Schweiz
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Keine Maskens

Bild: sda

Überraschung! Das Deutschschweizer Wort des Jahres 2020 hat mit Corona zu tun

«Systemrelevant» ist das Wort des Jahres 2020 in der Deutschschweiz. Auf dem zweiten und dritten Platz folgen «Maskensünder» und «stosslüften».



Die Corona-Pandemie prägt nicht nur den Alltag der Bevölkerung, sondern schlägt sich auch in der Sprache nieder: Sämtliche Top 3-Wörter des Jahres 2020, die die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) am Dienstag bekannt gab, hängen in der einen oder anderen Weise mit dem Virus und seinen Auswirkungen zusammen.

Der Sieger «systemrelevant» war im Jahr 2013 tatsächlich noch zum «Unwort des Jahres» gekürt worden. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Applaus und Überlastung, Streikgedanken und Abgrenzungsfragen: Unruhe sei ins System gekommen, als der Bundesrat einstufte, welche Sektoren unabdingbar für das Wohlergehen der Gesellschaft und das Funktionieren der Wirtschaft seien, so die ZHAW. Und gleichzeitig beschäftigte die Frage: Sind wir nicht alle relevant fürs System?

Bist du mit dem Wort des Jahres zufrieden?

«Oben ohne» wird gebüsst

Schaute man im Frühjahr noch etwas befremdlich nach Asien, wo die Menschen schon lange regelmässig einen Mundnasenschutz tragen, tadelt man Menschen «oben ohne» heute auch in der Schweiz als «Maskensünder» – und mit Bussen belegt werden die Regelverweigerer obendrein auch.

Eine Mitarbeiterin der Basler Verkehrs-Betriebe BVB verteilt Schutzmasken am Bahnhof SBB in Basel, am Montag, 6. Juli 2020. Das Schutzkonzept gegen das Coronavirus wurde angepasst: Alle Reisenden muessen in oeffentlichen Verkehrsmitteln eine Maske tragen. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Der Tag, an dem die Maskenpflicht eingeführt wurde. Bild: keystone

Mit Stosslüften liessen sich bisher vor allem die Heizkosten im Winter tief halten. In Zeiten von Corona hilft das kräftige und kurzzeitige Lüften der Wohnung, Schulzimmer und Büros, das Ansteckungsrisiko zu mindern.

Klimawandel war 2019 in aller Munde

Im Jahr 2019 landeten die Wörter «Klimajugend», «OK Boomer» und «Flugscham» auf den Plätzen eins bis drei.

Die weiteren Wörter des Jahres 2020 in der Schweiz sind «coronagraben», «gestes barrières» und « luttes» fürs Französische, «pandemia», « responsabilità» und « distanza» fürs Italienische sowie «mascrina», « extraordinari» und « positivitad» fürs Rätoromanische.

Wissenschaftliche Auswertung

Die Verantwortung für das Wort des Jahres hat das Departement Angewandte Linguistik der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW in Winterthur. Es analysiert die Schweizer Diskursdatenbank Korpus Swiss-AL und bestimmt pro Sprache die Wörter, die im Jahr 2020 häufiger oder deutlich anders verwendet wurden als in den Jahren zuvor.

Dann wählt eine Jury von Sprachprofis aus dieser Liste, aus Publikumsvorschlägen und aufgrund eigener Erfahrung die drei markantesten Wörter. Die vier Jurys bestehen aus je rund zehn Sprachschaffenden aus der deutsch-, französisch-, italienisch- und rätoromanischsprachigen Schweiz. (sda)

Wie gut kennst du die Jugendsprache? Beweis es im Quiz!

Quiz
1.Fangen wir einfach an. Was heisst «chillen»?
Das Wort «chillen» bedeutet, Netflix zu gucken. Es kommt aus der Redewendung «Netflix and Chill».
«Chill» bedeutet auf Englisch «ausruhen» oder «entspannen». Jugendliche verwenden das Wort oft auch, wenn das Gegenüber entspannen soll. Beispiel: «Chill doch mal!»
«Chillen» tut man, wenn man etwas mit Chili isst.
«Chill» bedeutet «kalt» auf Englisch. Wenn das Wetter «chillt», dann ist es sehr kalt.
2.Easy, oder? Weiter mit dem Jugendwort des Jahres: Was heisst «lost»?
«Lost» ist ein anderes Wort für Lust und wird für sexuelle Aktivitäten verwendet. Etwa so: «Ich habe voll Lost auf dich.»
«Lost» ist eine US-amerikanische Fernsehserie. Dort geht es ums Überleben. Deshalb wird «lost» jugendsprachlich dafür verwendet, wenn man etwas überstanden hat. Etwa nach einer Prüfung: «Ich habe die Prüfung gelost» / «Ich habe die Prüfung überlebt.»
«Lost» heisst übersetzt «verloren» auf Englisch. Man sagt es, wenn man einen Gegenstand verloren hat. Wenn man sein Handy sucht, sagt man beispielsweise: «Mein Handy ist voll lost.»
«Lost» kommt aus dem Englischen und heisst «verloren». Es wird verwendet, wenn man verloren, ahnungslos oder unentschlossen ist. Etwa so: «Du bisch ja voll lost, man», was so viel heisst wie «Du hast keine Ahnung».
3.Das war schon schwieriger. Weiter: Was ist «cringe»?
«Cringe» bedeutet «kriechen». Wenn also jemand «cringed», dann kriecht er oder sie.
Das Wort kommt vom Grinch. Man nennt eine besonders griesgrämige und schwarzmalerische Person «cringe».
Aus dem Englischen Übersetzt bedeutet «cringe» «zusammenzucken». Daher wird es verwendet, wenn jemand erschrickt und daraufhin zusammenzuckt.
«Cringe» bedeutet «fremdschämen». Jemand kann also «cringe» sein. Man sagt, «du bist cringe», wenn sich diese Person peinlich aufführt und sich die anderen Personen dafür fremdschämen.
4.Aha. Nice to know. Was bedeutet es, wenn man «flext»?
Wenn jemand «flext», dann gibt er oder sie an. Besonders beliebt ist das «flexen» im Fitnessstudio: Wenn man seine Muskeln zur Schau stellt, dann «flext» man. Man kann aber auch mit Gegenständen «flexen»: Etwa mit teuren Autos oder Uhren.
«Flexen» heisst «beugen». Wenn jemand echt gut «flext», dann ist diese Person sehr beweglich.
Die Droge Cannabis wird «Flex» genannt.
Der Deutschrapper Luciano sagt oft «Flex». Damit meint er, krasse Lines zu spitten (gut zu rappen).
5.Nächstes: Was bedeutet «ume»?
Das ist eine Abkürzung für «ultra mega ernst». Wenn also etwas «ume» ist, ist nicht zu spassen. Etwa so: «Dieses Thema ist ume.»
Etwas oder jemand kann «ume» sein. Wenn man «ume» ist, dann ist man am Start. Eine Konversation könnte etwa so aussehen: Person A: «Kommst du raus?» Person B: «ume».
«Ume» kommt von «umemache», was so viel bedeutet wie «rumknutschen».
«Ume» wird als Warnung verwendet, wenn der Lehrer auf dem Weg zurück ins Klassenzimmer ist. Jemand sagt dann «ume!», um die Klassenkameraden darauf hinzuweisen, wieder still zu sein.
6.Schon viel gelernt, hä? Weiter: Was heisst «Drip»?
Auch das kommt aus dem Englischen und bedeutet «tropfen». Wenn jemand schwitzt, dann «drippt» er oder sie.
«Drip» kommt aus dem US-Hip-Hop-Slang. Das Wort wird verwendet, wenn jemand guten Style, teure Accessoires oder eine positive Ausstrahlung hat. «Du bist voll am drippen, ey» oder «Du hast voll den Drip!».
«Drip» bedeutet «tropfen». Wenn man ein Getränk fallen lässt, dann hat man es «gedrippt».
«Drip» ist eine andere Version des Wortes «drop». «Droppen» bedeutet, etwas zu releasen/veröffentlichen. Wenn ein Rapper ein neues Album releast, dann hat er es «gedrippt».
7.Was bedeutet «roasten»?
Auch das kommt aus dem Englischen. Es bedeutet «rüsten». Wenn man «roasted», dann rüstet man sich für etwas, etwa für eine Prüfung oder einen Wettkampf.
Wenn man jemanden «roasted», dann macht man sich über diese Person lustig oder mobbt sie.
«Roasten» bedeutet «braten». Man sagt also «roasten» als Begriff beim Kochen.
«Roasten» bedeutet «braten». Das wird verwendet, wenn man lange in der Sonne liegt und braun wird. Dann ist man voll «geroasted».
8.Ok. Jetzt zum Underground. Was bedeutet «Lean»?
«Lean» ist eine Droge. Dabei wird codeinhaltiger Hustensaft mit Sprite gemischt. Es wird vor allem in der Hip-Hop-Szene konsumiert.
«Lean» ist Englisch und heisst lehnen. Wenn jemand sich bequem in einen Stuhl oder auf ein Sofa setzt und relaxt, dann ist er oder sie am «leanen».
Wenn jemand «leant», dann schwimmt er oder sie gegen den Strom. Anti-Mainstream sozusagen.
«Lean» heisst «mager». Wenn jemand sehr dünn oder mager ist, dann ist er oder sie «lean» oder ein «Lean». Es wird auch als Schimpfwort verwendet.
9.Wann wird «Bratan» benutzt?
«Bratan» kommt vom Wassertempel Pura Ulun Danu Bratan auf Bali. Weil der Rapper Capital Bra dort seine Ferien verbrachte, hat er das Wort in Umlauf gebracht. Ein «Bratan» ist jemand, der vollkommen relaxed ist.
«Bratan» ist eine abgewandelte Form von Braten. Wenn jemand gut aussieht, ist er oder sie ein «Bratan», also ein leckerer Braten.
«Bratan» leitet sich vom russischen Wort «brat» ab und bedeutet Bruder. Es wird für den Bruder oder Menschen aus dem engeren Kreis verwendet.
«Bratan» ist eine Anspielung auf den moldauischen Gewichtheber Alexandru Bratan. Das Wort wird für einen Mann verwendet, der sehr muskulös ist.
10.Eine Redewendung zum Schluss: «No front». Wann wird das verwendet?
Das Wort kommt vom Youtuber Inscope21. Er verwendet das Wort immer, um seine Zuschauer zu begrüssen. Seither wird es in der Jugendsprache als Begrüssung verwendet.
«No front» bedeutet «keine Vorderseite» auf Englisch. Es wird verwendet, wenn jemandes Outfit nicht zusammenpasst. Etwa so: «Sorry, aber du hast no front.»
Das ist ein Wort aus dem Kriegswortschatz. Wenn jemand «no front» hat, dann hat er oder sie keinen Schutz und ist machtlos.
«No front» verwendet man, wenn man etwas Kritisches sagt, das aber nicht verletzend oder beleidigend meint. Beispiel: «No front, aber das war jetzt nicht korrekt von dir.»
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