Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

SIX gibt Kaufangebot für italienische Börse ab



ARCHIVE - The stock exchange equivalence of the Swiss Exchange Six ends on Sunday, June 30, 2019. This marks a new level of escalation in the relationship between Switzerland and the EU. ---- Menschen bewegen sich vor dem Logo der SIX Group, aufgenommen am Mittwoch, 21. Maerz 2018, in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: KEYSTONE

Nun also doch: Die Schweizer Börsenbetreiberin SIX hat ein nicht bindendes Kaufangebot für die italienische Börse abgegeben. Dies erklärte ein SIX-Sprecher am Donnerstag zu einem entsprechenden Bericht der Zeitung «Corriere della Sera». «Die restlichen Punkte kommentieren wir nicht», sagte er weiter.

Um die Mailänder Börse ist ein Gerangel von Kaufinteressenten entstanden. Denn die Borsa Italiana gehört dem Londoner Börsenbetreiber LSE, der die Tochter verkaufen muss, um von der EU-Wettbewerbsbehörde grünes Licht für die 27 Milliarden Dollar teure Übernahme des Datenanbieters Refinitiv zu bekommen.

Nun versuchen sich die Interessenten nicht nur über den Preis, sondern auch mit Versprechen bezüglich des zukünftigen Einflusses der italienischen Seite einen Vorteil zu verschaffen. Gegenüber dem «Corriere della Sera» sagte SIX-Chef Jos Dijsselhof laut der Nachrichtenagentur Reuters nun, dass die Schweizer Börsenbetreiberin einen italienischen Partner für die Übernahme der Mailänder Börse begrüssen würde.

Zudem biete die SIX Sitze für die Italiener im Verwaltungsrat und in der Geschäftsleitung der SIX an. Man sei bereit, bei der Ausgestaltung der Führungsstrukturen die Interessen der Regierung in Rom und des ganzen Landes zu berücksichtigen, erklärte Dijsselhof in der Zeitung gemäss Reuters.

Charmeoffensive gestartet

Bereits am Wochenende hatte die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf Insider berichtet, dass die SIX und die Deutsche Börse in den letzten Tagen eine Charmeoffensive gestartet hätten. Käme die SIX zum Zug, würde die Schweizer Börsenbetreiberin ähnlich verfahren wie bei der kürzlich vollzogenen Übernahme der Madrider Börse Bolsas y Mercados Españoles (BME) im Juni, hiess es in dem Bericht. Man würde der Mailänder Börse also Autonomie gewähren, am Management festhalten und den Namen belassen.

Bis vergangenen Freitag mussten Interessenten ihre Offerte bei der LSE einreichen. Ihren Hut offiziell in den Ring geworfen haben einerseits die Deutsche Börse und anderseits die italienische Staatsbank Cassa Depositi e Prestiti zusammen mit dem französischen Börsenbetreiber Euronext. Die SIX hatte die seit Tagen kursierenden Gerüchte um eine eigene Kaufofferte für die Mailänder Börse bislang nie kommentiert.

Medienberichten zufolge ist die italienische Börse zwischen 3 und 4 Milliarden Euro wert. Bloomberg hatte bereits am Donnerstag von einem Angebot von Euronext in Höhe von ungefähr 3.5 bis 4 Milliarden geschrieben. (aeg/sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!

Vergiftete Böden und Kinderarbeit – was sich Schweizer Firmen im Ausland alles erlauben

Am 29. November stimmt die Schweiz über die Konzern-Initiative ab. Sie soll Schweizer Unternehmen bei Rechtsverstössen im Ausland stärker haftbar machen. Höchste Zeit also, um sich ein paar Beispiele von bis jetzt ungeahndeten Menschenrechts- und Umweltvergehen anzusehen.

Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung: Bereits am 29. November kann das Schweizer Stimmvolk erneut wählen gehen. Zum Beispiel über die Konzernverantwortungsintiative. Diese fordert, dass globale Konzerne mit Sitz in der Schweiz einem zwingenden Regelwerk unterstellt sind, wenn es um die Beachtung von Menschenrechten und Umweltschutz bei ihren weltweiten Tätigkeiten geht.

Oder einfach gesagt: Schweizer Unternehmen und ihre Tochterfirmen könnten für ihre Tätigkeiten im Ausland rechtlich …

Artikel lesen
Link zum Artikel