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A la RTS, «plusieurs autres cas» de harcèlement. Watson.

RTS-Direktor Pascal Crittin wandte sich heute an die Mitarbeitenden. Bild: shutterstock/olrat

Sexuelle Belästigung bei RTS – es ist alles noch schlimmer

Die Belästigungsfälle beim Westschweizer Fernsehen RTS sind seit sechs Monaten bekannt. Jetzt kommt aus: Es gibt noch mehr davon.

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Guillaume Chillier



Das Erdbeben, welches den Westschweizer Fernsehsender RTS erschüttert hat, ist noch nicht vorbei. Nun sind neue Fälle aufgetaucht, die die Führungsebene als inakzeptabel bezeichnet.

RTS-Direktor Pascal Crittin schreibt in einer E-Mail an die Mitarbeitenden: «Wir mussten handeln: Wir haben eine Nulltoleranz gegenüber Mobbing und Belästigung. Und wir haben uns nicht nur mit den in der Presse zitierten Fällen befasst, sondern auch mit mehreren anderen, die seither bekannt geworden sind.»

Crittin fügt an:

«Wir haben verhältnismässige, aber dennoch starke Sanktionen verhängt – bis hin zur Entlassung.»

Pascal Crittin

Doch um wie viele Fälle geht es? Wie ernst sind sie? Und wie weit oben in der Hierarchie? Diese Fragen haben wir gestern Abend der RTS und der SRG gestellt. Die Antworten stehen noch aus.

Gleichzeitig sagt die Geschäftsführung von RTS, dass sie auf den Abschlussbericht über alle gesammelten Zeugenaussagen im Fall Rochebin (über 230) wartet. Der Bericht soll Ende Juni erscheinen. «Wir werden mit diesen Situationen so umgehen, wie sie behandelt werden sollten», verspricht Pascal Crittin.

Erste Massnahmen angekündigt

Heute Morgen kündigte die SRG die Umsetzung eines ersten Massnahmenpakets für die Mitarbeitenden an. Intern spricht man von «ersten Entscheidungen zur Verbesserung der Situation». Vorgestellt wurde Massnahmen von Jean-Michel Cina, Präsident des SRG-Verwaltungsrats, Ursula Gut-Winterberger, VR-Mitglied, und Gilles Marchand, Direktor der SRG und Chef des RTS zum Zeitpunkt der von «Le Temps» aufgedeckten Ereignisse.

Auch die RTS-Mitarbeiter waren eingeladen, sich zu beteiligen. Ihre Fragen durften sie aber nur schriftlich stellten – wie es auch bei der Pressekonferenz am 16. April der Fall war.

Der jetzige RTS-Direktor Pascal Crittin schreibt weiter an die Mitarbeiter:

«Nicht nur Schikanen oder Mobbing verursachen Leid: Es gibt auch diskretere Formen inakzeptablen Verhaltens, wie Machtmissbrauch, geschlechtsspezifische oder andere Formen der Diskriminierung, Günstlingswirtschaft, unerfüllte Verpflichtungen oder das Verhalten von Mitarbeitern (unabhängig von ihrer Hierarchieebene), die die von RTS vertretenen Prinzipien oder Werte nicht respektieren.»

Nach Angaben der Mediengewerkschaft (SSM) wurde angekündigt, dass die beiden Vorschläge von Mitte April, d.h. die Ernennung externer Personen auf verschiedenen Ebenen des Unternehmens und die Schaffung interner Schulungen zur Sensibilisierung für Belästigungsfragen, in die Vernehmlassung geschickt werden sollen. Für den SSM ist das nur Kosmetik:

«Simple Änderungen der Vorschriften werden das Vertrauen nicht wiederherstellen.»

Jamal Al-Amine, Gewerkschaftssekretär

Neu führt das RTS ein Vertrauensbarometer ein, das regelmässig aktualisiert werden soll. «Wir hoffen, dass die Ergebnisse es uns ermöglichen, gemeinsam und konstruktiv zur Förderung eines gesunden und vertrauensvollen Arbeitsumfelds beizutragen, zum Wohle von RTS und der Öffentlichkeit», schreibt Crittin weiter.

Vertrauen zurückgewinnen

Allzu einfach dürfte das nicht werden. Laut «Le Courrier» haben im April mehr als 350 RTS-Mitarbeiter angegeben, sie seien «fassungslos» über die Ergebnisse der Untersuchungen im Fall Rochebin. Unterdessen sind es etwa 500, was rund 20 Prozent der Gesamtmitarbeiterzahl entspricht.

Zur Erinnerung: Am 16. April präsentierte die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) die ersten Ergebnisse der Untersuchungen, die aufgrund eines Artikels in der Zeitung «Le Temps» mit dem Titel «Darius Rochebin, la RTS et la loi du silence» eingeleitet wurden. Für den Star-Moderator ergaben sich aus der Untersuchung «keine Rückschlüsse auf sexuelle oder moralische Belästigung». Rochebin, der im Herbst zum französischen Nachrichtensender LCI wechselte, reichte unterdessen Verleumdungsklage gegen «Le Temps» ein.

Gleichzeitig trat der Chefredakteur der TV-Nachrichten, Bernard Rappaz, zurück, während der Leiter der Personalabteilung an eine andere Stelle im Unternehmen versetzt wurde. Allgemeiner erwähnt der Untersuchungsbericht ein «tiefes Unbehagen» in den Korridoren von RTS und einen «Mangel an Vertrauen in bestimmte Mitglieder der Hierarchie».

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