DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

SNB-Präsident Thomas Jordan glaubt noch nicht an Zinswende



Thomas Jordan, Praesident des Direktoriums der SNB, spricht am Europa Forum in Luzern am Montag, 2. Mai 2016. Der Nationalbankpraesident Thomas Jordan spricht sich am Europa Forum fuer eine Monetaere Souveraenitaet aus, auch wenn Sie ihren Preis habe. Die besondere Bedeutung der Eurozone fuer den Schweizer Aussenhandel habe zur Folge, dass das Wechselkursverhaeltnis zum Euro eine wichtige Groesse sei. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Thomas Jordan. Bild: KEYSTONE

Für den Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank, Thomas Jordan, ist es trotz leicht anziehender Zinse noch zu früh, um von einer Trendwende zu sprechen. Längst nicht alle Faktoren sprächen für steigende Zinsen, sagte Jordan in einem Interview.

Es gebe vielerorts immer noch Strukturprobleme, die Inflation und Wachstum tief hielten, sagte Jordan im Interview mit den Zeitungen «Tages-Anzeiger» und «Der Bund». «Erst wenn diese mit Reformen überwunden werden und damit zusätzliches Wachstum generiert werden kann, erwarte ich, dass das Zinsniveau anhaltend ansteigt. So weit sind wir aber noch nicht.»

«Der Franken ist immer noch überbewertet»

Thomas Jordan

Trotz insbesondere in den USA gestiegener Zinse bleibe die Geldpolitik der Nationalbank (SNB) darauf «ausgerichtet, den Druck auf den Franken zu reduzieren. Für uns bleibt im Moment der Negativzins ein zentrales Element bei der Umsetzung der Geldpolitik.»

Jordan bekräftigte damit frühere Aussagen, dass sich am Negativzins – derzeit bei minus 0,75 Prozent – vorerst nichts ändere. «Wir haben immer noch eine leicht negative Teuerungsrate in der Schweiz, unsere Produktionskapazitäten sind nach wie vor nicht voll ausgelastet, und der Franken ist immer noch deutlich überbewertet», sagte Jordan. In dieser Konstellation bleibe die expansive Geldpolitik angemessen.

Unsicherheit nach Trump-Wahl

Auf die Folgen der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten angesprochen, sagte Jordan: «Bisher hat vor allem die Unsicherheit zugenommen». Man wisse noch gar nicht, welche Wirtschaftspolitik die USA künftig betreiben werden. «Eine seriöse Beurteilung ist daher im Moment nicht möglich.»

Für die Nationalbank werde es wichtig sein abzuschätzen, welche Handels- und Fiskalpolitik die neue US­-Regierung führen werde und ob es zu Änderungen bei der US-Geldpolitik kommen werde. Während des Wahlkampfs hatte Trump wiederholt die Tiefzinspolitik kritisiert.

Nicht offenlegen wollte Jordan, ob die Nationalbank nach der Wahl Trumps am Devisenmarkt intervenierte. Seit dem unerwarteten Wahlsieg legte der Dollar zum Franken zu, der Euro schwächte sich ab. Es sei etwas Normales, dass es zu Kursschwankungen komme, wenn etwas Überraschendes passiert sei, sagte Jordan. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Raiffeisen verweigert Ehe-für-alle-Gegnern ein Konto: Strafanzeige wegen Diskriminierung

Gegen die «Ehe für Alle» wird das Referendum zustande kommen. Aber nicht nur das Zusammenbringen der Unterschriften war ein Weg mit Hindernissen. Recherchen zeigen: Auch bei der Eröffnung eines Bankkontos in Zug gab es Schwierigkeiten.

Offiziell bestätigen mag es Anian Liebrand, der Koordinator des Trägervereins «Nein zur Ehe für alle» nicht. Doch es ist klar: Das Referendum gegen die «Ehe für alle» kommt an die Urne. Gemäss watson-Recherchen werden die Gegner die dafür notwendigen 50'000 Unterschriften am Montag bei der Bundeskanzlei einreichen.

Unter anderem erlaubt die «Ehe für alle» homosexuellen Paaren die Adoption und lesbischen Paaren den Zugang zu Samenspenden. Ein Komitee um SVP- und EDU-Politiker erzwingt nun …

Artikel lesen
Link zum Artikel