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CS ignorierte Geheimhaltungsregeln und liess Detektive dreist auffliegen

Die Credit Suisse liess trotz mehrfacher Bitte um Geheimhaltung die Identität des beauftragten Detektivbüros ohne Rücksprache auffliegen.



ARCHIVBILD ZU DEN QUARTALSZAHLEN DER CREDIT SUISSE --- Der ehemalige Sunrise Tower in Zuerich Oerlikon traegt neuerdings den Schriftzug der Credit Suisse, aufgenommen am Mittwoch, 12. Mai 2010. Die Leuchtreklamen wurden vor wenigen Wochen ausgewechselt, weil die Firma Sunrise aus dem Turm ausgezogen ist und stattdessen die Grossbank Credit Suisse mit rund 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorab aus IT-Abteilungen dort eingezogen ist. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Bild: KEYSTONE

Die Credit Suisse kommt nicht zur Ruhe. Wie der Tagesanzeiger heute berichtet, liess die Grossbank das beauftragte Detektivbüro, das für die Beschattung von Iqbal Khan angeheuert wurde, ohne Rücksprache auffliegen. Dabei soll sie Regeln zur Geheimhaltung ignoriert haben, welche die Sicherheitsfirma explizit verlangt hatte.

Nachdem erste Medien über das Wochenende des 21. und 22. Septembers über den Fall berichteten, eskalierte die Situation am folgenden Montag. Weltweit berichteten Medien über den Vorfall.

Die Credit Suisse kannte den Namen der Detektei zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Denn der mittlerweile verstorbene Mittelsmann T. war aus Geheimhaltungsgründen dazwischengeschaltet.

CS pfeift auf Regeln

Doch an diesem Montagmorgen interessierte sich die CS nicht mehr für irgendwelche Geheimhaltungsregeln. Um 11:37 Uhr schickte die Investigo GmbH – besagtes, nicht mehr geheimes Detektivbüro – ein Memo an den mittlerweile gefeuerten CS-Sicherheitschef Remo Boccali.

Das E-Mail, in dem der Ablauf der Observation beschrieben wurde, sollte als Bestätigung für die Bank dienen, dass alles legal verlaufen war. Abgeschlossen wurde das Memo folgendermassen:

«Wir gehen davon aus, dass Sie den Namen unserer Firma sowie Details zum Auftrag und zur Auftragsausübung nicht kommunizieren.»

Sie irrten sich. Wenige Stunden nach Erhalt des E-Mails und ohne Investigo oder Mittelsmann T. zu informieren, gab die CS-Pressestelle den Namen der Firma an Journalisten weiter. Sogar das Memo sendete die Bank an einzelne Medienschaffende – jedoch ohne den letzten Abschnitt mit der Bitte um Geheimhaltung.

Investigo-Rechtsvertreter Thomas Fingerhuth sagte gegenüber dem Tagesanzeiger:

«Die Namensnennung war für die Besitzer der Privatdetektei ein totaler Schock. Die Firma ist ruiniert.»

(dfr)

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