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FDP-Präsidentin Petra Gössi kämpft für flexibles Home-Office. printscreen srf

Stress-«Arena»: Wie FDP-Gössi den Gewerkschaftler mit Home-Office «ernsthaft erschüttert»

Chrampfen wir uns wirklich krank? Oder sind  nicht einfach die Smartphones und neue Familienmodelle Schuld am Dauerstress? Geht es nach FDP-Präsidentin Petra Gössi, bringt flexibles Home-Office Entlastung. Das bringt Gewerkschafts-Vertreter Daniel Lampart zur Weissglut. Für den Lacher des Abends sorgte Moderator Projer gleich selbst. 



Whatsapp-Terror kurz vor Mitternacht? Für manches Job-Teammitglied ist das keine Zukunftsmusik, sondern Realität. Die Arbeitswelt fordert nicht nur von Top-Managern immer mehr ab. Jeder vierte Arbeitnehmer hat zu viel Stress bei der Arbeit. «Chrampfen wir uns krank», fragte «Arena»-Moderator seine Gäste am Freitagabend. Nicht zuletzt, weil immer mehr Frauen arbeiten und sich der Familienalltag rasant verändert. Und Social Media für Dauerstress sorgt. Zahlen zeigen eine dramatische Zunahme von Krankheitsfällen wegen überarbeiteten Leuten, 35 Prozent fühlen sich fast immer erschöpft. 

FDP-Präsidentin Petra Gössi kämpft auch darum im Parlament für flexiblere Arbeitszeiten und kürzere Ruhephasen. Die acht Arbeitsstunden sollen neu 17 statt wie bis anhin 14 Stunden über den Tag verteilt werden, um Home-Office und so die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. «Es geht darum, endlich die Realität zu legalisieren. Heute ist es teilweise eigentlich verboten, abends schon nur ein Email anzuschauen», so Gössi. 

«Das ist kreuzfalsch, Frau Gössi!»

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Gewerkschaftler Daniel Lampart hingegen sieht im FDP-Vorstoss eine verkappte Arbeitszeitverlängerung. «Neu kann so der Chef mitten in der Nacht ein SMS mit einer Aufgabe schicken, heute ist dies illegal», so Lampart, der sich so richtig in Fahrt redete und je länger je mehr mit den Armen fuchtelte. «Sie haben ein falsches Verständnis von der Sache. Es geht nur um bestimmte Berufsgruppen», grätschte ihm dann Gössi rein.

Darauf sorgte Lampart für den Ausraster des Abends. «Das ist kreuzfalsch, Frau Gössi. Sie haben das Dokument nicht einmal richtig gelesen, das erschüttert mich ernsthaft», polterte der Gewerkschafter, der mit seinen Wortsalven einen satten Treffer landete. «Sie wollen jetzt einfach ein Problem legalisieren», so Lampart weiter. Mit seiner aggressiven Performance punktete er beim Publikum. 

Juso-Präsidentin Tamara Funiciello hatte ihren «Magic Moment» etwas später, als sie mit Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt die Klingen kreuzte. Dieser merkte beiläufig an, dass Männer sich nach der Arbeit nicht einfach zu Hause aufs Sofa legten, sondern sich etwa auch als Junioren-Fussballtrainer für die Allgemeinheit engagierten. «Es gibt noch andere Milizarbeit als Hausarbeit»., so Vogt. 

Juso-Funiciello: «Jetzt machen sie mich richtig hässig!»

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Da erlebte Moderator Jonas Projer eine Premiere. «Tamara Funiciello sucht ihr Wort und findet es nicht», und reichte das Votum an die aufgebrachte Bernerin weiter. 

«Ich bin echt schockiert von ihrer Aussage», sagt die Juso-Provokateurin an die Adresse von Vogt. Eine Fussballmannschaft zu coachen, sei nicht dasselbe wie Hausarbeit zu machen. «Ein Training macht mega viel mehr Spass als eine Küche zu putzen. Jetzt machen sie mich richtig hässig», so Funiciello. 

Zank um 25-Stunden-Woche

Sauer ist die Juso-Präsidentin auch über lange Arbeitswochen. Die Juso fordert denn auch, die Arbeitszeit auf 25 Stunden pro Woche zu senken. «Es muss neben der Arbeit mehr Zeit für Kinderbetreuung bleiben», sagte auch Autorin Sibylle Stillhart in der «Arena». Weniger Arbeit als Anti-Stress-Mittel also. 

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Familie und Beruf zu vereinbaren sei eine extreme Herausforderung, so FDP-Präsidentin Gössi. «Die Wochenarbeitszeit zu verkürzen ist keine Lösung. Das können insbesondere kleinere Unternehmen nicht einfach so stemmen. Wir können uns nicht leisten, fürs gleiche Geld weniger zu arbeiten!» Vielmehr sei es nötig, die richtigen Tagesstrukturen für Familien zu schaffen. Damit etwa die Möglichkeit bestehe, Kinder in die Krippe zu geben. 

«Die Schweiz ist keine Insel»

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«Wir sind keine Insel, wir stehen im internationalen Wettbewerb. Die Schweiz konnte sich in der Vergangenheit immer anpassen und wettbewerbsfähig bleiben», mahnte Valentin Vogt an – der Arbeitgeberverband lehnte eine Verkürzung der Arbeitszeit klar ab. 

Machen uns einfach die Handys krank?

Ist es aber wirklich die Arbeit, welche die Leute so sehr stresst? Oder sind es vielmehr die Smartphones, auf denen Handy-Junkies selbst im Bett eifrig herumdrücken – und aus eigenem Antrieb noch rasch ein Geschäfts-Mail nebenbei beantworten? «Früher gab es mal noch so etwa wie Feierabend. Das ist vorbei», warf  Arena-Boss Projer rein. «Da ist jeder selber verantwortlich. Mein Arbeitgeber zwingt mich doch nicht, nach der Arbeit noch das Mail anzuschauen», sagt Gössi dazu. 

Sind handysüchtige Mitarbeiter einfach selber schuld? Es brauche halt eine gewisse Disziplin, so Arbeitgeberpräsident Vogt. «Natürlich kann man sich von dem Gerätli terrorisieren lassen. Aber man kann es auch ausschalten.» Sowieso sei es eine Kulturfrage der Firma. 

Projers Lach-Moment

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Juso-Funiciello konnte über diese Aussagen nur den Kopf schütteln. «In welchem Schlaraffenland lebt ihr hier?». Viele Angestellte könnten es sich nicht leisten, das Handy einfach auszustellen. «Viele Teams organisieren sich in Whatsapp-Chats, das ist die Realität.»

Für einen Lacher sorgte dann noch der offensichtlich komplett handysüchtige Arena-Moderator. «Die einzige Stunde der Woche, in der ich mein Handy nicht in der Hand halte, ist während der Arena. Dies sagen zumindest meine Kollegen». 

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