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Pierre Maudet vor Gericht: «Ich erlebe seit drei Jahren eine Tortur»



Pierre Maudet, conseiller d'Etat genevois, quitte le palais de justice lors d'une pause au premier jour de son proces pour acceptation d'avantage devant le Tribunal de police, ce lundi 15 fevrier 2021 a Geneve. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Pierre Maudet Bild: keystone

Am zweiten Tag seines Prozesses vor dem Genfer Polizeigericht ist Pierre Maudet am Dienstag ausführlich angehört worden. Der Staatsrat stand auf und sagte: «Ich stelle mich den Dingen, Frau Präsidentin!»

Zuvor war er von Yaël Hayat, einer seiner drei Anwältinnen und Anwälte, befragt worden, wie er diesen Prozess wahrnehme. «Mit einiger Ungeduld», antwortete er. «In den vergangenen drei Jahren habe ich diese Tortur durchlebt, für die ich grösstenteils selbst verantwortlich bin. Ich habe auch gewisse Ängste.»

Auf persönlicher Ebene habe ihn dieser Fall «gezwungen, mir Hilfe zu holen, was für mich nicht selbstverständlich ist. »Man kommt da nicht unbeschadet heraus, was die Familie sowie das Verständnis und die Ausübung der Macht betrifft. Man wird sich seiner Verantwortung bewusster«, sagte Maudet. Er verstehe auch besser, wo seine Limiten und Schwächen lägen. »Hinter jedem Magistraten gibt es immer auch einen Menschen."

Vorwürfe zurückgewiesen

«Ich weise diese Anschuldigung zurück», sagte der seit dem Ausschluss aus der FDP parteilose Staatsrat, als er vom Gericht zur bezahlten Luxusreise nach Abu Dhabi im November 2015 befragt wurde. Er habe eine offizielle Einladung angenommen, die es dem Kanton erlaubt habe, die Beziehungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten zu stärken.

Erst kurz vor der Abreise habe er erfahren, dass dieser luxuriöse Aufenthalt komplett vom Kronprinzen bezahlt werde. Er habe die Kosten auf 10'000 Franken geschätzt - in der Tat waren sie fünf mal so hoch. Weiter habe er sich keine Fragen gestellt. Er habe sich zwar überlegt, auf die Reise zu verzichten, aber die Emirate seien ein wichtiges Ziel gewesen, sagte der 42-Jährige.

«Eine dumme Reaktion»

Im Frühjahr 2016 begannen die Medien, über diese Reise zu berichten, Maudet log und fürchtete um sein Image. «Meine Reaktion war dumm, als ich sagte, dass die Reise zwar privat, aber die offizielle Dimension sehr wichtig war. Diese Reise als Privatreise zu tarnen, erlaubte mir, sie aus der Öffentlichkeit herauszuhalten», rechtfertigte er sich.

Der Politiker gab ferner zu, dass er in jenem Jahr wohl nicht nach Abu Dhabi eingeladen worden wäre ohne die Intervention des Unternehmers Magid Khoury, der in diesem Fall ebenfalls angeklagt wurde, sowie von Antoine Daher, dem Vermittler zwischen den beiden Männern. Trotzdem habe er sich ihnen in keiner Weise verpflichtet gefühlt. «Ich bin jemand, der schwer zu beeinflussen ist. Ich schaffe das Risiko schnell aus dem Weg», sagte er.

Der Prozess gegen Maudet wegen Vorteilsnahme und Vorteilsgewährung, der am Montag begonnen hatte, dauert voraussichtlich eine Woche. (aeg/sda)

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