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BILDPAKET -- ZUM JAHRESRUECKBLICK 2018 NATIONAL, STELLEN WIR IHNEN HEUTE FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -- Pierre Maudet, president du Conseil d'Etat, arrive pour prendre part au point de presse du Conseil d'Etat in corpore, ce mercredi 5 septembre 2018 a Geneve. Le conseiller d'Etat genevois Pierre Maudet, au centre d'une affaire de voyage controverse, conserve la direction du departement presidentiel. Il perd toutefois les prerogatives de representation du gouvernement, a annonce mercredi ce dernier. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Pierre Maudet: Die Luft für den Genfer Staatsrat wird dünner. Bild: KEYSTONE

Sie war eine der grössten Kritikerinnen Maudets – nun muss Guinand plötzlich schweigen



Wahrscheinlich recherchierte niemand so hartnäckig zu Pierre Maudet wie Laetitia Guinand. Die Westschweizer Journalistin beschäftigte sich etwa mit Maudets Abu-Dhabi-Reise oder mit dessen Entscheiden am Flughafen Genf. Doch plötzlich ist von der 42-Jährigen nichts mehr zu hören. Und das ausgerechnet jetzt, da von allen Seiten Maudets Rücktritt gefordert wird.

Nicht nur Maudet hatte wenig Freude an den Enthüllungen Guinands, auch seine Freunde. Der Genfer Kommunikationsberater Eric Benjamin, dem enge Beziehungen zu Maudet nachgesagt werden, beschwerte sich im Juni bei RTS, wo Guinands Berichte erschienen. Benjamin ist zudem Mitglied des SRG-Regionalvorstandes. Dies berichtet der Tages-Anzeiger am Donnerstag.

Benjamin schrieb RTS-Direktor Pascal Crittin und meinte, er könne es nicht zulassen, dass RTS zu einem Klatschradio verkomme. In der Mail hiess es: «Was will Laetitia Guinand? Hat sie etwa eine Rechnung offen mit Pierre Maudet?»

Im Gegensatz dazu feierte Benjamin die Auftritte Maudets auf Social Media.

Nun, da Maudet so unsicher auf dem Stuhl sitzt wie noch nie, ist es aber plötzlich ruhig geworden um Laetitia Guinand. Ihre letzte Reportage erschien im Oktober. Für einmal aber in der Sendung «Rundschau» im Deutschschweizer und nicht im Westschweizer Fernsehen. Das welsche Fernsehen verzichtete bis heute auf eine Ausstrahlung der Reportage, welche in der Romandie für viel Aufsehen sorgte. 

Doch was ist der Grund, weshalb Guinand plötzlich ruhig ist? «Laetitia Guinand ist aktuell krankgeschrieben», sagt Radio-Chefredaktor Laurent Caspary gegenüber dem Tages-Anzeiger. Gerüchte, wonach die Chefredaktion Guinand journalistische Fehlleistungen vorwerfe, dementierte Caspary. Hingegen bestätigte Caspary, dass Maudet bei der Chefredaktion interveniert habe.

Nun wird der Druck auch auf die RTS-Führung grösser. Dutzende Kulturschaffende und Politiker, die mit dem Umgang mit Guinand unzufrieden sind, wandten sich mit einem «Plädoyer für die Pressefreiheit» an Crittin. 

Wann Guinand ihre Arbeit wieder aufnimmt, ist derzeit noch unklar. (cma)

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Video: srf/SDA SRF

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