im Kampf ums Überleben. Der SRF-Dokfilm «Am seidenen Faden – Geschichte einer Rettung» zeigt die eindrückliche Geschichte des heute 35-jährigen Bodo Zimmermann.



2016 tritt der Schweizer Bodo Zimmermann gemeinsam mit vier Freunden das bisher grösste Abenteuer seines Lebens an. Mit seinem Gleitschirm will der Rettungssanitäter und ambitionierte Gleitschirmpilot das Himalaya-Gebirge erobern. Zimmermann und seine Freunde wollen fliegen, wo sonst noch niemand geflogen ist. Dafür nehmen sie eine anstrengende Reise auf sich.

Von der indischen Hauptstadt Neu-Delhi fahren sie mit dem Zug nach Pathankot und danach weiter mit dem Bus nach Bir Billing. Dort geht es weiter mit einem gekauften Auto. Nach 13 Stunden und 400 Kilometern holpriger Autofahrt kommen sie in Gulabgarh im äussersten Norden Indiens an.

Der Ort, den sie ausgewählt haben, um ihre Zelte aufzuschlagen, ist so abgeschieden von der Aussenwelt und so schlecht erschlossen, dass sie zu Fuss weiter müssen. Von Gulabgarh wandern sie zwei Tage mit Sack und Pack und sechs Eseln nach Machail Mata.

Am 6. November 2016 bricht die Gruppe zu den geplanten Höhenflügen auf. Vom Basecamp geht es noch einmal 500 Höhenmeter nach oben. Von dort aus fliegen sie in atemberaubender Höhe durch die Lüfte.

Die ersten Tage klappen wie am Schnürchen. Wetter und Wind stimmen. Doch dann kommt der verhängnisvolle fünfte Tag: Am 11. November wird Zimmermanns Gleitschirm von einer Windböe gepackt und verfängt sich an einem Felsen.

Die Helmkamera von einem der fünf Freunde filmt den Unfall. Die Aufnahmen sind erschütternd. Sie zeigen, wie die Freunde zum Verunglückten rennen. Zeigen die Angst in ihren Augen, weil sie das Schlimmste befürchten. Doch Zimmermann lebt und ist ansprechbar.

Der gelernte Rettungssanitäter gibt seinen Freunden Anweisungen. Diagnostiziert sich selbst. Ein Bein scheint gebrochen. Die Füsse wohl auch. Gemeinsam tragen die Freunde den schwer verletzten Zimmermann die 500 Höhenmeter zurück zum Basecamp. Und sie versuchen, so schnell wie möglich an ein Funkgerät zu kommen, um einen Helikopter zu organisieren.

Das Funken funktioniert. Doch der angeforderte Helikopter kommt nicht. Es wird Nacht und Zimmermanns Schmerzen immer stärker. Niemand weiss, ob er die Nacht überleben wird.

Der SRF-Dok in voller Länge

https://www.srf.ch/programm/tv/sendung/P771498068527_T346395227812

Zwei seiner Freunden machen sich noch in der Nacht zu Fuss auf den Weg ins nächste grössere Dorf. Auch 14 Stunden nach seinem Unfall wartet Zimmermann noch immer auf medizinische Betreuung. Die beiden zurückgebliebenen Freunde kümmern sich um ihn im Schichtbetrieb. Lagern ihn um, geben ihm zu Trinken.

Die beiden Freunde im Dorf schaffen es nach vielen Stunden und mit viel Geduld und Überzeugungsarbeit, die Militärpolizei zu einem Rettungsflug zu überreden. 42 Stunden später hört Zimmermann endlich das erlösende Flattern der Rotorenblätter.

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Zimmermann im Militärhelikopter und mit selbstgebastelter Stütze auf dem Weg ins nächste Spital. bild: srf/screenshot

Zimmermann wird ins nächstgelegene Spital geflogen. Doch damit ist die Tortur noch nicht zu Ende. Die medizinische Versorgung ist rudimentär. Seine Freunde organisieren die Abholung durch die Rega. Doch bis zu seiner sicheren Rückkehr in die Schweiz muss Zimmermann noch einiges durchmachen. Immer wieder filmt der junge Mann sich mit dem Handy selbst, dokumentiert sein Leiden, sein Glück im Unglück.

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Immer wieder filmt der junge Mann sich mit dem Handy selbst, dokumentiert sein Glück im Unglück. bild: srf

Ob Zimmermann je wieder fliegen kann, lässt der Dokumentarfilm offen. Auch vier Jahre nach seinem Unfall kämpft er mit seinen Verletzungen. Doch die Hoffnung verloren hat der 35-Jährige nicht. «Ich werde immer einen Teil von mir in der Luft haben, egal ob ich am Boden stehe oder selbst in der Luft bin», sagt Zimmermann zum Ende des Films.

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