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Witziges Weihnachtsmärchen: Lustige Schweizer vergraulen «Zhimet Sten» von Facebook

Facebook-User Hajdgenoss schreibt einem gewissen «Zhimet Sten», wie gern er Zimtsterne (und Mailänderli) hat. Der Ausländer versteht nur Bahnhof, bekommt nun aber so viele komische Nachrichten aus der Schweiz, dass er seinen Account entnervt löscht. Die Geschichte ist zu lustig, um wahr zu sein.



Willkommen zu einem Weihnachtsmärchen, in dem nichts ist, wie es schreibt. Es gibt Internet-Trolle, die einen Facebook-User vergraulen, aber man kann ihnen das nicht übel nehmen. Sie waren doch bloss lustig!

Doch der Reihe nach: Alles beginnt mit dem Facebook-Account von Hajdgenoss, der am Dienstagabend am 28. November folgende Messenger-Konversation online stellt. Er hat sich mit Facebook-User Zhimet Sten angefreundet – und verklickert dem englischsprachigen Fremden im besten Schwiizerdütsch, wie sehr er Zimtsterne (und Mailänderli) mag.

Nun «erfreut» sich Zhimet Sten plötzlich ungeahnter Beliebtheit im fernen Schweizer Land: Es scheint, als würde er jede Menge Nachrichten in einer Sprache bekommen, die er nicht versteht. Und das hierzulande bekannte Lied kann der gute Mann ja auch nicht kennen:

Hajdgenoss drückt es so aus: «De armi Siech. Schwiiz am eskaliere bi ihm😂😂😂». Kurz darauf vermeldet er: «Sis Konto gits nüme uf Facebook. Er hets glöscht😄»

«FM1 Today» greift die Geschichte von den eifrigen Eid-Trollen und dem fremden Facebook-Flüchtling auf: «Er hat wohl Zimtsterne nicht gern. Oder die Schweizer, die ihn damit nerven», endet der Bericht über das Weihnachtsmärchen, das zu lustig ist, um nicht wahr zu sein.

Zum Schein. Denn hinter dem Hajdgenoss steckt ein kreativer Kopf: Der Zürcher Macher der Seite ist Comedian, und er tut, was er tun muss: Der 22-Jährige hat sich einen schönen Scherz erlaubt.

Niemand muss sich um das Nervenkostüm von Zhimet Sten sorgen, denn der ist bloss ein Hirngespinst von Hajdgenoss. Tatsächlich kann jeder mit Apps wie Yazzy oder Tools wie Simitador oder Fake Matic seinen eigenen «Zhimet Sten» erschaffen. Mit solchen Spässen und Schweizer Memes hat Hajdgenoss auf Facebook bereits 90'000 Likes eingeheimst.

Er heisst in Wahrheit Leonardo DiCaprio, sagt er uns, um hastig zu ergänzen: «Nein, Spass. Oder vielleicht doch?» Merkwürdig: Der DiCaprio ist doch eigentlich älter als 22??? Anyway – seine Facebook-Seite hat der Leo, wie wir ihn nennen dürfen, 2014 als «Schwiizer Memes» online gestellt, doch die Verwechslungsgefahr mit ähnlichen Seiten war zu gross.

Bild

Mit dem eigenen Bild online: Leonardo DiCaprio, Macher von Hajdgenoss.

Der neue Name ist ein Mix: «Hajd» kommt vom Balkan und heisst so viel wie «Los» oder «Hopp». «Der Begriff hat sich etabliert und ist schon lange kein Fremdwort mehr», sagt Leo. Der zweite Teil der Zusammensetzung muss nicht erklärt werden. Und natürlich hatte er bei seiner Schöpfung einen Hintergedanken, denn er hat einen Migrationshintergrund, wie man heutzutage sagt: «‹Hajdgenoss› soll also das Coole, das Jugendliche mit der traditionellen Schweiz verbinden», erklärt er.

Täglich Neues

Jeden Tag versucht Leo, ein Bild hochzuladen: «Das Erstellen selbst dauert nicht lange. Die Herausforderung ist, erstmal auf eine Idee zu kommen.» Und woher nimmt der Student diese?

«Die Ideen kommen aus meinem Alltag oder sind vergangene Erfahrungen und Momente, die ich erlebt habe. Ich würde sagen, 95 Prozent meiner Beiträge sind Eigenkreationen, und der Rest ist  womöglich kopiert, aber das kommt selten vor.»

Leo

Was auffällt, ist der Bezug zu seiner Heimat – nicht zuletzt wegen des Schwiizerdütsch: «Ich versuche immer, etwas mit Bezug zur Schweiz zu machen», bestätigt Leo. «Es gibt viele Facebook-Seiten, die einfach Bilder vom Englischen ins Deutsche oder Schweizerdeutsche übersetzen. Das kann jeder – deshalb versuche ich eben, etwas Eigenes zu kreieren. Das macht meiner Meinung nach einen Komiker aus.»

Bild

Leo und seine geliebten Zhimet Stene <3<3<3 bild: hajdgenoss

Der angehende Ingenieur sieht sich selbst aber eigentlich nicht als Comedian, sondern «einfach als einer, der lustige Bilder macht». Professionell Leute bespassen sei auch kein Lebensziel: «Ich möchte mich als Person nicht öffentlich machen», begründet er diese Einstellung. Welche Comedians er selber mag? «Mir gefallen Kaya Yanar, Stefan Raab und Giacobbo/Müller. Mario Barth eher nicht ...»

Dass Journalisten auf einen seiner Scherze hereinfallen, ist bisher noch nicht vorgekommen: Er sei zum ersten Mal in den Medien, sagt Leo, habe aber nicht vorgehabt, diese hinters Licht zu führen. Und wie kommentiert er, dass Redaktoren heutzutage immer öfter auf Fake-News hereinfallen?

«Lügenpresse !!!1111!!! (Aluhut auf)»

Leo

Der Letzte war jetzt doch irgendwie gemein. Und nicht komisch! ÜBERHAUPT NICHT!!!!

Menno :(

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