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Die Schueler der Mittelschule in Locarno tragen am Montag, 9. November 2020, auch waehrend des Unterrichts Geschichtsmasken zum Schutz vor dem Coronavirus. Die Tessiner Regierung hat das Maskenobligatorium in den Schulen ausgeweitet: Ab dem 9. November muessen Schuelerinnen und Schueler bereits ab der 6. Klasse im Unterricht eine Schutzmaske tragen.(KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay)

Trotz der vielen Ausbrüche soll es in Naters keine Maskenpflicht oder präventive Massentests geben. Bild: keystone

18 Klassen in Quarantäne, 63 Kinder infiziert – was gerade in Naters los ist

Seit Ostern häufen sich Berichte von Schulklassen der Walliser Gemeinde Naters, die in Quarantäne müssen. Von 25 getesteten Klassen sind 18 in Quarantäne. Ein Überblick, was aktuell in Naters los ist.



Die Schulen in Naters im Kanton Wallis erleben gerade eine strenge Zeit. Seit dem 1. April werden immer mehr Primarschüler:innen positiv auf das Coronavirus getestet. Vergangene Woche seien 63 Kinder positiv gewesen, meldet der «Walliser Bote» am Mittwoch. Auch eine Lehrperson habe sich angesteckt und befinde sich in Isolation, sagt Tanja Fux von der Walliser Dienststelle für Unterrichtswesen. Mittlerweile sind 18 von 25 getesteten Schulklassen unter Quarantäne gestellt.

Warum der Corona-Ausbruch in Naters derart heftig ist, kann Fux nicht beantworten. Auch der Walliser Kantonsarzt Christian Ambord sagt gegenüber dem «Walliser Bote»: «Man weiss es schlicht nicht.»

Mutter plädiert für Massnahmen

Man habe jedoch alles getan, um den Ausbruch unter Kontrolle zu bringen, so der Kantonsarzt weiter. Eine betroffene Mutter aus Naters ist da anderer Meinung. Ihr Kind wurde letzte Woche positiv getestet. Sie kritisiert das Vorgehen der Behörden: «Die Kinder wurden nach Ostern alle zusammen in die Schule geschickt, einen Tag später getestet und erst nach Bekanntwerden der Resultate in Quarantäne geschickt», erzählt Andrea Frey.

Bei einigen Kindern seien die Resultate erst zwei Tage später eingetroffen. «Dadurch vermischten sich die Kinder untereinander und das Virus konnte sich munter weiterverbreiten.» Frey vermutet, dass sich ihr Kind auf diesem Weg angesteckt hat.

Zusammen mit anderen Eltern von Primarschulkindern in Naters hätte sie bereits vor zwei Wochen ein Schreiben an die Schuldirektion geschickt und wirksamere Massnahmen gefordert. «Dann kam die Begründung zurück, dass von den 51 Klassen drei betroffen seien».

«Für die Mehrheit der Eltern ist das Vorgehen der Experten stimmig.»

Tanja Fux, Dienststelle für Unterrichtswesen Wallis

Weiter wie bisher

Die Schuldirektion von Naters will keine Stellung nehmen und verweist an Tanja Fux von der Dienststelle für Unterrichtswesen. Fux ist bekannt, dass einige Eltern unzufrieden sind mit dem Vorgehen der Behörden. Aber: «Für die Mehrheit der Eltern ist das Vorgehen der Experten stimmig», sagt sie.

Die Teststrategie und die Quarantänen seien Mittel, welche wirkungsvoll für die Unterbrechung der Übertragungsketten eingesetzt werden. «Wir dürfen nicht vergessen, dass sich die Kinder bei einer Schulschliessung für ihre Freizeitaktivitäten, für den Sport und für das Spiel mit Freunden und Familien weiterhin treffen würden.»

Momentan würden keine Zusatzmassnahmen wie Maskenpflicht oder eine Schulschliessung ergriffen, sagt Fux weiter. Auch grossflächige, präventive Massentests in allen 51 Klassen von Naters seien nicht vorgesehen. «Momentan finden Wiederholungstests statt. Die Ergebnisse führen dann zu den nächsten Entscheidungen.»

Ärztepräsidentin zeigt Verständnis

Dass man nur in den besonders betroffenen Schulhäusern alle Personen getestet hat, erscheint auch der Walliser Ärztepräsidentin Lehky Hagen im Grundsatz richtig. «Ansonsten müsste man ja theoretisch das ganze Dorf, den ganzen Bezirk, den ganzen Kanton testen», sagt Hagen gegenüber dem «Walliser Bote».

Das sei aber wenig sinnvoll. Weil man, auch aus Kostengründen, nicht alles und jeden testen könne, sei «gesunder Menschenverstand» gefragt, meint Hagen.

Gleichzeitig hat die Ärztepräsidentin auch Verständnis für die betroffenen Eltern. «Den Überblick zu behalten, ist für die Eltern nicht leicht», sagt sie. Wenn auf der einen Seite das Motto «testen, testen, testen» vorausgehe, dann aber auf Massentests verzichtet werde, sei die Verwirrung nachvollziehbar.

Was aber klar ist: Die betroffenen Schüler:innen müssen nun zu Hause bleiben und erhalten Fernunterricht. Für einige Kinder, wie im Fall von Andrea Frey, dauert dieser Zustand nun schon rund 20 Tage an. Ob's das jetzt war? Klarheit dürften erst die Wiederholungstests bringen, die für die kommenden Tage angesetzt sind.

*Name durch Redaktion geändert.

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