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Zum Tod von Dick Dale: 28 Surf-Music-Tracks, um die Beach Party weiterlaufen zu lassen

Bild: surfclassics.com

Mit Bonus-Anleitung: So startest du deine eigene Surf-Band!



Traurige Nachricht für die Musikwelt: Der US-amerikanische Gitarrist Dick Dale, «King of the Surf Guitar», Erfinder der Surf-Musik, ist tot.

Eigentlich erstaunlich, weshalb ein arabisches Volkslied, das mit einem Twist-Beat gepaart wurde, der Inbegriff des Soundtracks eines südkalifornischen Freizeitsports ist. Zu verdanken ist das Richard Anthony Monsour, wie Dick Dale bürgerlich hiess, der seine Leidenschaft fürs Surfen mit seinem exzentrischen Musikgeschmack kombinierte und so Surf Rock erfand.

In den frühen 1960er Jahren war er durch Instrumental-Hits wie «Let’s Go Trippin'» und «Misirlou» bekannt geworden. Hollywood-Regisseur Quentin Tarantino setzte den Titel «Misirlou» zum Auftakt seines Kult-Streifens «Pulp Fiction» (1994) ein und machte ihn damit 30 Jahre nach der Original-Aufnahme wieder populär.

Transparenzbox

Dieser Artikel erschien in seiner ursprünglichen Form im Sommer 2016. Aus aktuellem Anlass wurde er adaptiert.

Dick Dales Sound wird ewig weiterleben. Und dazu eine Auswahl an Hammer-Surf-Tracks – Klassiker und unbekanntere Party-Perlen! AUFDREHEN!

Cowabunga, duuuude!

Dick Dale and His Del-Tones – «Misirlou»

Dick Dale, King of the Surf Guitar! Als einer der wenigen Surf-Musiker, die tatsächlich surften, kombinierte er arabisch-israelische Melodien mit einem brutalen Gitarrensound, der als stilbildend für den späteren Heavy Metal gilt. Sein Über-Hit «Misirlou» erhielt dank prominentem Einsatz in Quentin Tarantinos «Pulp Fiction» (1994) ein zweites Leben.

Jan and Dean – «Surf City»

Nebst den Beach Boys war es das Gesangsduo Jan and Dean, das erfolgreich den Vocal Surf Sound kuratierte. «Two girls for every boy!» – diesen von Brian Wilson der Beach Boys geschriebenen Party-Knaller soll man durchaus ironisch geniessen 😉.

Surf Music (oder Surf Rock o. Ä.) versteht sich als Soundtrack zur Surfer-Subkultur – spezifisch zu jener südkalifornischen Variante, die seit Ende der Fünfzigerjahre sich entlang der Küste an diversen wellentechnisch attraktiven Spots ausbreitete. Dabei gibt es innerhalb dieser Musik zwei Untergattungen: die gesungene Variante, die mit aufwändigen, mehrstimmigen Arrangements, die ihren Ursprung im Barbershop-Gesang finden, auffällt, und die Instrumental-Variante, die mit knalligen Gitarrensounds und eingängigen Riffs arbeitet. Vocal Surf Music ist deskriptiv und beschreibt wortreich das Surfer-Leben, während Instrumental Surf Music impressionistisch ist, und die Sensation, auf einer Welle zu reiten, musikalisch umsetzt.

The Surfaris – «Wipeout!»

Den kennt man. Ganz klar, wir sind hier immer noch bei den Surf-Mega-Hits.

The Beach Boys – «Dance, Dance, Dance»

Es ist schwierig, einen einzigen Beach-Boys-Song für eine Playlist auszusuchen, ist doch so viel ihres Frühwerks so was von partytauglich. «Dance, Dance, Dance» ist eines der besten Beispiele. Es könnte aber gerade so gut «I Get Around» hier stehen. Oder «Little Honda». Oder «Surfin' Safari», «California Girls», «Help Me Rhonda», «Little Deuce Coupe» und und und und UND.

The Chantays – «Pipeline»

Eines der schönsten Beispiele des impressionistischen Surf-Sounds, ebenso wie das hier ...

The Sentinels – «Latin'ia»

... aber keinesfalls wie das hier:

The Trashmen – «Surfin' Bird»

Einer der ersten Punk-Songs der Musikgeschichte, 1964 von den so was von passend benannten Trashmen aufgenommen. Und in jüngster Zeit dank «Family Guy» zu erneutem Weltruhm gelangt:

The Belairs – «Mr. Moto»

Gehört seit jeher zum Surf-1x1. Ebenso wie das hier:

The Ventures – «Walk, Don't Run»

The Ventures waren eine der wenigen Instrumental-Bands, die den Abklang des Surf-Trends Mitte der Sechzigerjahre überlebten – dies, weil sie sich ständig musikalisch weiterentwickelten und mitunter psychedelische Alben aufnahmen. «Walk, Don't Run» ist aber einer ihrer ganz frühen Klassiker.

Ronny & the Daytonas – «Little GTO»

Nebst Wellenreiten und Surfer-Girls waren Autos der dritte grosse Themenstrang der Surf-Musik, hier exemplarisch von Ronny & the Daytonas demonstriert.

Dick Dale and His Del-Tones – «Hava Nagila»

Wiederum Dick Dale mit seinem Knallhart-Surf-Sound. Hier nimmt er sich ein hebräisches Volkslied vor.

The Fantastic Baggys – «Tell'Em I'm Surfin'»

Die musikalische Umsetzung von «Sch**ss drauf! Gehen wir surfen!»

The Astronauts – «Baja»

Wenn man Surfmusik in zweieinhalb Minuten zusammenfassen müsste, dann mit diesem Hammer-Track hier!

The Pyramids – «Penetration»

Jap, sie hatten kahl rasierte Köpfe. Und dies zu einer Zeit, in der Beatles-Pilzköpfe das A und O waren.

The Sunrays – «I Live for the Sun»

Nimm diesen Song wieder mal hervor, wenn dich im verregneten Januar der Winter-Blues einholt!

The Lively Ones – «Surf Rider»

Eine weitere Hymne, die ihr zweites Leben «Pulp Fiction» zu verdanken hat.

The Ventures – «Hawaii Five-O»

Die TV-Serie war ein Hit, der Titelsong ein noch grösserer.

The Trade Winds – «New York's a Lonely Town»

Statt New York könnte jede x-beliebige Stadt stehen, die nicht an einem surftauglichen Küstenabschnitt liegt. Olten, zum Beispiel.

Tja, Ende der Siebzigerjahre war dann Punk angesagt. Und nicht wenige Musiker erkannten darin richtigerweise eine Verbindung zum frühen Surf Rock. Das hörte sich dann etwa so an:

The Barracudas – «I Want My Woody Back»

Oder wie folgt:

The Surf Punks – «My Beach»

Die Surf Punks waren eine Gruppe von Surfern, Frisbee-Spielern und Strand-Rumhängern aus Malibu, die Fischernetze und kistenweise Sand als Bühnendeko benutzten. «My Beach», ihr erfolgreichster Song, nimmt den grassierenden Lokalpatriotismus in der südkalifornischen Surfer-Szene aufs Korn.

Derweil, ein paar Meilen südlich, in Orange County, nahm Profi-Surfer-Pionier Corky Carroll in seiner Freizeit Hit-Songs auf:

Corky Carroll & the Cool Water Casuals – «Tan Punks on Boards»

Surfin' Lungs – «Beach Bound»

Aus dem entschieden nichtsurfigen Bracknell bei London kamen die Surfin' Lungs, die entscheidend zum grossen Surf-Revival der Achtzigerjahre beitrugen.

The Treble Spankers – «Enola Gay»

Spätestens seit dem Surf-Revival ist Surfmusik nicht mehr eine lokale südkalifornische Erscheinung, sondern längst ein globales Phänomen geworden. Die Treble Spankers etwa waren aus Amsterdam, während Messer Chups aus Sankt Petersburg sind:

Messer Chups – «Lipstick Twang»

Oleg, Boris und Svetlana – hört sich anders an als Jan & Dean, oder?

Doctor Explosion – «Surf Taliban»

Aus Oviedo, Spanien, Doctor Explosion!

Und hier die aktuellen Helden der Surfmusik-Szene:

Los Straitjackets – «Crime Scene»

Nun, wenn die Party etwas abklingt und man über den Strand in die leise plätschernden Wellen schaut, eignet sich dieser Song hier:

The Sandals – «Theme from ‹Endless Summer›»

Und zum endgültig chillen:

The Beach Boys – «The Warmth of the Sun»

Aaaaaaaah. Oder auf gut Kalifornisch: Duuuuuuuuude.

Bonus: So startest du deine eigene Surf-Band!

Bist du ein grossgewachsener, muskulöser, sonnengebräunter Surfer-Dude? Nein? Du willst trotzdem bei den Girls ankommen? Na, dann starte schleunigst eine Surf-Band!

Willst du den Vocal Surf mal versuchen? Nun, ein astreines Gesangsorgan ist nötig, und dazu ist absolutes Gehör von Vorteil. Ausserdem brauchst du noch 4 Kumpels, die ebenso perfekt harmonieren können. Viel Zeit, um zu üben, brauchst du. Und ein Songwriter-Genie à la Brian Wilson dabei zu haben, wäre auch noch gut. Viel Glück damit also!

Willst du aber Instrumental Surf spielen, wirst du im Nullkommanichts bereits ganz anhörliche Sounds an den Mann bringen können. Gitarren-Surf-Musik ist dahingehend eines der demokratischsten Musikgenres überhaupt: Ein Twist-Drumbeat, ein paar eingängige Melodien und ein wenig Inventar – und schon kannst du behaupten, in einer Rock'n'Roll-Band zu spielen!

Dazu brauchst du:

1. Eine elektrische Gitarre der Marke Fender (okay, Mosrite geht auch)

http://www.mosriteguitars.com/ http://intl.fender.com/ fender stratocaster jaguar jazzmaster mosrite elektrogitarren rock'n'roll

Bild: fender/mosrite

Dazu empfehlen sich die Modelle Stratocaster, Jaguar und Jazzmaster (v. l.). Alternativ ist eine Mosrite (r.) ebenfalls stilecht. Natürlich geht es auch mit anderen Marken – am wichtigsten dabei ist, dass die Klampfen Single-Coil-Tonabnehmer für den twangigen Sound haben.

2. Ein wattstarker Gitarrenverstärker mit einem strapazierfähigen Federhall der Marke Fender

http://www.offsetguitars.com/forums/viewtopic.php?f=10&t=71832 fender jaguar dual showman reverb gitarrenverstärker

Bild: offsetguitars.com

Dieser Fender Dual Showman aus dem Jahr 1969 tut's wunderbar, etwa.

Und dann klaubst du dir alle Melodien aus deinem Pfadi-Singbuch, die aus dem Nahen Osten, Spanien oder Mexiko sind, und spielst sie auf obigem Equipment. Als weiteren Schritt empfiehlt sich, sämtliche Instrumental-Tracks aus dem obigen Soundtrack mal zu lernen.

Bonus II: Wake-Surf-Guitar!

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