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ZUR MELDUNG, DASS CHRISTOPH BLOCHER, MARKUS SOMM UND ROLF BOLLMANN DIE BASLER ZEITUNG BAZ ZU JE EINEM DRITTEL UEBERNEHMEN, STELLEN WIR IHNEN AM MONTAG, 30. JUNI 2014, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG  -  Nationalrat Christoph Blocher, SVP-ZH, liest in der Basler Zeitung waehrend den Bundesratswahlen am Mittwoch, 14. Dezember 2011, in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Blocher liest seine «Basler Zeitung» – noch ist unklar, wo sie ab Mai gedruckt wird.  Bild: KEYSTONE

Rätseln über den Druckauftrag – wie geht es mit Blochers «Basler Zeitung» weiter?

Keines der vielen Gerüchte der letzten Wochen über einen Verkauf der «Basler Zeitung» hat sich bisher bewahrheitet. Die Zukunft der Zeitung ist offen. Es ist sogar unklar, wo sie ab nächstem Monat gedruckt wird. Mit dem bisherigen Auftragnehmer Tamedia liegt kein Anschlussvertrag vor – der Auftrag könnte nach Basel gehen.



Vor einem knappen Monat verdichteten sich die Anzeichen, dass bei der «Basler Zeitung» (BaZ) ein Besitzerwechsel bevorsteht. Am 10. März berichtete  die «Schweiz am Wochenende» über weit fortgeschrittene Verkaufsverhandlungen zwischen der Tamedia und ihren Eigentümern rund um Christoph Blocher.

Drei Tage nach Erscheinen des Artikels bestätigte BaZ-Chefredaktor Markus Somm auf einem Rundgang durch die Redaktion die Stossrichtung des Berichts: Die «BaZ» werde noch diese Woche verkauft, sagte er gemäss Radio SRF vor seinen Mitarbeitern. Seither geschehen ist: nichts.

Sowohl bei Christoph Blocher als auch bei Tamedia heisst es auf Anfrage von watson, man habe nichts Neues zu vermelden. Blocher verweist auf ein früheres Statement von Verwaltungsrat Rolf Bollmann: Verschiedene Verlage interessierten sich seit längerer Zeit für die Basler Zeitung. Diesbezügliche Gespräche seien bisher aber ergebnislos verlaufen.

Die BaZ würde gut in die Strategie von Tamedia passen, lässt Sprecher Christoph Zimmer auf Anfrage verlauten – dasselbe Wording wie bereits im März. Man werde eine Übernahme auf jeden Fall prüfen, sollte die Zeitung zum Verkauf stehen. Grundsätzlich gebe es regelmässig Kaufanfragen von Tamedia für andere Medien.

Tamedia: «Keine Neuauflage des Druckauftrags»

Dass die Gespräche über einen Besitzerwechsel der «Basler Zeitung» unwiderruflich versiegt sind, ist also eher unwahrscheinlich. Wie zeitnah ein möglicher Verkauf bevorsteht, lässt sich derzeit kaum eruieren – alle potenziell involvierten Parteien hüllen sich in Schweigen. Doch unabhängig von einem möglichen Besitzerwechsel herrscht bei der BaZ in einer ganz konkreten Frage Unklarheit: Wo die Zeitung ab dem 1. Mai 2018 gedruckt wird.

Die Neuauflage des Druckauftrags dürfte auch in möglichen Übernahmegesprächen eine Rolle spielen. Klar ist lediglich, dass der bisher geltende Druckauftrag in den Druckereien der Tamedia in Zürich und Bern per 30. April 2018 ausläuft. Die BaZ hat ihn vor Jahresfrist ordentlich gekündigt, wie die «BZ Basel» berichtete.

Stand jetzt ist keine Neuauflage dieses Druckauftrags zustande gekommen: «Momentan liegt der Tamedia kein über Ende April hinaus geltender Druckauftrag der Basler Zeitung vor», bestätigt Tamedia-Sprecher Zimmer Recherchen von watson. Man würde sich freuen, den Druck der BaZ auch in Zukunft sicherzustellen und sei offen für eine Verlängerung der Zusammenarbeit: «Die Entscheidung liegt aber natürlich beim Kunden.»

BaZ: «Wir reden mit allen»

Auf Kundenseite lassen Christoph Blocher und Rolf Bollmann Anfragen von watson zum Druckauftrag unbeantwortet. Martina Barth, Leiterin Vertrieb bei der «Basler Zeitung», will ebenfalls keine Details verraten: «Bezüglich Druckauftrag ist etwas im Tun. Wie Sie wissen reden wir mit allen», sagt sie gegenüber watson.

Eine Alternative zum bisherigen Auftragnehmer Tamedia wären die Druckerei-Standorte der AZ Medien von Verleger Peter Wanner, zu dessen Portfolio auch watson gehört. Auch er soll sich für eine Übernahme der «Basler Zeitung» interessieren. Wanner hält sich bedeckt und will watson gegenüber zu dieser Frage nichts sagen.

NZZ - Druckerei in Schlieren (ZH) am Dienstag, 25. November 2014. Die NZZ-Mediengruppe will Konsequenzen aus dem Strukturwandel ziehen und ihre Flaggschiffe kuenftig im Druckzentrum der Tamedia drucken lassen. Von der geplanten Schliessung der eigenen Druckerei in Schlieren sind bis zu 125 Stellen betroffen.(KEYSTONE/Walter Bieri )

Die NZZ-Druckerei in Schlieren wurde 2015 geschlossen. Bild: KEYSTONE

Die Anzahl der möglichen Auftragnehmer ist überschaubar. Die NZZ hat ihre Druckerei in Schlieren 2015 geschlossen. Allerdings verfügt das Verlagshaus noch über eine Druckerei in St. Gallen, wo ein Teil der Regionalzeitungen der NZZ gedruckt werden. Der Ringier-Verlag ist dabei, sich aus dem Geschäftsfeld zurückzuziehen. Er schliesst per Ende 2018 die Druckerei in Adligenswil LU. Die Somedia Partner AG im Rheintal, welche unter anderem die «Südostschweiz» druckt, dürfte nicht nur aus geographischen Gründen keine Option für den BaZ-Druckauftrag sein.

Gibt es eine Basler Option?

Doch offenbar prüfen die BaZ-Besitzer eine weitere Option. Denn Zeitungen lassen sich auch in Basel drucken – obwohl die «Basler Zeitung» ihre Druckerei 2013 geschlossen hat. Im Gebäude der früheren Druckerei hat die dort eingemietete MedienCentrum AG im April letzen Jahres eine Zeitungsdruckmaschine eingerichtet. BaZ-Mann Rolf Bollmann bestätigte damals einen entsprechenden Bericht der «NZZ am Sonntag». Das Gebäude der ehemaligen Druckerei im Quartier Kleinhüningen gehört unterdessen der Robestate AG, der Immobilienfirma von Christoph Blocher und seiner Tochter Rahel.

Das Gebäude der ehemaligen Druckerei der Basler Zeitung.

Das Gebäude der ehemaligen BaZ-Druckerei. Bild: screenshot google street view

Verlagern die BaZ-Eigentümer den Druckauftrag also vor die eigene Haustüre? Zumindest theoretisch sollte das möglich sein. Gemäss «BZ Basel» hat die MedienCentrum AG eine Anlage gekauft, mit der bis 2015 im französischen Ivry-sur-Seine die Zeitung «Le Monde» gedruckt wurde. Die Anlage erfülle die technischen Voraussetzungen, um die im «Schweizer Mehrheitsformat» erscheinende BaZ problemlos drucken zu können.

Offenbar spielen Christoph Blocher und seine BaZ-Mitstreiter mit dem Gedanken. «Die MedienCentrum AG befindet sich mit diversen Playern in Verhandlungen, so auch mit der BaZ», sagt Sarah Schläppi auf Anfrage. Die Berner Anwältin ist das einzige im Handelsregister eingetragene Verwaltungsratsmitglied der MedienCentrum AG. Die Firma ist an der Adresse von Schläppis Anwaltskanzlei in Bern domiziliert. Auf die Frage, ob die Firma in der Lage wäre, den Druckauftrag der BaZ zu stemmen, lässt Schläppi lediglich verlauten: «Die MedienCentrum AG ist ein verlagsneutrales Druckzentrum, welches für Zeitungsprodukte ausgelegt ist.»

Blochers erste Begegnung mit Siri

Video: watson

A propos Zeitungen: Pendeln früher und heute

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