DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Monika Ribar, SBB VR-Praesidentin, spricht waehrend der Bilanzmedienkonferenz der SBB, am Montag, 15. Maerz 2021 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

SBB-Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar. Bild: keystone

SBB greifen durch: Keine Verwaltungsratsposten mehr für Topmanager

Kaderangestellte der Bahn sind wegen lukrativer Nebenjobs in die Kritik geraten. Jetzt verschärfen die SBB ihre Regeln: Vorerst werden keine neuen Verwaltungsratsmandate mehr genehmigt. Personalchef Markus Jordi gibt einen heiklen Posten ab.

Sven Altermatt / ch media



Sie gaben zuletzt gleich mehrfach zu reden: die Verwaltungsratsposten von SBB-Topmanagern. Für Unmut sorgte etwa Markus Jordi. Er ist Mitglied der SBB-Konzernleitung – und sitzt zugleich im Verwaltungsrat der Informatikfirma TI&M, die von den Bundesbahnen Aufträge in der Höhe von dutzenden Millionen Franken bekommt. Als CH Media den Fall im Februar thematisierte, äusserten Mitbewerber aus dem IT-Sektor ihren Unmut über Jordis Verbandelung.

Nun reagieren die SBB – und zwar scharf. Der bundesnahe Betrieb hat sich entschieden, seine Compliance-Vorgaben zu verschärfen, wie ein Sprecher auf Anfrage bestätigt. «Deswegen werden bis auf weiteres keine neuen Verwaltungsratsmandate bewilligt.» Bis wann die Überarbeitung des Regelwerks abgeschlossen ist, könne man derzeit noch nicht sagen. Der Sprecher verweist auch auf das politisch delikate Umfeld: «Die Sensibilität betreffend Verwaltungsratsmandaten von bundesnahen Unternehmen ist gross.»

Markus Jordi tritt aus Verwaltungsrat aus

Auch Markus Jordi zieht die Konsequenzen. Er habe sich entschieden, per August 2021 seine Demission aus dem TI&M-Verwaltungsrat einzureichen. «Dies, um jegliche Zweifel zu beseitigen», so der SBB-Sprecher. Die Bundesbahnen betonen, dass Jordis Mandat vor der Bewilligung sorgfältig geprüft worden sei. «Zu keinem Zeitpunkt» sei es zu einem Interessenkonflikt gekommen.

Schon heute sind SBB-Angestellte verpflichtet, Nebenbeschäftigungen oder weitere Interessenbindungen zu erfassen und ihrer Führungskraft zu melden. Mandate von Konzernleitungsmitgliedern müssen jeweils vom Verwaltungsrat genehmigt werden. Laut Insidern ist es auch CEO Vincent Ducrot höchstselbst, der bei den Bundesbahnen für frischen Wind gesorgt hat. Seit er im Frühjahr 2020 den Chefposten übernommen hat, sei die Sensibilität für potenzielle Interessenkonflikte grösser, heisst es.

Immobilien-Geschäftsleiterin darf Mandat nicht antreten

Dass die SBB ihr neues Regime konsequent durchsetzen, haben sie bereits ein erstes Mal bewiesen. Susanne Zenker, Geschäftsleitungsmitglied bei der SBB-Immobiliensparte, darf ein Verwaltungsratsmandat bei der Hiag Immobilien Holding AG nicht antreten.

Zenker habe das Unternehmen darüber informiert, dass sie nicht mehr für eine Wahl in den Hiag-Verwaltungsrat zur Verfügung stehen werde, weil die SBB ihre Compliance-Richtlinien verschärft hätten.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Work in progress

So stehen die Chancen einer Viertage-Woche in der Schweiz

Island hat die viertägige Arbeitswoche eingeführt, internationale Firmen testen sie, doch in der Schweiz bleibt sie scheinbar utopisch. Ein Wirtschaftsexperte sagt, wer den ersten Schritt machen sollte.

Vier Tage pro Woche arbeiten, Vollzeit bezahlt werden: Island führt nun die Viertage-Woche ein, nachdem ein Experiment den positiven Effekt des Modells untermauert hat. Gleiche Produktivität in kürzerer Zeit – eigentlich ein perfekter Match für die wirtschaftsorientierte Schweiz. Warum fasst das Modell hierzulande nicht Fuss?

Schweizer Arbeitgebende bieten die Viertage-Woche kaum an. Eine Ausnahme ist das Grafikunternehmen Büro a+o in Aarau. Sie hätten das Modell im Jahr 2017 eingeführt, …

Artikel lesen
Link zum Artikel