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Dioezesanbischof Vitus Hounder, links, und Abt Marian Eleganti, rechts, sprechen anlaesslich der Pressekonferenz zur Ernennung von Abt Marian Eleganti zum Weihbischof fuer das Bistum Chur am Montag, 7. Dezember 2009 in der Abtei St. Otmarsberg in Uznach. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Ihre Anhänger wollen Homosexuelle aus der Kriche verbannen: Der Churer Bischof Vitus Huonder (r.) und Weihbischof Marian Eleganti. Bild: KEYSTONE

«Kirche von Homo-Netzwerken befreien!» –  Verein will schwule Priester verbannen

Anhänger des Churer Bischofs Vitus Huonder erklären sexuelle Übergriffe mit «Homo-Netzwerken» innerhalb der Kirche.

samuel schumacher / schweiz am wochenende



Ein Artikel von

Mitten in der Adventszeit hat Papst Franziskus eine alte Debatte neu entfacht. In einem neuen Buch äussert er sich kritisch über Homosexuelle im Kirchendienst. Bestärkt durch die Schützenhilfe von oben wagt sich jetzt eine konservative Schweizer Gruppierung aus der Deckung: der Verein Pro Ecclesia, der dem umstrittenen Churer Bischof Vitus Huonder nahesteht.

Pro Ecclesia hat eine Petition mit dem Titel «Die Katholische Kirche von Homo-Netzwerken befreien!» lanciert, die im Januar an den zuständigen Kardinal in Rom überreicht werden soll. Die Petition fordert die Kirche auf, homosexuelle Männer nicht mehr zum Priesteramt zuzulassen und damit einen Teil zur Wiedergutmachung der jüngsten Missbrauchsfälle beizutragen.

Man sei «in grosser Sorge» um die katholische Kirche, schreibt Pro Ecclesia. Das «unselige Verhalten» von homosexuellen Priestern komme allmählich an die Öffentlichkeit. «Dies schädigt das Ansehen der Kirche und entfremdet die Menschen vom Glauben.» 80 Prozent der Missbrauchsopfer seien männlich. Das zeige, dass die Homosexualität ein Problem darstelle.

«Übelster Konservatismus»

Pro Ecclesia fiel in der Vergangenheit mit Aktionen gegen katholische Laienprediger oder gegen die «gotteslästerliche» Schwyzer Fasnachtsmesse auf. Auch die radikale Forderung nach einem Verbot schwuler Priester gehört zum Repertoire. Das neue Papstbuch habe die Menschen zusätzlich für das Thema sensibilisiert, sagt Pro-Ecclesia-Präsident Herbert Meier. Der ehemalige Aargauer SVP-Grossrat, der in der Antirassismus-Strafnorm eine «ernsthafte Bedrohung» für die Meinungsfreiheit sieht, fordert eine rationale Debatte über das Thema.

Einen umstrittenen Beitrag zu dieser Debatte leistete der Churer Weihbischof Marian Eleganti. In einem Interview mit dem katholischen Sender EWTN sagte er im August, dass homosexuelle Priester für den Missbrauchsskandal im US-Bundesstaat Pennsylvania verantwortlich seien. Dort wurden im Sommer 300 Priester des Missbrauchs von über 1000 Minderjährigen überführt.

Anzahl Unterstützer bleibt unklar

Eleganti forderte mit Verweis auf die vielen männlichen Opfer eine «neue Nüchternheit, bevor wir die Homosexualität als eine ebenso wertvolle Variante der Schöpfung anschauen wie die heterosexuelle Ehe». Pro-Ecclesia-Präsident Meier sieht das ganz ähnlich: «Es ist wichtig, dass die Hauptursachen der Missbrauchsfälle benannt und unterbunden werden.»

Wie viele Unterzeichner man für die Petition schon gewinnen konnte, will Pro Ecclesia nicht verraten. Klar ist: Die Forderung stösst in der katholischen Kirche auf Widerstand. Martin Stewen, Priester der Diözese Chur und derzeit in Abu Dhabi im Auslandeinsatz, sagt: «Genau in dieser Mischung von übelstem Konservatismus und unterdrückter Sexualität liegt die Motivation zu Machtdemonstration durch sexuelles Missbrauchsverhalten.» Pro Ecclesia fördere genau das, was der katholischen Kirche gerade eine ihrer schwersten Krisen bereitet.

Papst Franziskus

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Papst Franziskus
quelle: x90039 / max rossi
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