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Geheime Kasse mit 215'000 Franken in Zürcher Stadtverwaltung aufgetaucht 

Eine Schwarze Kasse mit 215'000 Franken in einem Safe, sieben weitere Kadermitarbeiter mit Dienstautos für den privaten Gebrauch: Nachdem letzte Woche der Direktor von Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) wegen ungetreuer Amtsführung freigestellt wurde, kamen nun weitere Verfehlungen ans Tageslicht. Jetzt soll eine externe Untersuchung Klarheit bringen.



ZUR BEKANNTGABE EINER EXTERNEN UNTERSUCHUNG BEIM ERZ, AM MITTWOCH, 31. MAI 2017, ERHALTEN SIE FOLGENDE ARCHIVBILDER ---- Stadtrat Filippo Leutenegger spricht an der Medienkonferenz anlaesslich der Freistellung des Direktors von ERZ Entsorgung und Recycling Zuerich Urs Pauli, aufgenommen am Montag, 22. Mai 2017 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Stadtrat Filippo Leutenegger spricht an der Medienkonferenz anlässlich der Freistellung des Direktors von ERZ Entsorgung und Recycling Zürich Urs Pauli, aufgenommen am Montag, 22. Mai 2017 in Zürich. Bild: KEYSTONE

In einem Bürogebäude von ERZ sei ein Safe sichergestellt worden, der Bargeld in der Höhe von rund 215'000 Franken und 2200 Euro enthalten habe, teilte die Stadt Zürich am Mittwoch mit. Es bestehe der Verdacht, dass diese Kasse seit 15 Jahren bestehe.

Der freigestellte Direktor habe ihm gegenüber bestätigt, dass er Zugang zum Safe gehabt und diesen gemanagt habe, sagte der Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP), Vorsteher des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements, am Mittwoch vor den Medien. Ob der Safe in seinem oder in einem anderen Büro gefunden wurde, konnte Leutenegger jedoch nicht sagen.

Das Geld stamme wahrscheinlich aus Verkäufen von ausgemusterten Amts-Fahrzeugen und Fahrzeugteilen. In der offiziellen Rechnung des Amtes erscheint diese Kasse jedoch nirgends, was gegen die städtischen Haushaltsregeln verstösst. Wie viel aus dieser Schwarzen Kasse wofür entnommen wurde, ist unklar. Die Staatsanwaltschaft hat das gefundene Geld sichergestellt.

Autos für private Zwecke

In den vergangenen Tagen zeigte sich zudem, dass der freigestellte ERZ-Direktor Urs Pauli nicht der einzige war, der ein teures Dienstfahrzeug für private Zwecke nutzte. Pauli habe sieben Kadermitarbeitenden erlaubt, ebenfalls je ein Auto privat zu nutzen. Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) liess die Autos einziehen. Sie werden nun verkauft.

Leutenegger will nun wissen, ob es bei ERZ noch mehr Verfehlungen gibt. Er beantragt dem Stadtrat deshalb, eine externe Untersuchung einzuleiten. Diese solle vor allem mögliche Kompetenz-Überschreitungen untersuchen sowie die Nichteinhaltung von Regeln bei Ausschreibungen und Ungereimtheiten bei Beteiligungen.

Strafanzeige wegen ungetreuer Amtsführung

Gegen den freigestellten ERZ-Direktor Urs Pauli wurde Strafanzeige wegen Verdachts auf ungetreue Amtsführung eingereicht. Er soll sich im Jahr 2012 widerrechtlich einen teuren BMW geleistet und auch privat genutzt haben.

Dies ist nicht das erste Mal, dass Pauli in die Kritik gerät. Ende 2015 wurde bekannt, dass im Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz gegen das Submissionsrecht und interne Vorschriften verstossen worden war.

ZUR BEKANNTGABE EINER EXTERNEN UNTERSUCHUNG BEIM ERZ, AM MITTWOCH, 31. MAI 2017, ERHALTEN SIE FOLGENDE ARCHIVBILDER ---- Urs Pauli, ehemaliger Direktor der ERZ geht laut eigenen Aussagen mit

Der geschasste ERZ-Direktor Urs Pauli stellt sich den Medien. Ein teurer Dienstwagen wurde ihm zum Verhängnis. Bild: KEYSTONE

Eine Administrativuntersuchung zeigte ausserdem, dass der Objektkredit für das Logistikzentrum Hagenholz wegen zahlreicher interner Verfehlungen um 14,7 Millionen Franken überschritten wurde. Hinweise auf Straftaten gab es zwar keine. Der Stadt entstand auch kein finanzieller Schaden. Pauli wurde jedoch vom Stadtrat ermahnt. (whr/sda)

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