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Genfer Schülerinnen protestieren gegen den Dresscode, die Frau links trägt das «T-Shirt der Schande.» Bild: keystone

Genfer Schülerinnen protestieren gegen «sexistische» Kleidervorschriften



Wegen eines «sexistischen» Dresscodes an einigen Sekundarschulen gehen Genfer Jugendliche auf die Barrikaden. Dutzende Schüler protestierten am Mittwoch vor dem Kollegium Pinchat. Sie fordern, dass die «erniedriegende» Kleiderordnung aufgehoben wird.

Für besonders grossen Ärger sorgt bei den Jugendlichen das sogenannte «T-Shirt der Schande» (T-shirt de la honte). Dieses Shirt in Übergrösse, das bis zu den Knien fällt, trägt die Aufschrift «Ich bin angemessen gekleidet». Es muss von Schülerinnen und Schülern getragen werden, die in einer als unpassend empfundenen Kleidung in die Schule gekommen sind.

Des eleves portent des pancartes, lors dÕune manifestation pour protester contre le reglement vestimentaire du DIP devant le college de Pinchat, ce mercredi 30 septembre 2020 a Geneve. Les eleves qui ne respectent pas regles vestimentaires du college doivent porter un t-shirt

Bauchfreie Shirts sind gemäss Dresscode nicht mehr erlaubt. Bild: keystone

Als unpassend gelten zum Beispiel bauch- oder schulterfreie Kleidungsstücke, Jupes oder Shorts, bei den die Oberschenkel zu sehen sind oder solche mit anstössigen oder obszönen Botschaften. Nach Ansicht der Schülerinnen und Schüler ist die Kleiderordnung sexistisch. Mädchen seien von dieser Massnahme ungleich stärker betroffen als Knaben, monieren sie. Die Vorschriften zeigten, dass die Kleidung von Mädchen kontrolliert werden könne.

«Gefährlich für junge Menschen»

Die Schülerinnen und Schüler haben ein Protestschreiben an das Genfer Erziehungsdepartement geschickt. Darin fordern sie, dass Bildungsdirektorin Anne Emery-Torracinta (SP) die Orientierungsschulen verpflichtet, diese «erniedrigende» Praxis aufzugeben, die nach ihrer Ansicht nach «extrem und gefährlich für eine gesunde psychologische Entwicklung junger Menschen» ist.

Une eleve lit des revendications un devant les autres eleves, lors dÕune manifestation pour protester contre le reglement vestimentaire du DIP devant le college de Pinchat, ce mercredi 30 septembre 2020 a Geneve. Les eleves qui ne respectent pas regles vestimentaires du college doivent porter un t-shirt

Die Schülerinnen schickten ein Protestschreiben an das Genfer Erziehungsdepartement. Bild: keystone

Ebenso verlangen sie, dass die Kleiderordnung an Schulen überarbeitet wird. Geschehen soll dies in Zusammenarbeit «mit feministischen und pädagogischen Vereinigungen». Zudem fordern die Schülerinnen und Schüler vom Erziehungsdepartement eine öffentliche Entschuldigung «für diesen schweren und verwerflichen Fehler». (cma/sda)

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118 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Konsortin Sha'ira
30.09.2020 16:14registriert July 2020
Sorry, aber diese Kleidervorschriften sind NICHT sexistisch, so wie sie im Artikel aufgezählt sind. Sofern sie für alle angewendet werden, hat das nichts mit Sexismus zu tun. Sexistisch wäre es, wenn man hervorschauende BH-Träger ahnden würde, aber Jungs in Tanktops nicht.
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pejewi
30.09.2020 15:55registriert September 2020
"Shorts, bei den die Oberschenkel zu sehen sind"
Nichts gegen den Klimawandel unternehmen und dann kurze Hosen verbieten.
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ChillDaHood
30.09.2020 17:51registriert February 2019
Ich finde eine Schulordnung, in der bauchfrei, kürzer als Mitte Oberschenkel, sowie mit Kraftausdrücken oder rassistisch-sexistischen Slogans verboten ist, okay.
Ein Überziehshirt, welches die Regeln wieder einhält ist eine einfache Lösung um das Problem sofort zu lösen.
Selber schuld, für mich gehört ein gewisser Dresscode auch zur Ausbildung.
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